Jannik Trunk

Maintal auf dem Weg zur Schwammstadt

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Stadt informiert über Maßnahmen zur Klimaanpassung bei Neu- und Bestandsgebäuden

 

Langanhaltende Trockenperioden und sintflutartige Regenfälle häufen sich in Folge der weltweiten Klimaveränderung. Um die Auswirkungen dieser Extremwetterereignisse abzufedern und den Klimawandel zu verlangsamen, sind gemeinsame Anstrengungen nötig. Im Bereich der Hausplanung und –sanierung sind verschiedene Maßnahmen zur Klimaanpassung möglich. Eine Option ist das Schwammstadt-Prinzip, das im Zentrum eines Aktionstags im Rahmen des Großen Frankfurter Bogen Sommers 2022 stand.

Der Name ist Programm. Schwammstädte greifen die Eigenschaft ihres Namensgebers auf, Wasser aufzusaugen und zu speichern. Die Stadt Maintal ist bereits auf einem guten Weg Schwammstadt zu werden. „Der Schwamm ist der perfekte Wassermanager: nimmt Wasser auf und gibt es wieder ab. Übertragen auf die Stadtplanung heißt das: Wir müssen in Zukunft unter anderem mehr Schwämme in Form von Dach- und Fassadenbegrünung in unsere Stadt bringen“, sagte Bürgermeisterin Monika Böttcher anlässlich der Veranstaltung.

In Maintal wurden in den vergangenen Jahren bereits Aspekte des Schwammprinzips umgesetzt, damit Regenwasser auf dem Grundstück gespeichert wird und dort versickert. Deshalb ist bei Neubauten der Einbau einer Retentionszisterne verpflichtend. Für Bestandsgebäude gibt es ein städtisches Förderprogramm für Regenwasserauffangbehältnisse.

Bereits seit Ende der 90er Jahre werden Maintaler Neubaugebiete im Trennsystem erschlossen, das heißt, Regenwasser und Schmutzwasser werden in getrennten Kanälen abgeführt. Das Regenwasser wird dann ortsnah in das nächstgelegene natürliche Gewässer oder in den Wald abgeleitet, damit es wieder dem Wasser- und Naturkreislauf zugeführt wird. Im Neubaugebiet „Plättenweide‘“ in Bischofsheim wird erstmals in Maintal das dort anfallende Regenwasser vollständig vor Ort versickert.

Auch über die Regelung der Abwassergebühr schafft die Stadt finanzielle Anreize, um Flächen zu entsiegeln und Regenwasser zu nutzen. Je weniger Fläche eines Grundstücks versiegelt ist und je mehr Regenwasser auf dem Grundstück aufgefangen oder zur Versickerung gebracht wird, desto weniger Niederschlagswassergebühr muss der Grundstückseigentümer*in zahlen.

Die verschiedenen Maßnahmen sowohl bei Neubauvorhaben als auch bei Bestandsgebäuden standen im Mittelpunkt des Aktionstags. Dabei erläuterte Daniel Schächtele, Geschäftsführer der Maintal Immobilien Gesellschaft (MIG), die verschiedenen Möglichkeiten, um Regenwasser aufzufangen, zu speichern und zu versickern. Iris Sparwasser vom Landschaftspflegeverband Main-Kinzig ergänzte den Vortrag durch Anregungen für die naturnahe Gestaltung von Gärten, die ebenfalls die Versickerung von Regenwasser vor Ort unterstützt und sich – im Gegensatz zu Schottergärten – positiv auf das Stadtklima auswirkt. Zudem sind naturnahe Gärten ein Beitrag zur Artenvielfalt vor der Haustür und attraktives Gestaltungselement.

Um Regenwasser aufzufangen, zu speichern und versickern zu lassen, sind verschiedene Optionen denkbar, etwa ein Retentionsdach, eine Retentionszisterne, Mulden, Gräben, unterirdische Stauräume oder ein naturnaher Garten. Natürlich lassen sich die Maßnahmen auch miteinander kombinieren. Auch bei Bestandsgebäuden können Eigentümer*innen zur Regenwasserrückhaltung beitragen. Gute Anregungen zu möglichen Umbaumaßnahmen liefert ein Informationsfilm zur Regenwassernutzung auf der Internetseite der Stadt Maintal unter www.maintal.de/regenwassernutzung.

Denkbar einfach ist es auch, Flachdächer wie Garagen zu begrünen. Dies dient gleichzeitig dem Artenschutz, denn so entsteht wichtiger Lebensraum vor allem für Insekten. Zugleich regulieren begrünte Dächer (oder Fassaden) durch die Verdunstung das Klima. Bei Umbauten im Außenbereich können Zisternen oder Versickerungsanlagen eingebaut, Mulden oder Gräben angelegt und Flächen entsiegelt werden. Auch die naturnahe Gartengestaltung ist eine gut umsetzbare Maßnahme.

Die Speicherung von Wasser schont insbesondere während Trockenperioden die Grund- und Trinkwasserreserven. Gleichzeitig wird im Fall von Starkregenereignissen verhindert, dass die Wassermassen in den Kanal gelangen und das Netz zu überlasten drohen, was Überflutungen zur Folge haben kann. Nicht zuletzt trägt eine Schwammstadt zu einem besseren Stadtklima bei, denn begrünte Dächer (Retentionsdächer) und naturnahe Gärten erzeugen Verdunstungskühle.

Vielfältige Informationen stehen auch auf der Webseite der Stadt Maintal unter Stadtentwicklung à Wasserwirtschaft, sowie unter à Umwelt zur Verfügung. Bei Fragen ist Yvonne Dannhausen unter Telefon 06181 400-265 oder per E-Mail an umwelt@maintal.de erreichbar.

 

Bildhinweis:

Welche baulichen Maßnahmen denkbar sind, um auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren, stand kürzlich im Mittelpunkt eines Aktionstages der Stadt Maintal zum Schwammstadt-Prinzip. Foto: Urban Media Project

Quelle: Stadt Maintal

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