Digital native oder digital naiv?
Ein Smartphone ist schnell zur Hand, eine Nachricht in wenigen Sekunden verschickt und ein Foto mit nur einem Klick veröffentlicht. Doch was einmal im Internet steht, lässt sich häufig nur schwer wieder entfernen. Unter dem Titel „Digital native oder digital naiv?“ rückten die Jugendkoordinatorin der Polizei, Frau Uffelmann-Kreis, und die Polizeibeamtin Frau Rübmann deshalb die Chancen und Risiken der digitalen Welt in den Mittelpunkt eines informativen Vortrags an der Käthe-Kollwitz-Schule.
Rund 80 Gäste waren der Einladung in die Aula der Schule gefolgt. Das große Interesse zeigte, wie aktuell das Thema ist: Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Smartphones, soziale Netzwerke, Messenger-Dienste, Online-Spiele und Videoplattformen ermöglichen Kommunikation, Unterhaltung und Lernen. Gleichzeitig stellen sie junge Menschen, Eltern und pädagogische Fachkräfte vor neue Herausforderungen.
In ihrem Vortrag wurde deutlich, dass Kinder und Jugendliche zwar häufig technisch versiert mit digitalen Geräten umgehen, mögliche Risiken jedoch nicht immer zuverlässig einschätzen können. Wer Apps bedienen, Videos hochladen oder in sozialen Netzwerken kommunizieren kann, kennt schließlich nicht automatisch auch die rechtlichen Konsequenzen, Datenschutzbestimmungen oder Gefahren, die damit verbunden sein können.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Thema Cybermobbing. Beleidigungen, Ausgrenzung oder das Verbreiten sexuell anstößiger Bilder und Videos können über digitale Kanäle innerhalb kürzester Zeit ein großes Publikum erreichen. Für die Betroffenen endet die Belastung zudem nicht mit dem Schulschluss, denn Nachrichten und Kommentare können sie rund um die Uhr erreichen. Die Polizeibeamtinnen machten deutlich, wie wichtig es ist, Warnzeichen ernst zu nehmen und sich frühzeitig Unterstützung zu holen.
Gerade beim sogenannten Cybergrooming versuchen Erwachsene, über Chats, Online-Spiele oder soziale Netzwerke gezielt Kontakt zu Minderjährigen aufzubauen. Kinder und Jugendliche sollten deshalb wissen, dass sie misstrauisch werden dürfen, wenn fremde Personen sehr persönliche Fragen stellen, Geheimhaltung verlangen oder um private Fotos bitten.
Die Referentinnen wiesen deshalb ausdrücklich auf verschiedene Hilfs- und Beratungsangebote hin. Betroffene Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern und pädagogische Fachkräfte müssen mit Problemen im Netz nicht allein bleiben. Je nach Situation können Vertrauenspersonen, schulische Ansprechpartner, Beratungsstellen oder die Polizei Unterstützung bieten. Ergänzend erhielten alle Beteiligten Informationsmaterial, in dem wichtige Hinweise und Anlaufstellen noch einmal zusammengefasst wurden.
Dass das Thema die Besucherinnen und Besucher bewegte, zeigte sich auch an den zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Die rund 80 Gäste nutzten die Gelegenheit, eigene Beobachtungen anzusprechen und sich über angemessene Reaktionen auf problematische Situationen zu informieren.
Am Ende blieb eine zentrale Erkenntnis: Kinder und Jugendliche wachsen zwar als „Digital Natives“ auf, doch ein sicherer und verantwortungsvoller Umgang mit dem Internet entsteht nicht von allein. Dafür braucht es Wissen, Aufmerksamkeit und Erwachsene, die begleiten, zuhören und Orientierung geben. Die Veranstaltung an der Käthe-Kollwitz-Schule leistete hierzu einen wichtigen Beitrag.
Quelle: Käthe-Kollwitz-Schule, Langenselbold

