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Kinderrechte in Wächtersbach stärken – Stadtverordnetenversammlung beschließt Antrag einstimmig

Vom Spielplatz bis zum sicheren Weg durch die Stadt: Kinder sollen bei Entscheidungen, die ihren Alltag betreffen, stärker mitreden können.
Die Stadtverordnetenversammlung Wächtersbach hat deshalb am 20. August einstimmig beschlossen, Kinder künftig stärker einzubeziehen, wenn Entscheidungen in der Stadt sie betreffen. Den Antrag dazu hatte die links-grüne Fraktion eingebracht.

„Darüber freuen wir uns wirklich sehr“, sagt Fraktionsvorsitzende Eva Bonin. „Kinderrechte sind kein pädagogisches Extra. Kinder haben ein Recht darauf, dass ihre Interessen berücksichtigt werden und dass sie an Entscheidungen, die sie betreffen, angemessen beteiligt werden. Und viele dieser Entscheidungen fallen ganz konkret vor Ort.“

Nun soll die Stadt schauen, wie das konkret funktionieren kann: Wo werden Kinder heute schon beteiligt? Wo werden Entscheidungen getroffen, bei denen ihre Sicht wichtig wäre? Und wie können auch jüngere Kinder sagen und zeigen, was sie brauchen? Gesucht werden einfache, altersgerechte Möglichkeiten, die im Alltag funktionieren und keinen unnötigen bürokratischen Aufwand verursachen. Das Konzept wird anschließend im Sozialausschuss beraten.
Denn Entscheidungen der Stadt betreffen Kinder an vielen Stellen unmittelbar: bei Spielplätzen und Freizeitflächen, auf ihren Wegen durch die Stadt, im Verkehr oder in öffentlichen Einrichtungen. Trotzdem werden sie bisher oft nicht selbst gefragt.
„Gerade die jüngeren Kinder dürfen wir dabei nicht aus dem Blick verlieren“, betont Lea Gerlach, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und beratendes Mitglied im Sozialausschuss. „Kinder erleben ihre Stadt jeden Tag. Sie wissen sehr genau, wo sie sich wohlfühlen, wo ihnen etwas fehlt oder wo etwas für sie nicht funktioniert. Wir müssen Beteiligungsformen finden, mit denen auch diese Stimmen tatsächlich gehört werden.“

Genau hier ergänzt der Antrag den bereits beschlossenen Kinder- und Jugendbeirat. Ein solches Gremium erreicht jüngere Kinder kaum. Ein fünfjähriges Kitakind wird dort in der Regel nicht sitzen. Wenn es zum Beispiel um einen Spielplatz oder einen Ort geht, den Kinder nutzen, braucht es andere Wege, ihnen zuzuhören und sie einzubeziehen.
„Wenn wir beispielsweise einen Spielplatz planen, sind Kinder nicht nur diejenigen, für die wir planen. Sie können uns selbst sagen und zeigen, was sie dort brauchen“, so Bonin.

Die Freien Wächter ergänzten den Antrag um den Auftrag, bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung auch die neue Wahlordnung für den Kinder- und Jugendbeirat vorzulegen. Auch diese Ergänzung wurde einstimmig beschlossen.
„Ich freue mich deshalb sehr auf die weitere Beratung im Sozialausschuss“, so Gerlach. „Es geht nicht darum, möglichst komplizierte neue Verfahren zu schaffen. Wir wollen Lösungen entwickeln, die im Alltag funktionieren und mit denen Beteiligung ganz selbstverständlich Teil kommunaler Planung werden kann.“

„Besonders freut uns, dass daraus am Ende ein gemeinsamer Beschluss der gesamten Stadtverordnetenversammlung geworden ist“, sagt Bonin. „Kinderrechte werden in erster Linie vor Ort verwirklicht. Mit diesem Beschluss haben wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht, genau das in Wächtersbach ein Stück konsequenter umzusetzen.“
Denn bei Kinderrechten gilt: Das Gegenteil von Recht ist nicht Pflicht. Das Gegenteil von Recht ist Unrecht.

Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen – Die Linke

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