30:35 (15:15) Niederlage – HSG Hanau unterliegt dem TuS 1882 Opladen
Die HSG Hanau hat am Samstagnachmittag in der Bielerthalle Opladen eine bittere Auswärtsniederlage hinnehmen müssen: Der TuS 1882 Opladen gewann das Drittliga-Duell der Staffel Süd-West mit 35:30 (15:15), nachdem die Blau-Weißen zur Pause noch ausgeglichen hatten. Jan-Eric Kleemann (5/2 Tore) hatte mit einem verwandelten Siebenmeter unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleich besorgt; Ben Scharriär (5) und David Rivic (4) sorgten in der zweiten Halbzeit immer wieder für den Anschluss. Am Ende war es eine verdiente Niederlage durch zu viele eigene Fehler.
„Wir haben leider eine sehr unnötige Niederlage einstecken müssen”, sagte Trainer Axel Spandau. „Wir hatten eigentlich eine sehr ordentliche erste Halbzeit bis zur 27. Minute gespielt. Leider ist dann Marek Schöber durch ein sehr hartes Foul ausgeschieden. Das war natürlich für uns ein Rückschlag, weil er bis dahin eine sehr gute Partie gespielt hat.” Schöber hatte zuvor mit zwei Treffern zum Ausbau der Grimmstädter Führung beigetragen. „Es kamen dann leider viele Zeitstrafen zusammen und das hat uns so ein bisschen das Genick gebrochen: In Unterzahlphasen haben wir insgesamt sechs Tore ins leere Tor bekommen, weil wir nicht sauber zum Abschluss gegangen sind”, so Spandau abschließend. „Eine nicht ganz unverdiente, aber äußerst ärgerliche Niederlage.”
Mit einer Serie von drei Ligasiegen in Folge reiste die Mannschaft mit viel Rückenwind in die Bielerthalle und waren gewillt, auch im vierten Anlauf hintereinander als Sieger vom Feld zu gehen. Dies klappte am Samstagnachmittag im Leverkusener Stadtteil Opladen nicht. Mit der Niederlage reißt die Erfolgsserie der HSG nach drei aufeinanderfolgenden Siegen. Vor rund 100 Zuschauern in Opladen war das Hanauer Aufgebot personell durch den frühen Ausfall von Marek Schöber weiter gebeutelt. Die Lage im Rückraum verschärfte sich zusätzlich als Cedric Schiefer in der 51. Minute wegen seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah und fortan dem Team ebenfalls fehlte.
Starker Beginn, doch nur Unentschieden zur Halbzeit
Die Grimmstädter legten los, wie die Feuerwehr. Basierend auf einer beweglichen Deckung netzte Cedric Marquardt zum 1:0 in der ersten Minute ein, Sebastian Hein erhöhte in der zweiten Minute auf 2:0, und Dziugas Jusys vollendete in der dritten Minute zum 3:0 — binnen weniger Minuten hatte Hanau den Grundstein für eine verheißungsvolle Partie gelegt. Doch danach ließ die Treffsicherheit nach und Opladen antwortete entschlossen: Markus Sonnenberg (4.) und Moritz Levin Werschkull (6.) verkürzten schnell auf 2:3, und Domenik Roth glich in der 7. Minute aus. Das Spiel blieb eng und wechselhaft. Jan-Eric Kleemann (8.) und Hein (9.) stellten auf 5:3, bevor Johannes Emmerich für Opladen begann, das Spiel auf der anderen Seite zu prägen. Emmerich glich für die Hausherren bis zur 15. Minute immer wieder aus; vier Tore gingen in der ersten Hälfte allein auf sein Konto. Marquardt traf in der 16. Minute zum 8:7, Opladen konterte mit dem Ausgleich. Nach einer Zeitstrafe gegen Jusys (18.) ließ Marquardt seinen zweiten Siebenmeter an diesem Tag liegen.
David Rivic (20.) und der eingewechselte Marek Schöber (21.) erhöhten kurzzeitig auf 10:8 ab. Es folgte eine der Schlüsselszenen: In der 25. Minute sah Werschkull nach einem überharten Foulspiel an Marek Schöber die Rote Karte. Während Schöber frei zum 12:9 durchsprang pflückte Werschkull ihn von der Seite unsanft aus der Luft. Im Anschluss kam der Hanauer nicht mehr aufs Spielfeld zurück. Doch in der Hektik erhielt auch Cedric Schiefer eine Zwei-Minuten-Strafe. Bis zur 27. Minuten hatte die Drei-Tore-Führung bestand. Doch nach der eignen Auszeit wurden drei Angriffe ohne Tor abgeschlossen und so lagen die Gäste kurz vor der Halbzeit mit 14:15 hinten. Unmittelbar vor dem Abpfiff tankt sich Ben Scharriär durch und erhielt für seinen Einsatz einen Siebenmeter zugesprochen. Kleemann rettete per Siebenmeter den 15:15-Ausgleich zur Pause.
„Wir haben in der ersten Halbzeit sehr viele freie Chancen ausgelassen”, bilanzierte Lukas Böhm. „Nach einer guten ersten Halbzeit, in der wir vor allem geduldigen Ball gespielt und gut in der Abwehr gestanden haben, brechen wir leider nach dem Stand von 20:20 ziemlich ein.”
Hanauer kämpfen, doch Opladen setzt sich ab
Zwar startete die zweite Halbzeit, damit das Rivic die Grimmstädter sofort auf 16:15 (31.) in Führung bracht und Opladen ausglich. Doch die Fehlwürfe und technischen Fehler häuften sich. Zwischen der 35. und 39. Minute zogen die Hausherren auf 20:17 davon. Kämpferisch in der Abwehr, temporeich nach vorne. So traf Cedric Schiefer doppelt (41.) und Ben Scharriär glich zum 20:20 aus (42.). Im Anschluss standen die Hausherren in doppelter Unterzahl auf dem Feld und das Momentum schien zugunsten der Gäste zu kippen. Ausgelassene Chancen ließen es jedoch nicht ganz kippen. So konnte Lucius Heß aufs leere Tor zum 21:20-Führung für den Gastgeber erhöhen. Bei 22:22 (46.) waren die Blau-Weißen trotzdem noch im Spiel.
In der 45. Minute traf Dennis Gerst zum 22:22 — und dann begann die zweite Schlüsselphase, die das Spiel entschied: Unmittelbar nach dem Ausgleich erhielt Mathi Geerken die nächste Zwei-Minuten-Strafe bei Versuch den Wurf aufs leere Tor zu vereiteln. Opladen verwandelte den folgenden Siebenmeter durch Len Johannmeyer zur erneuten Führung (23:22, 46.). Hanau war nun in doppelter Unterzahl. In den folgenden eineinhalb Minuten schlug Lucius Heß zweimal zu — 24:22, dann 25:22 (47.): Jeder dieser Treffer fiel, weil die Grimmstädter in Unterzahl nicht sauber abschlossen und Opladen dies mit Treffern auf das leere Tor gnadenlos bestrafte. Beim Stand von 30:26 (54.) betrug der Rückstand vier Tore — Schlagdistanz, wie Spandau es selbst formulierte, aber die Kräfte reichten nicht mehr. Scharriär, Kleemann und Hein verkürzten in der Schlussphase noch auf 30:33 und 30:35, doch Paul Giesselmann legte in der 59. und 60. Minute die letzten beiden Treffer für Opladen nach. Mit dem Abpfiff stand ein 30:35 und eine verdiente Niederlage für die HSG Hanau zu buche.
„Am Ende gehen uns dann leider die Kräfte aus, und wir müssen uns geschlagen geben”, sagte Böhm. „Ärgerliche zwei Punkte, die wir eigentlich gerne aus Opladen mitgenommen hätten — und ein großes Dankeschön an alle, die uns begleitet haben.”
Weiter geht es für die HSG Hanau bereits am Freitag, dem 23. Oktober 2026, um 20:15 Uhr: Dann empfangen die Grimmstädter S3L Handball in der Main-Kinzig-Halle. Mit dem Support des Blauen Blocks soll zurück in die Erfolgsspur gefunden werden.
Aufstellung TuS 1882 Opladen: Beckert (1), Mohr; Mucha (1), Giesselmann (2), Jagieniak, Emmerich (7), Johannmeyer (3), Sonnenberg (1), Kostorz (3), Werschkull (1), Johannmeyer (6/4), Heß (6), Swiedelsky, Roth (4).
Aufstellung HSG Hanau: Müller, Eberhardt; Kleemann (5/2), Hein (4), Jusys (1), Just (1), Gerst (2), Geerken, Schöber (2), Scharriär (5), Rivic (4) Schiefer (3), Marquardt (3/1).
Zeitstrafen: 6:14 Min. – Siebenmeter: 5/4:5/3. – Rote Karten: Werschkull (Rote Karte 25. Min); Schiefer (3x 2min). – Zuschauer: 100. – Schiedsrichter: Marvin Völkening/Jonas Zollitsch.
Zeichen: 6.601 (inkl. Leerzeichen) / Stand: 17. Oktober 2026
Quelle: HSG Hanau Handball GmbH

