Rodenbacher Funkamateure informieren über Notfunk im Katastrophenfall
Mit Menschen rund um den Globus sprechen, an Antennen tüfteln und sich über Technik austauschen: Das begeistert Funkamateure an ihrem Hobby. Weltweit gibt es mehr als drei Millionen von ihnen, in Deutschland sind es über 60.000. Doch ihr Wissen und ihre Geräte können auch anderen helfen – etwa dann, wenn nach einem Unwetter oder Erdbeben Strom, Telefon und Internet ausfallen.
Wie solche Hilfe aussehen kann und wo ihre Grenzen liegen, erfuhren rund 30 Gäste am Freitag, 16. Oktober, im Bürgerhaus Rodenbach. Eingeladen hatte der Ortsverband Rodenbach des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC). Dessen Vorsitzender Jürgen Trageser hatte dafür Oliver Schlag gewonnen: Der Referent für Not- und Katastrophenfunk im DARC bringt jahrzehntelange Erfahrung aus Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz mit. Unter Funkamateuren ist er auch unter seinem Rufzeichen DL7TNY bekannt.
Dass Amateurfunk im Ernstfall nützlich sein kann, zeigen Einsätze nach Erdbeben in Nepal, Ecuador und der Türkei sowie nach schweren Hurrikanen in der Karibik und den USA. Funkamateure übermittelten dort beispielsweise Hilfsanfragen, Lageberichte oder Nachrichten an Angehörige. Auch nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 unterstützten Funkamateure das örtliche DRK.
Neben den Rodenbacher Gastgebern waren Mitglieder und Vertreter der Amateurfunk-Ortsverbände aus Großkrotzenburg, Wächtersbach und Nidderau gekommen. Auch ein Gemeindebrandinspektor, Angehörige verschiedener Feuerwehren und Polizisten interessierten sich für das Thema.
Schlag machte deutlich: Funkamateure können die Arbeit der Einsatzkräfte ergänzen. Dabei geht es um Zusammenarbeit und klar verteilte Aufgaben. Eine zusätzliche Hilfsorganisation mit ständiger Einsatzbereitschaft können die ehrenamtlichen Technikbegeisterten allerdings nicht bilden. Auch ihre bestandene Amateurfunkprüfung macht sie noch nicht zu ausgebildeten Katastrophenhelfern.
Ihr Beitrag liegt vor allem darin, auch unter schwierigen Bedingungen Verbindungen herzustellen. Mit geeigneten Funkgeräten, Antennen und einer unabhängigen Stromversorgung – etwa durch Akkus – lassen sich Nachrichten übermitteln, wenn die gewohnten Kommunikationswege nicht mehr funktionieren. So können Funkamateure vor Ort helfen, Ausfälle zu überbrücken.
Wie sich das praktisch umsetzen lässt, wurde im Anschluss lebhaft und teilweise kontrovers diskutiert. Schlag ermutigte die Teilnehmer, die eigene Ausrüstung auch ohne Steckdose und Internet nutzen zu können und sich im örtlichen Umfeld auf mögliche Notlagen vorzubereiten. Am besten natürlich in der Hoffnung, dass es bei Übungen bleibt.
Zum Abschluss bedankte sich Trageser mit einem Präsentkorb einer örtlichen Metzgerei beim Referenten. Der Inhalt passte zum Thema des Abends: länger haltbar – und damit auch als Notvorrat geeignet.
Informationen zum Notfunk, zum Hobby Amateurfunk und zu den Ortsverbänden finden sich unter: http://www.darc.de
Quelle: Deutscher Amateur Radio Club e.V.

