Die CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Pauls (Wahlkreis Wetterau I) und Pascal Reddig (Wahlkreis Hanau und Region) haben den Rechenzentrumsbetreiber CyrusOne in Hanau besucht und sich vor Ort mit der Infrastruktur befasst, die zu den entscheidenden Zukunftsfragen des Landes gehört. Bei einem Rundgang ging es neben Technik und Betrieb ebenso um die größere Frage, welche Rolle Rechenzentren für die digitale Souveränität und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands spielen.
CyrusOne zählt zu den international führenden Entwicklern und Betreibern von Rechenzentren und ist in Deutschland bereits im Großraum Frankfurt vertreten. Mit dem Standort in Hanau baut das Unternehmen seine Präsenz in der Region weiter aus – auf einer früher industriell genutzten Fläche in Bahnhofsnähe, die damit eine neue Perspektive erhält.
„Rechenzentren sind die stille Grundlage unseres digitalen Lebens. Kaum jemand sieht sie, und doch läuft ohne sie in Wirtschaft und Verwaltung nichts mehr”, erklärte Pascal Reddig, der als direkt gewählter Abgeordneter den Wahlkreis Hanau und Region im Bundestag vertritt. „Dass ein international führender Betreiber wie CyrusOne bei uns in Hanau investiert, ist ein Vertrauensbeweis in den Standort und ein wichtiges Signal für die ganze Region.” Künftig sollen auch die Standortkommunen finanziell stärker von der Ansiedlung von Rechenzentren profitieren; möglich machen dies Änderungen beim Zerlegungsmaßstab für den Gewerbesteuer-Messbetrag, die der Koalitionsausschuss aus CDU/CSU und SPD beschlossen hat.
Für Dr. Thomas Pauls, Mitglied im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung und Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für digitale Souveränität, war der Besuch vor allem Anlass, das große Ganze in den Blick zu nehmen. „Wer über Künstliche Intelligenz, die Digitalisierung der Verwaltung oder Cloud und Datenspeicherung spricht, kommt an Rechenzentren nicht vorbei. Sie sind das Fundament, auf dem all das steht”, so Pauls. „Digitale Souveränität entscheidet sich genau hier: Wenn wir nicht dauerhaft auf Rechenkapazitäten in den USA oder anderswo angewiesen sein wollen, müssen wir diese Kapazitäten im eigenen Land aufbauen. Das ist eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit und der Unabhängigkeit zugleich.”
Der Bedarf wächst rasant. Nach Zahlen des Branchenverbands Bitkom lag die Leistung der deutschen Rechenzentren 2025 bei rund 2.980 Megawatt und ist damit binnen eines Jahres um etwa 9 Prozent gewachsen; bis 2030 dürfte sie auf über 5.000 Megawatt ansteigen und sich damit nahezu verdoppeln. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz. Auch die Bundesregierung hat Rechenzentren in ihrer nationalen Rechenzentrumsstrategie im März 2026 ausdrücklich als Grundlage für digitale Souveränität, wirtschaftliche Resilienz und KI-Entwicklung eingestuft.
Hessen spielt dabei eine Schlüsselrolle: Rund ein Drittel der gesamten deutschen Rechenzentrumskapazität konzentriert sich hier, bei den großen Anlagen ist es sogar etwa die Hälfte. Frankfurt gilt als Rechenzentrums-Hauptstadt Europas – vor allem, weil die Stadt als Finanzplatz im Herzen des Kontinents früh einen hohen Bedarf an leistungsfähiger digitaler Infrastruktur hatte.
Eine Frage, die beim Besuch immer wieder aufkam: Warum siedeln sich Rechenzentren so dicht beieinander an, statt sich übers Land zu verteilen? Der wichtigste Grund heißt Latenz – die winzige Verzögerung, mit der Daten von einem Punkt zum anderen wandern. Je kürzer die Distanz zu anderen Rechenzentren und zum Frankfurter Internetknoten DE-CIX ist, dem größten der Welt, desto schneller und zuverlässiger die Verbindung. Wo also bereits viele Rechenzentren, Netzbetreiber und Dienstleister sitzen, entsteht ein Ökosystem, das weitere Ansiedlungen anzieht. Hanau ist durch seine Nähe zu Frankfurt deshalb ein besonders geeigneter Standort.
Die Betreiber verweisen zudem darauf, dass Rechenzentren wirtschaftlich mehr bewegen, als ihre eher schlanke direkte Beschäftigung vermuten lässt. Ein erheblicher Teil der Effekte entstehe entlang der Zulieferkette – bei Bau und Technik, Wartung, Sicherheit, Energie und spezialisierten Dienstleistern. Branchenschätzungen gehen von rund 65.000 direkten oder indirekten Arbeitsplätzen in Deutschland aus; allein in der Region Frankfurt-Rhein/Main hängen etwa 4.000 Stellen direkt oder indirekt an der Branche.
Für Pauls und Reddig war der Besuch ein Beleg dafür, dass hier vor Ort an einer Zukunftsaufgabe gearbeitet wird, die weit über die Region hinausstrahlt. „Was in Hanau entsteht, stärkt die digitale Zukunft unseres Landes und zeigt, dass Hessen und die Region beim Ausbau dieser Schlüsselinfrastruktur ganz vorne mitspielen”, so Reddig und Pauls.
Quelle: Team Reddig

