Jannik Trunk

Jannik Trunk

Strukturen für Übergangssituation geschaffen DRK-Ehren- und Hauptamtliche in der Flüchtlingsunterkunft Ronneburg

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Weit mehr als 1.500 Arbeitsstunden waren Ehrenamtliche aus den Ortsvereinen des DRK-Kreisverbandes hier seit den ersten Märztagen für Geflüchtete aus der Ukraine im Einsatz. Im Laufe des Aprils erfolgte nun im Jugendzentrum Ronneburg die sukzessive Übergabe an hauptamtlich Mitarbeitende auf vielen Positionen, um den laufenden Betrieb dieser Flüchtlingsunterkunft optimal abzudecken und zu erweitern. Denn wo normalerweise Schulklassen und Vereine ein paar entspannte Tage in idyllischer Lage mit Blick auf die historische Ronneburg verbringen, sind hier aktuell noch Flüchtende aus den Kriegsgebieten der Ukraine untergebracht.

Die Zahl der Flüchtlinge im Jugendzentrum (JUZ) variiert, bis Mitte April waren es meist rund 70 Personen. Manche haben inzwischen längerfristige Unterkünfte in Wohnungen gefunden. Bis zu 150 Personen finden in den Gästehäusern des JUZ Platz. „Die erste Begehung und Sondierung der Gegebenheiten hatten wir im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises am ersten Freitag im März. Keine 48 Stunden später kamen bereits die ersten Flüchtlinge an“ berichtet Benjamin Heier, kaufmännischer Leiter beim Hanauer DRK, der sich dann im weiteren Verlauf um die Akquise von hauptamtlichen Personal für die Flüchtlingsunterkunft gekümmert hat. Doch den mehr als kurzfristigen Aufbau, die Organisation und Inbetriebnahme in den ersten Wochen gestalteten vor Ort Ehrenamtliche aus den Ortsvereinen des Kreisverbandes, die meisten von ihnen mit Erfahrung aus dem Katastrophenschutz und in anderen Krisensituationen – seien es die Hochwasserkatastrophe 2021 oder die Flüchtlingskrise 2015. Federführend engagierten sich hier Matthias Röder, Nadine Schernick, Sascha Haberkorn und Kai Hirchenhein, Rotkreuzbeauftragter des DRK-Kreisverbandes Hanau. „Auch wenn wir hier im Gegensatz zu einer Halle schon eine gute Infrastruktur hinsichtlich Unterbringung und Verpflegung durch das JUZ-Team vorgefunden haben, galt es doch unmittelbar Strukturen für die Ankunft der Flüchtlinge zu schaffen. Denn schon am darauffolgenden Tag war erstmal die rede von drei bis vier Kleinbussen mit rund 25 Personen, die unser Rufbereitschaft angekündigt wurden“ erzählt Matthias Röder. „Im Endeffekt waren es dann am ersten Tag nur eine Familie und ein älteres Ehepaar, die hier gelandet sind. Einige aus diesem Transport sind auf dem Weg hierher woanders ausgestiegen bzw. untergekommen“ ergänzt Kai Hirchenhein. „Wir haben uns die Räume außerhalb der Gästehäuser angesehen und geklärt, wo wir logistisch sinnvoll was unterbringen – von der Aufnahme, Registrierung und Zimmerbelegung über die Covid-Testung und Ermittlung des Impfstatus bis zu den Lagerräumen für die Verteilung von Hygieneartikeln und Kleidung etc. sowie der Frage, wo bringen wir unseren 24 Stunden-Dienst und unser Hauptbüro unter“ erklärt Nadine Schernick. „Nachdem unser Konzept gestaltet war, waren jeder einzelne von uns und alle Ehrenamtlichen in den ersten Tagen und Wochen vor Ort, wann immer es möglich war, um die vorgesehenen Dienste mit zu unterstützen“ sagt Sascha Haberkorn. In den ersten Tagen kamen täglich rund 10 bedürftige Personen im JUZ an. Für die ehrenamtlichen Kräfte sei die Aufrechterhaltung des Dienstplanes die größte Herausforderung gewesen, sind sich alle einig. Denn alle haben parallel zu ihrem Ehrenamt noch einen „normalen Job“, dem sie nachgehen. Außerdem stand immer die Frage im Raum, was passiert, wenn der Katastrophenschutz alarmiert wird, zu dem dieses ehrenamtliche Team auch gehört.

Umso wichtiger sei es dann gewesen, die ehrenamtlichen durch hauptamtliche Kräfte abzulösen. Auch wenn diese in einigen Bereichen noch vom Ehrenamt unterstützt werden, wie z.B. im Gesundheitsschutz. Inzwischen sind rund 30 neue Mitarbeitende in der Flüchtlingsunterkunft im JUZ tätig, die sich um einen koordinierten Ablauf kümmern und dafür sorgen, den Ukraine-Flüchtlingen ein gutes Ankommen und Hilfen in dieser Übergangssituation zu ermöglichen. Das neue Leitungsduo besteht aus Dr. Katharina Behmer-Prinz und Nils Ziebach. Behmer-Prinz war bereits in vielen Hilfsprojekten auch für Flüchtlinge nicht nur in Deutschland aktiv sowie unter anderem in der Forschung zu Friedenssicherungsrecht und Humanitärem Völkerrecht. Maschinenbau-Ingenieur Nils Ziebach ist dem DRK durch seinen ehrenamtlichen Einsatz beim Ortsverein Großauheim verbunden. Neben den Diensten in der örtlichen Bereitschaft ist er als Gruppenführer im 1.Betreuungszug des Main-Kinzig-Kreises für den Katastrophenschutz in Hessen aktiv. In der Flüchtlingsunterkunft im JUZ Ronneburg engagierte er sich ebenfalls schon in den ersten Wochen auf ehrenamtlicher Basis. Die Aufgaben des Leitungsteams sind vielfältig und reichen von der Organisation, Planung, Controlling und Aufgabenverteilung über das Netzwerken mit Dolmetschern bzw. Abstimmen von ehrenamtlichen Angeboten wie sportlicher und kreativer Beschäftigung für Kinder bis zur Zusammenarbeit mit Behörden (Anmeldung, Wohnraumfindung, finanzielle Hilfen etc.) und der Einrichtungsleitung des JUZ. Vor diesem Hintergrund sei es aber ebenso ihre Aufgabe, Strukturen mittelfristiger Perspektiven für die Flüchtlinge aus der Ukraine zu schaffen, sind sich Behmer-Prinz und Ziebach einig. „Orientierung geben und Klarheit schaffen, soweit es möglich ist, um den Menschen, die hier bei uns angekommen sind, eine gute Ausgangsbasis für die Zukunft zu schaffen“ ergänzt Dr. Katharina Behmer-Prinz.

 

quelle: Deutsche Rotes Kreuz

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