Festakt in Eltville anlässlich 25 Jahre Weinbaudezernat beim Regierungspräsidium
Mit einem Festakt hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt das 25-jährige Bestehen seines Weinbaudezernats gefeiert. Vertreterinnen und Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, der Regierungspräsidien, der Weinbauverbände, der Hochschule Geisenheim, Mitglieder des Bundestags, des Landtags, Landräte und Bürgermeister aus den Anbaugebieten sowie zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter kamen in Eltville zusammen. Gemeinsam blickte man auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Arbeit für den hessischen Weinbau zurück.
Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt erinnerte in seiner Begrüßung daran, wie eng die Geschichte des Weinbaudezernats mit der Entwicklung des hessischen Weinbaus verbunden ist. Die Aufgaben hätten sich in den vergangenen 25 Jahren stetig verändert und seien mit den Anforderungen an die Betriebe gewachsen. Eines sei jedoch gleichgeblieben: „Das Weinbaudezernat begleitet den hessischen Weinbau seit einem Vierteljahrhundert als verlässlicher Partner mit fachlicher Expertise und steht den Betrieben bei fachlichen und strukturellen Herausforderungen zur Seite.“
In seiner Festansprache würdigte Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, das Weinbaudezernat als die zentrale weinbauliche Fachbehörde in Hessen, die seit 25 Jahren eine Vielzahl wichtiger Aufgaben bündelt und Verwaltung, Beratung und Wissenstransfer miteinander verbindet. „Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen brauchen unsere Betriebe eine moderne Verwaltung, die erreichbar ist, Orientierung gibt und gemeinsam mit der Praxis Lösungen entwickelt. Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Weinbaudezernats für die Zukunft, dass sie unseren Weinbaubetrieben weiterhin mit ihrer hohen fachlichen Kompetenz und der großen Verlässlichkeit als starker Partner und Impulsgeber für einen zukunftsfähigen Weinbau in Hessen zur Seite stehen.“
Eltvilles Bürgermeister Patrick Kunkel überbrachte die Glückwünsche der Stadt und hob die enge Verbindung zwischen Stadt und Weinbaudezernat hervor. Er sprach über die gravierenden Folgen des Klimawandels für den Weinbau und die damit einhergehenden Zukunftsaufgaben für alle Beteiligten. Kunkel bezeichnete das Weinbaudezernat als „Kompetenzstandort für ganz Hessen“.
Peter Seyffardt, Präsident des Rheingauer Weinbauverbands e. V., sprach über die Zusammenarbeit zwischen Verband und Weinbaudezernat. Er erwähnte die wichtige Bedeutung der Fachbehörde. „Manchmal erkennt man erst mit zeitlicher Verzögerung die Sinnhaftigkeit mancher Entscheidungen“, gab er einen Einblick in die Praxis und lobte: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben immer ein offenes Ohr für die Winzerschaft.“
Charlotte Freiberger-Rabold, Vorstandsmitglied Weinbauverband Hessische Bergstraße e. V., überbrachte die Glückwünsche von der Hessischen Bergstraße. „Wir sind dankbar, mit dem Weinbaudezernat einen verlässlichen Partner an unserer Seite zu haben“, sagte sie. Freiberger-Rabold erwähnte viele fachliche Themen und Aufgaben, die die Arbeit der Winzerinnen und Winzer unmittelbar betreffen.
Das Weinbaudezernat wurde im Jahr 2001 eingerichtet. Mit der Bündelung der staatlichen Aufgaben rund um den Weinbau entstand eine landesweit zuständige Fachbehörde, die seitdem die hessischen Anbaugebiete betreut. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Umsetzung weinrechtlicher Vorgaben, die Verwaltung von Förderprogrammen, die Durchführung hoheitlicher Verfahren sowie die fachliche Begleitung der Weinbaubetriebe.
Ein Blick in die Vergangenheit:
In den vergangenen 25 Jahren hat das Weinbaudezernat den hessischen Weinbau durch zahlreiche Hochs und Tiefs begleitet. Ob ungewöhnlich hohe Temperaturen, Spätfröste, Trockenperioden oder der Befall durch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten, das Dezernat stand den hessischen Winzerinnen und Winzern mit fachlicher Unterstützung zur Seite.
Gleichzeitig hat sich der Standort in Eltville kontinuierlich weiterentwickelt. Von der Einführung des Wetterfaxes im Jahr 2001 über den Sachkundekurs Pflanzenschutz, an dem bislang rund 1.300 Personen teilgenommen haben, bis hin zur Neuentwicklung der Weinbaukartei wurden Service und Verwaltungsverfahren kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit den Weinbaubetrieben, den Verbänden und weiteren Partnern zu einem wichtigen Erfolgsfaktor geworden.
Beim anschließenden Sektempfang nutzten Gäste und Gastgeber die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass das Weinbaudezernat seit einem Vierteljahrhundert eine verlässliche Konstante für den hessischen Weinbau ist und auch künftig eine wichtige Rolle bei dessen Weiterentwicklung spielen wird.
Hintergrund: Zur Historie des Weinbau-Dezernats
1923 hat die Landwirtschaftskammer Hessen-Nassau das Grundstück in der Walluferstraße 19 gekauft. Ziel war es, ein Lehrweingut zu Schulungszwecken zu schaffen. 1954 wurde dort ein Gebäude für den Schulbetrieb errichtet. Daneben wurde ein Weinlabor installiert, in dem die Reife der Trauben sowie Weinparameter ermittelt und Schädlinge untersucht werden.
Im Zuge der Neuorganisation der landwirtschaftlichen Verwaltung in Hessen wurde die Landwirtschaftskammer 1969 aufgelöst und durch ein Amt mit angeschlossener Schule ersetzt. Gleichzeit war die Reblaus-Bekämpfung von der Hochschule Geisenheim an das neue Weinbauamt übertragen worden. Deshalb wurde dort ein weiteres Gebäude errichtet.
Bis Ende der 1980er Jahre betrieb das Amt mit seiner Schule in den Gemarkungen rund um Eltville selbst Weinbau zu Versuchszwecken. Später wurden die Flächen verkauft bzw. die Pachtverträge beendet. Im Jahr 2000 wurde die Weinbauschule aufgelöst, das Landesamt in der Folge ebenfalls. Die Zuständigkeit für den hessischen Weinbau ging zum 1. Januar 2001 auf das Regierungspräsidium Darmstadt über. Der Sitz in Eltville blieb bestehen.
Link: https://rp-darmstadt.hessen.de/
Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt

