Biologe kartiert betroffenes Gebiet in Meerholz / Koordinierte Aktion auf öffentlichen und privaten Flächen wird vorbereitet
Professionelle Unterstützung im Kampf gegen die Insektenplage: Im Auftrag der Stadt Gelnhausen hat Biologe Dr. Michael Haas vom Institut für Schädlingskunde in Rödermark das vom Befall der Großen Drüsenameise betroffene Gebiet im Meerholzer Oberdorf untersucht und kartiert. Derweil bereitet die Stadt unter Hochdruck eine koordinierte Aktion auf öffentlichen und privaten Flächen vor.
Die Ausbreitung der potenziell invasiven Großen Drüsenameise in Meerholz stellt eine erhebliche Belastung für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner dar. Die Stadt Gelnhausen arbeitet deshalb mit Hochdruck an einer Lösung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauamts haben unter anderem die örtlichen Bodenverhältnisse untersucht. Zudem hat der städtische Umweltbeauftragte Jürgen Koch eine Vorkartierung erarbeitet, in der die bislang bekannten betroffenen Bereiche erfasst wurden.
Mit der professionellen Kartierung durch Dr. Michael Haas ist jetzt ein weiterer wichtiger Schritt erfolgt. „Wir planen eine koordinierte Aktion zur Bekämpfung der Großen Drüsenameise in Meerholz“, informiert Bürgermeister Christian Litzinger (CDU). „Dafür müssen wir möglichst genau wissen, wie weit sich die Tiere bereits ausgebreitet haben und wo die Grenzen des befallenen Gebiets verlaufen.“
Denn die Bekämpfung soll möglichst von außen nach innen erfolgen. „Wir wollen verhindern, dass die Ameisen lediglich in bislang nicht betroffene Bereiche verdrängt werden und sich so weiter ausbreiten können. Deshalb ist die genaue Kartierung so wichtig“, betont Umweltbeauftragter Jürgen Koch.
Dafür hat Biologe Dr. Michael Haas vom Institut für Schädlingskunde in Rödermark die Straßen, Grünflächen und angrenzenden Bereiche einer genauen Untersuchung unterzogen und nach Nestern und möglichen natürlichen Barrieren gesucht. Der Fachmann hat auffällige Stellen dokumentiert und die dort vorkommenden Ameisen bestimmt. Auf Basis der Untersuchung erstellt er nun einen fachlichen Bericht über die Ausdehnung des Befalls. Die Ergebnisse sollen zeitnah vorliegen.
Die Kartierung erfüllt dabei gleich mehrere Zwecke. Sie soll nicht nur eine gezielte Bekämpfung ermöglichen, sondern der Stadt auch dabei helfen, betroffene Anwohnerinnen und Anwohner gezielt anzusprechen. Zugleich liefert sie eine wichtige Bestandsaufnahme, anhand derer sich künftig besser beurteilen lässt, ob und wie sich die Große Drüsenameise weiter ausbreitet.
Die Ergebnisse der Kartierung sollen bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 14. September vorgestellt werden. Der Termin findet bewusst nach den Sommerferien statt, damit möglichst viele Menschen teilnehmen können. In der Veranstaltung will die Stadt die Bürgerinnen und Bürger umfassend über den aktuellen Stand sowie über geeignete Verfahren informieren, mit denen auch auf privaten Flächen gezielt gegen die Ausbreitung der Tiere vorgegangen werden kann.
Die Stadt erprobt bereits seit Längerem verschiedene Möglichkeiten, um die Große Drüsenameise in Meerholz zumindest einzudämmen. Dabei ist ein sensibles Vorgehen erforderlich, da sich der betroffene Bereich in einem Wasserschutzgebiet befindet. Zudem sollen Risiken für Kinder, Haustiere und andere Tiere vermieden werden. Deshalb soll auf den Einsatz von Giften verzichtet werden. Im Fokus stehen daher insbesondere Heißwassermethoden. Bei der Informationsveranstaltung am 14. September wird ein Fachmann der Stadtwerke Offenbach über die dortigen Erfahrungen mit dem Heißwasserverfahren berichten.
Stadt wird schon vor Informationsveranstaltung aktiv
Die Stadt will jedoch nicht bis September warten, um weitere Schritte einzuleiten. „Bereits jetzt holen wir Angebote für die Anschaffung geeigneter Geräte ein, mit denen wir gezielt gegen die Ameisen vorgehen werden“, sagt der Rathauschef. Sobald sie über die nötige Ausrüstung verfügt, will die Stadt unmittelbar auf öffentlichen Flächen mit der Bekämpfung der Insekten beginnen. Und: Auf Wunsch der Besitzer wird die Stadt auch auf privaten Grundstücken tätig werden, sofern eine Einverständniserklärung vorliegt.
Nach den Ergebnissen der bereits abgeschlossenen Vorkartierung betrifft der Befall derzeit rund zehn Straßen auf einem etwa 12 Hektar großen Gebiet im Meerholzer Oberdorf. Das Bauamt hat in diesem Bereich auch den Zustand der Straßen im betroffenen Gebiet erfasst. Schäden an weiterer Infrastruktur wie Stromkästen, Ampelanlagen oder Straßenlaternen sind bislang nicht festgestellt worden. „Natürlich behalten wir unsere Infrastruktur sorgfältig im Blick. Noch wichtiger sind aus unserer Sicht aber die Folgen für die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner“, betont Bürgermeister Christian Litzinger. „Sie können sich darauf verlassen, dass wir sie in dieser Situation nicht alleine lassen. Wir lassen nichts unversucht, um die Situation für die betroffenen Menschen in Meerholz zu verbessern und das gesamte Stadtgebiet vor der Ausbreitung der Großen Drüsenameise zu schützen. Dabei werden wir Erfahrungen sammeln müssen. All das ist auch für die Stadt ein Lernprozess, den wir gemeinsam mit den Betroffenen und mit fachlicher Unterstützung beschreiten wollen.“
Quelle: Stadt Gelnhausen

