Im Rahmen ihrer Gespräche mit den Kommunen des MainKinzig-Kreises besuchten die Vorstandsmitglieder der Energiegenossenschaft MainKinzigtal eG, Josef Keller und Bernward Vierheilig, Bürgermeister Waldemar Gogel im
Freigerichter Rathaus.
Seitens der Gemeinde nahmen neben Bürgermeister Waldemar Gogel auch der
Klimamanager Nicolai Schuck an dem Gespräch teil.
Ziel des Besuchs war es, den Gesprächskanal zwischen der Gemeinde Freigericht und
der Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG zu eröffnen und Möglichkeiten einer
zukünftigen Zusammenarbeit auszuloten. Nach einer kurzen Vorstellung der
Genossenschaft durch Josef Keller und Bernward Vierheilig entwickelte sich ein offener
und konstruktiver Austausch über aktuelle Herausforderungen und Chancen der
Energiewende.
Josef Keller stellte die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG vor, die seit inzwischen
16 Jahren erfolgreich im Main-Kinzig-Kreis tätig ist. Die Genossenschaft zählt heute
rund 500 Mitglieder und verfolgt das Ziel, Bürgerinnen und Bürger unmittelbar an
Projekten der erneuerbaren Energien zu beteiligen. Mit ihren Projekten leistet sie einen
wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung
möglichst in der Region verbleibt.
Einen breiten Raum nahm dabei das geplante Windkraftprojekt Sülzert ein. Alle
Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass sich die Rahmenbedingungen für neue
Windenergieprojekte in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert haben. Neben
einer ungünstigeren Windertragssituation beim Projekt Sülzert erschweren insbesondere
die sinkenden Vergütungssätze nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine
wirtschaftliche Realisierung. Ein Windenergieprojekt kann nur dann erfolgreich
umgesetzt werden, wenn ein langfristig wirtschaftlicher Betrieb gewährleistet ist.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Nutzung gemeindeeigener Gebäude
für Photovoltaikanlagen. Ziel ist es, den dort erzeugten Solarstrom möglichst direkt in
den jeweiligen Gebäuden zu verbrauchen und damit den Anteil erneuerbarer Energien
an der kommunalen Stromversorgung deutlich zu erhöhen. Dadurch wird die
Eigenversorgung gestärkt und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz
geleistet.
Ergänzend wurde über die Installation von Wallboxen sowie gegebenenfalls auch
Schnellladesäulen auf nahegelegenen Parkplätzen gesprochen. Damit könnte der vor
Ort erzeugte Strom sinnvoll genutzt und die Elektromobilität in Freigericht weiter
ausgebaut werden.
Josef Keller sprach in diesem Zusammenhang die derzeit hohen Netznutzungsentgelte
an. Diese erschweren es, lokal erzeugten Strom wirtschaftlich an anderen Standorten zu
vermarkten. Umso wichtiger sei es, den Eigenverbrauch zu erhöhen und neue
gesetzliche Möglichkeiten für die regionale Nutzung erneuerbarer Energien zu schaffen.
Klimamanager Nicolai Schuck übergab den Vertretern der Energiegenossenschaft eine
Übersicht gemeindeeigener Immobilien, bei denen die Errichtung von
Photovoltaikanlagen grundsätzlich in Betracht kommen könnte. Die
Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG wird diese Gebäude nun hinsichtlich ihrer
technischen und wirtschaftlichen Eignung prüfen und der Gemeinde anschließend
entsprechende Vorschläge unterbreiten.
Ein weiteres wichtiges Gesprächsthema war die neue gesetzliche Möglichkeit des
Energy Sharing. Diese eröffnet die Chance, Stromüberschüsse aus privaten oder
genossenschaftlichen Erzeugungsanlagen innerhalb einer Gemeinschaft an andere
Bürgerinnen und Bürger weiterzugeben. Gerade für Photovoltaikanlagen, deren EEGFörderung ausgelaufen ist, könnte dies künftig eine attraktive Möglichkeit sein, den
erzeugten Strom zu wirtschaftlich besseren Konditionen zu vermarkten. Ebenso eröffnet
Energy Sharing langfristig die Perspektive, Strom von einer Photovoltaikanlage auf
einem gemeindeeigenen Gebäude auch an anderen kommunalen Liegenschaften zu
nutzen und damit die lokale Energieversorgung effizienter zu gestalten.
Das Gespräch verlief in einer sehr offenen, vertrauensvollen und konstruktiven
Atmosphäre. Bürgermeister Waldemar Gogel, Klimamanager Nicolai Schuck sowie
Josef Keller und Bernward Vierheilig waren sich einig, den begonnenen Dialog
fortzusetzen und bei geeigneten Projekten eine Zusammenarbeit zwischen der
Gemeinde Freigericht und der Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG anzustreben.
Gemeinsam soll geprüft werden, wie die Energiewende vor Ort wirtschaftlich, bürgernah
und nachhaltig gestaltet werden kann.
Mit dem Besuch unterstreicht die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG ihren
Anspruch, auch künftig ein verlässlicher Partner der Kommunen im Main-Kinzig-Kreis zu
sein. Bürgerbeteiligung, regionale Wertschöpfung und die gemeinsame Entwicklung
wirtschaftlich tragfähiger Projekte sollen dabei auch in Zukunft im Mittelpunkt stehen.
Quelle: Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG

