In der Woche vor den Osterferien wurde es auf dem Pausenhof der Kopernikusschule Freigericht nicht nur bunter, sondern auch deutlich: Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus setzte die Schulgemeinde ein sichtbares Zeichen für Respekt, Vielfalt und ein Miteinander ohne Ausgrenzung. Das Besondere an der Aktion: Sie fand bewusst in der Pause statt – genau dort, wo Schule lebt und wo möglichst viele Schülerinnen und Schüler erreicht werden können.
Auf dem Schulgelände entstanden Infostände, die unterschiedliche Formen von Diskriminierung thematisierten – von Rassismus über Ausgrenzung aufgrund von Religion, Herkunft oder Sprache bis hin zu weiteren verletzenden Zuschreibungen. Wer vorbeikam, konnte sich informieren, ins Gespräch kommen und Fragen stellen – niedrigschwellig, offen und mitten im Schulalltag.
Zwei kreative Mitmachaktionen machten die Haltung der Schule anschließend wortwörtlich sichtbar. Bei der ersten Aktion sprühten Schülerinnen und Schüler positive Botschaften auf den Pausenhof: kurze Sätze, Mutmacher, Zeichen des Zusammenhalts. Der Ort, an dem sonst gelaufen, gespielt und geredet wird, wurde so zur Leinwand für ein gemeinsames Statement: Wir wollen eine Schule, in der jede und jeder dazugehört.
Noch eindrucksvoller wirkte die zweite Aktion: Unter dem Motto „Stopp gegen Rassismus“ setzten die Jugendlichen bunte Handabdrücke – als farbiges, gemeinsames Stoppschild. Grundlage war eine vorangegangene Befragung: Schülerinnen und Schüler hatten berichtet, welche rassistischen Beleidigungen sie bereits mitbekommen haben – als betroffene Person oder als Unterstützerin bzw. Unterstützer („Ally“). Diese Aussagen wurden anonymisiert aufgehängt, um sichtbar zu machen, was sonst oft im Verborgenen bleibt. Anschließend konnten die Zettel symbolisch mit Farbe überdeckt werden – ein starkes Bild: Nicht wegschauen, sondern widersprechen. Nicht schweigen, sondern handeln.
Unterstützt und mitgetragen wurde die Aktion von der Schülervertretung (SV) und der Streitschlichter-AG, die sich aktiv beteiligten, Gespräche begleiteten und mit dafür sorgten, dass aus einer Pause ein Moment der Gemeinschaft und Verantwortung wurde. So entstand eine Woche, die mehr war als ein Termin im Kalender. Die bunten Spuren auf dem Hof bleiben als sichtbare Erinnerung: Vielfalt ist Stärke – und Rassismus hat an unserer Schule keinen Platz.
Quelle: Thorsten Weitzel

