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OB-Barometer 2026: Finanznot und Wirtschaftssorgen dominieren kommunale Agenda

OB-Barometer des Difu: Finanzen bleiben auch 2026 wichtigstes Thema der Städte. Wirtschaft und Arbeitsmarkt gewinnen an Bedeutung, die Unterbringung von Geflüchteten verliert für Kommunen an Dringlichkeit. Herausforderungen durch Demokratieskepsis und Rechtspopulismus größer.

Kommunalfinanzen bleiben mit Abstand größte Herausforderung

Berlin. Die Kommunalfinanzen bleiben das aktuell wichtigste Handlungsfeld der (Ober)Bürgermeister:innen (OBs) in Deutschland. Vor dem Hintergrund des kommunalen Finanzierungsdefizits gewinnt das Thema 2026 weiter an Bedeutung: Für fast vier Fünftel der befragten Stadtspitzen ist es die dringendste Aufgabe. Mit deutlichem Abstand folgen die Themen Wohnungsbau (36 %) und Stärkung der Wirtschaft (35 %).

Die anhaltend schwierige konjunkturelle Lage, eine vielerorts schrumpfende Industrie sowie die Verlagerung und der Abbau von Arbeitsplätzen erhöhen zugleich den Handlungsdruck auf kommunaler Ebene. Entsprechend gewinnt die Wirtschaftsförderung deutlich an Bedeutung und liegt nun vor dem Thema „Klimaschutz, Energiepolitik, Nachhaltigkeit und Wärmewende”.

„Unsere aktuellen Umfrageergebnisse aus dem OB-Barometer 2026 und auch die Zahlen des Arbeitskreises Steuerschätzungen, die für Städte und Gemeinden weitere erhebliche Verluste bei den Steuereinnahmen zeigen, machen deutlich, dass wir ernsthaft und zügig über eine Neuordnung der föderalen Finanzordnung sprechen müssen”, kommentiert Difu-Institutsleiter Prof. Dr. Jochen Monstadt die Ergebnisse.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gewinnen an Gewicht

Häufiger als in den Vorjahren nennen die OBs auch die Themen Smart City, Digitalisierung sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Dahinter steht unter anderem die Erwartung, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und Bürokratie durch digitale Lösungen zu reduzieren.

Demografischer Wandel rückt stärker in den Fokus

Erstmals zählt die demografische Entwicklung zu den wichtigsten aktuellen und künftigen Handlungsfeldern der Städte. Besonders die Herausforderungen für Gesundheitsversorgung und Pflege werden hervorgehoben. Vor allem die ostdeutschen Stadtspitzen sehen hier wachsenden Handlungsbedarf.

2026 wird von den OBs erstmalig das Themenfeld Katastrophenschutz, Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement genannt. 13 % der OBs sehen es als wichtige Herausforderung. Dies spiegelt die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Entwicklungen auf die kommunale Ebene wider.

Auch mittelfristig keine Entspannung in Sicht

Eine schnelle Verbesserung der Lage erwarten die Kommunen nicht. Finanzen und Haushaltskonsolidierung bleiben auch mit Blick auf die kommenden fünf Jahre laut OBs das dominierende Thema (64 %). Es folgen die Stärkung der Wirtschaft (32 %) und der Wohnungsbau (30 %).

Zugleich gewinnt die Stärkung der Innenstädte wieder an Bedeutung. Die unsichere Zukunft vieler Warenhäuser, Leerstände im Einzelhandel sowie sinkende Besucher:innenzahlen in zahlreichen Innenstädten verdeutlichen die Herausforderungen. Hinzu kommt, dass mehrere Förderprogramme für Innenstädte inzwischen ausgelaufen sind oder in diesem Jahr auslaufen.

Demgegenüber verlieren die Themen Klimaanpassung, Nachhaltigkeit und Klimawandel im Vergleich zu den Vorjahren weiter an Bedeutung.

Unterbringung von Geflüchteten verliert an Dringlichkeit

Beim Thema Unterbringung von Geflüchteten setzt sich der bereits 2025 beobachtete Trend fort. Nur noch 43 % der Kommunen bewerten die Situation als erhebliche Herausforderung; im Vorjahr waren es noch fast 60 %. Die rückläufigen Asylantragszahlen führen vielerorts zu einer Entlastung. „Die wichtigen Aufgaben, ausreichend Wohnraum bereitzustellen, ausreichend Infrastruktur in den Bereichen Kita und Schule zu schaffen sowie Integration zu unterstützen und zu begleiten, bestehen allerdings weiterhin fort”, betont Difu-Wissenschaftlerin Dr. Beate Hollbach-Grömig.

Finanzielle und demografische Herausforderungen prägen die Perspektiven

Wie bereits im Vorjahr wird die kommunalpolitische Diskussion 2026 vor allem durch die Finanzlage bestimmt, und keine Kommune erwartet eine schnelle Verbesserung der Situation – im Gegenteil. Gleichzeitig wächst die Sensibilität für die Folgen des demografischen Wandels – finanziell, wirtschaftlich und infrastrukturell.

Die Herausforderungen werden von Kommunen aller Größenordnungen so wahrgenommen. Die Einschätzungen der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister unterscheiden sich – wie bereits in den Vorjahren – nur gering zwischen Bundesländern und Stadtgrößen.

Alle Details und Charts in der virtuellen Pressemappe: http://www.difu.de/19647

Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)

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