Die Verabschiedung des neuen Hessischen Waldgesetzes (HWaldG) durch den Landtag eröffnet der Kurstadt Bad Orb eine historische Chance im Kampf gegen die geplante Windindustrialisierung auf dem Horstberg. Bürgermeister Tobias Weisbecker kündigt an, die neuen rechtlichen Instrumente vollumfänglich zu nutzen, um die betroffenen Waldflächen alternativ zur Windvorrangfläche offiziell als “Kur- und Heilwald” ausweisen zu lassen.
„Der Wald ist das wichtigste Kapital unserer Kurstadt“, betont Bürgermeister Tobias Weisbecker. „Mit dem neuen Waldgesetz hat uns das Land Hessen ein geeignetes Werkzeug an die Hand gegeben, um unsere Identität zu schützen. Unser Wald soll langfristig Kurwald bleiben und Heilwald werden: ein Raum der Ruhe, Erholung und Gesundheitsförderung – und kein Industriestandort für Windkraftanlagen“
Das novellierte Hessische Waldgesetz beinhaltet einen neuen geschaffenen Paragraphen.13c Abs. 2. Dieser Passus ermöglicht es hessischen Kommunen, die den Namenszusatz „Bad“ tragen, offiziell zu beantragen, dass ihre Waldflächen besonders geschützt und als „Kurwald“, „Heilwald“ oder „Kur- und Heilwald“ deklariert werden. Die Konsequenz dieses Schutzstatus ist für die Abwehr des Windparks von enormer Bedeutung: Gemäß des neuen HWaldG bedürfen Maßnahmen der Waldumwandlung – wie etwa die Rodung für den Bau von gigantischen Windkraftanlagen – in einem ausgewiesenen Kur- oder Heilwald zwingend der vorherigen, formellen Aufhebung dieser Schutzerklärung durch die obere Forstbehörde.
„Wir fordern die Forstbehörden und das Land Hessen auf, unseren rechtmäßigen Anspruch auf diesen Schutzstatus für den Horstberg umgehend anzuerkennen“, so Weisbecker. Ein zertifizierter Kur- und Heilwald erfordert nach den strengen Kriterien (BayKK KuH) absolute Ruhe mit Geräuschpegeln von maximal 35 dB(A) und ist mit den Lärm- und Infraschallemissionen sowie der massiven optischen Bedrängung durch Windkraftanlagen absolut unvereinbar, wie aktuelle universitäre Gutachten zweifelsfrei belegen.
Die Stadt Bad Orb stützt sich bei dieser Forderung auf ein starkes demokratisches Fundament: Beim Bürgerentscheid am 15. März beauftragten 68,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler den Magistrat, alle rechtlichen und tatsächlichen Mittel zur Verhinderung des Windparks auszuschöpfen. Bad Orb treibt die Vision “Kurortmedizin 3.0” und das Projekt “Cura Silva” voran, um sich als erstes Waldheilbad Hessens und internationales Zentrum für Waldtherapie zu etablieren.
„Vor wenigen Wochen bekamen wir wieder das Gütesiegel Heilbad und Windräder heilen nicht“, stellt Weisbecker heraus. Die Stadt lasse sich auch nicht von leeren finanziellen Versprechungen. Ørsted sei verkauft worden, heiße inzwischen Perigus. Die handelnden Personen seien aber offenbar dieselben geblieben und verweigerten aktuell den weiteren Austausch.
„Die Bürgerinnen und Bürger haben entschieden: Kein Platz für Windkraft auf dem Horstberg, Bad Orb soll zu 100 Prozent Heilbad bleiben“, resümiert Weisbecker. „Wir werden für unsere Natur und den Heilwald kämpfen und gehen davon aus, dass die Landesregierung ihr eigenes neues Waldgesetz ernst nimmt und Bad Orb diese nachhaltige Zukunftsperspektive ermöglicht“.
Quelle: KURSTADT BAD ORB

