Mittwoch, April 29, 2026
Bericht einreichen
Werbung schalten
StartMKKEuropäisches Parlament beschließt Regeln gegen illegalen Handel mit Hunden und Katzen

Europäisches Parlament beschließt Regeln gegen illegalen Handel mit Hunden und Katzen

Das Europäische Parlament stimmte heute den ersten EU-weiten Mindeststandards für das Wohl von Hunden und Katzen zu. Die neuen Regeln sollen den illegalen Handel mit den Tieren eindämmen, den Tierschutz stärken und Verbraucherinnen und Verbraucher besser schützen.

Sebastian Everding begrüßt die EU-Verordnung:

„Mit dieser Einigung bringen wir endlich Licht in das zugewucherte Dickicht des illegalen Tierhandels. Die verpflichtende Kennzeichnung sorgt dafür, dass Tiere nicht länger spurlos verschwinden. Und sie stärkt den Schutz vor Missbrauch durch illegale Zucht und Handel.”

Die Verordnung führt erstmals EU‑weit einheitliche Standards für Zucht, Haltung und Verkauf ein. So müssen Züchterinnen und Züchter alle verkauften Hunde und Katzen mit Mikrochips versehen. Später gilt diese Pflicht auch für privat gehaltene Tiere. Importe aus Drittstaaten müssen künftig vergleichbare Tierschutz- und Rückverfolgbarkeitsstandards erfüllen. Ziel ist es, illegale Zuchtstrukturen aufzubrechen und die Rückverfolgbarkeit von Tieren deutlich zu verbessern.

Sebastian Everding kritisiert jedoch Übergangsfristen von bis zu 15 Jahren sowie mehrere Ausnahmen, etwa für Versuchstiere, kleine Züchterinnen und Züchter oder Katzen auf Bauernhöfen:

„Manche Stellen in der Einigung bleiben noch undurchdringliches Unterholz, das mit künftigen Regeln entfernt werden muss. Die Ausnahmen für Tiere in klinischen Studien, für kleine Zuchtstätten und für Straßenhunde verweigern den Schutz, den viele Tiere dringend brauchen.”

Hintergrund:
In der EU leben 73 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen, etwa 44 Prozent der EU‑Bürgerinnen und ‑Bürger besitzen laut Eurobarometer 2023 ein Haustier. Der wachsende Handel mit den Tieren – inzwischen 1,3 Milliarden Euro jährlich – führt bei stark unterschiedlichen nationalen Standards zu nachweislich schlechten Haltungsbedingungen und illegalem Tierhandel. Deshalb schlug die EU-Kommission Ende 2023 neue einheitliche Mindeststandards für den Tierschutz vor. Trotz erster europaweiter Mindeststandards für Zucht, Haltung und Verkauf von Hunden und Katzen, der Einführung einer verpflichtenden Mikrochip‑Kennzeichnung sowie strengeren Regeln für Importe und Online‑Verkäufe enthält die neue EU‑Regelung Lücken. Zwar verbessert sie den Tierschutz, erhöht die Rückverfolgbarkeit der Tiere und stärkt den Kampf gegen illegalen Handel, doch lange Übergangsfristen verzögern die Wirkung erheblich. Verkaufte Hunde und Katzen müssen erst vier Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung gechipt werden, alle gehaltenen Hunde in zehn und Katzen erst in 15 Jahren. Zudem schwächen zahlreiche Ausnahmen – etwa für Versuchstiere, kleine Züchterinnen und Züchter oder Katzen auf Bauernhöfen – den Schutz. Auch die Möglichkeit nationaler Sonderregelungen für die Tötung von Tieren gefährdet Jagd‑ und Arbeitstiere. Die Einigung lässt an entscheidenden Stellen noch Lücken, die künftige Reformen schließen müssen.

Bei Rückfragen steht Ihnen MEP Sebastian Everding jederzeit gern zur Verfügung.

Quelle: Sebastian EVERDING

Ähnliche Artikel
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -

Am beliebtesten