Bad Soden-Salmünster zählt beim Ausbau der Photovoltaik in Hessen zu den besonders starken Kommunen. Das belegt der aktuelle Steckbrief „Erneuerbare Energieanlagen 2024″ der LEA LandesEnergieAgentur Hessen/Hessen Agentur auf Grundlage von Auswertungen des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (Stichtag 31.12.2024).
Zahlen, Daten, Fakten: Photovoltaik als tragende Säule vor Ort
Zum Stichtag 31.12.2024 sind in Bad Soden-Salmünster 1.021 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 25,36 MW erfasst. Windenergie ist im Stadtgebiet nicht installiert. Die PV-Anlagen speisten 2024 rund 14,68 GWh Strom ins Netz ein; zusätzlich weist der Steckbrief einen geschätzten PV-Selbstverbrauch von 4,09 GWh aus (insgesamt somit rund 18,77 GWh PV-Strommenge inklusive Eigenverbrauch).
Der Pro-Kopf-Vergleich zeigt die Einordnung innerhalb Hessens besonders deutlich: Bad Soden-Salmünster erreicht 1.849 kW Photovoltaik-Leistung je 1.000 Einwohner – Hessen insgesamt liegt nach dem LEA-Steckbrief 2024 (Stichtag 31.12.2024) bei 751 kW je 1.000 Einwohner.
Bundesweite Einordnung: überdurchschnittliche PV-Leistung pro Kopf
Für eine aktuelle bundesweite Einordnung kann auf die Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur zurückgegriffen werden, deren Auswertungen ebenfalls auf dem Marktstammdatenregister beruhen. Nach der aktuellen Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur (veröffentlicht November 2025) beträgt die bundesweit installierte Leistung für „Solare Strahlungsenergie” rund 95,8 GW. (dsc.bund.de)
Aus dieser Größenordnung ergibt sich – bezogen auf rund 83,6 Millionen Einwohner in Deutschland – eine bundesweite PV-Leistung von etwa 1.150 kW je 1.000 Einwohner. (Umweltbundesamt) Bad Soden-Salmünster liegt mit 1.849 kW je 1.000 Einwohner damit deutlich darüber.
Politische Einordnung: Ausbau mit Strategie statt Symbolik
Bürgermeister Dominik Brasch:
„Wir haben uns in Bad Soden-Salmünster klar zum Ausbau der erneuerbaren Energien bekannt. Das ist keine ideologische Debatte, sondern eine strategische Entscheidung – getragen von Zahlen, Daten und Fakten. Photovoltaik soll für unsere Stadt Standortvorteile schaffen, Unabhängigkeit stärken und perspektivisch unsere Ertragslage verbessern.”
Dabei verfolgt die Stadt einen klaren Entwicklungspfad: Nicht nur mehr Erzeugung, sondern künftig auch mehr lokale Nutzung. „Wir wollen die erzeugten Mengen stärker vor Ort verbrauchen – und perspektivisch über Sektorenkopplung auch für weitere Anwendungen nutzbar machen, etwa bei der Wärmeerzeugung. Das ist der nächste logische Schritt, wenn wir Ausbau in echten kommunalen Mehrwert übersetzen wollen”, so Brasch.
Nächste Projekte: kommunale Wertschöpfung erhöhen
Als nächster Meilenstein ist eine Photovoltaikanlage der Bad Soden-Salmünster Solarstrom GmbH in Katholisch-Willenroth vorgesehen; weitere Anlagen befinden sich in Planung. Mit der Solarstrom GmbH setzt die Stadt bewusst auf einen aktiven kommunalen Ansatz: selbst investieren, selbst betreiben und damit einen größeren Anteil der Wertschöpfung in der Kommune halten.
Kommunalpolitik mit Weitblick: Verantwortung für Gegenwart und Zukunft
Bürgermeister Dominik Brasch richtet seinen Dank an die Kommunalpolitik, die diesen Kurs von Beginn an unterstützt hat – und das ganz bewusst nicht als ideologische Geste, sondern als verantwortungsvolle Investitionsstrategie:
„Ich bin unserer Kommunalpolitik dankbar, dass sie diesen Weg von Beginn an mitgetragen hat. Dabei geht es uns um echte vor-Ort-Verantwortung. Als Flächenkommune haben wir die Chance, die dezentrale Energiewende konkret zu nutzen – über Freiflächen-Photovoltaik ebenso wie über systematischen Ausbau auf Dachflächen. Das ist nicht kurzfristige Symbolik, sondern langfristige Infrastrukturstrategie.
Das zeigt sich auch in unseren umfangreichen Investitionen in der Wasserversorgung und -entsorgung. Durch energieeffiziente Technologien und eigene Erzeugung sparen wir dort erhebliche Kosten – direkt zugunsten unserer Gebührenzahler. Gleichzeitig machen wir unsere kritische Infrastruktur resilienter. Das erfordert weitsichtige Entscheidungen und erhebliche Investitionen. Aber Geld, das wir heute strategisch in erneuerbare Energien, intelligente Infrastruktur und kommunale Unabhängigkeit stecken, zahlt sich langfristig aus – wirtschaftlich und für die Sicherheit unserer Daseinsvorsorge.”
Hinweis zur Datengrundlage
Der LEA-Steckbrief basiert auf Auswertungen des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur; ausgewiesen sind Anlagen und Leistungen zum Stichtag 31.12.2024 sowie Erzeugungs- und Eigenverbrauchsabschätzungen für 2024.
Quelle: Stadt Bad Soden-Salmünster


