Leserbrief zur politischen Lage in Bruchköbel
Die Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl am Donnerstag hat ein grundlegendes Problem sichtbar gemacht: Zwischen Bündnis 90/Die Grünen, FDP und SPD sind kaum noch programmatische Unterschiede erkennbar. Es entsteht der Eindruck eines deutlichen Profilverlusts – abgestimmt, harmonisiert, aber ohne klar unterscheidbare Handschrift. Ein „Weiter so …“ läuft auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hinaus. Fortschritt und Innovation bleiben dabei auf der Strecke. Wen wählen wir am 15.03. eigentlich? Eine „Einheits-Partei“, die Ampel – oder Parteien mit erkennbarem inhaltlichem Profil?
Die Podiumsdiskussion – Veranstalter war die Stadtverwaltung Bruchköbel – wurde von der wiedergewählten Bürgermeisterin der FDP eröffnet und von einem ehemaligen SPD-Bürgermeister moderiert. Auch die Themenwahl wirkte erkennbar auf die Bruchköbeler „Ampel“ zugeschnitten; kritische Perspektiven und grundsätzliche Alternativen kamen nur am Rande vor.
Die zentralen Herausforderungen wurden lediglich angerissen: ein Haushaltsdefizit von über 8 Millionen Euro, mögliche Erhöhungen der Grundsteuer sowie steigende Belastungen für Eigentümer und Mieter. Statt klarer Prioritäten dominierte der Hinweis auf Land, Bund und Kreis. Doch politische Verantwortung beginnt vor Ort – gerade in finanziell angespannten Zeiten.
Hinzu kommt die seit Jahren schleppende Stadtentwicklung – vom alten Bürgerhaus bis zum „Alten Rathaus“. Auch umfangreiche Anmietungen belasten langfristig den Haushalt. Verbindliche Zeitpläne oder strategische Gesamtkonzepte blieben aus.
Was folgte, war viel Eigenlob und wenig Zukunft. Einige Besucher gingen vorzeitig. Verständlich. Auch ich war enttäuscht – vor allem aber gelangweilt. Wo war die Vision für unser Bruchköbel? Wo der Mut zu klaren Prioritäten? Politik darf nicht nur verwalten, sie muss führen.
Und damit zum zweiten Teil des Titels: Quatsch mit Soße. Die präsentierten Handlungsoptionen wirkten technokratisch und wenig zukunftsgerichtet – kein strategischer Kompass, kein erkennbarer Plan und Gestaltungsanspruch für die kommenden Jahre.
Stattdessen wird weiterhin das Narrativ der „schlimmen Zeiten“ bemüht, als die CDU-Verantwortung trug. Dabei war es die CDU, die über vier Jahrzehnte hinweg die Stadtentwicklung maßgeblich und positiv geprägt hat – ein sichtbares Beispiel dafür ist das Stadthaus im Herzen unserer Stadt.
Am 15.03.2026 geht es um eine klare Entscheidung: Wählen wir politische Harmonisierung ohne erkennbaren Anspruch – “Ein weiter so …” – oder wieder unterscheidbare Politik mit Verantwortung, Richtung und Vision?
Quelle: Redaktion MKK Echo

