Die SPD Kreistagsfraktion Main-Kinzig zeigt sich irritiert über die jüngste Pressemitteilung der CDU zur Zukunft der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel. „Mit ihrem Wahlprogramm und Wahlflyer, in denen die CDU die Umwandlung der bestehenden Integrierten Gesamtschule (IGS) ankündigt, hat sie eine Diskussion angestoßen, die nicht nur unüberlegt, sondern auch ohne vorherige Abstimmung mit der Schulgemeinde, den Eltern und dem Schulträger Main-Kinzig-Kreis geführt wurde“, so die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion, Uta Böckel.
Die SPD Main-Kinzig lehnt eine Umwandlung der Heinrich-Böll-Schule ab. „Für uns ist die Schulform der Heinrich-Böll-Schule nicht verhandelbar. Sie steht als erfolgreich funktionierende Integrierte Gesamtschule für Vielfalt und Chancengleichheit und entspricht dem Wunsch vieler Eltern und Schülerinnen und Schüler, die sich eine Schule wünschen, die langfristig allen Bildungshorizonten gerecht wird. Die mittlerweile über 800 Unterzeichner der Online-Petition, die die Zukunft der IGS unterstützen, sind ein klares Zeichen, wie wichtig den Menschen in Bruchköbel und im Main-Kinzig-Kreis diese Schulform ist“, so Böckel weiter.
Die SPD stellt klar, dass die Umwandlung der Heinrich-Böll-Schule nicht auf ihre Agenda gehört: „Die CDU hat den Stein mit ihrer Ankündigung ins Rollen gebracht, während wir als Sozialdemokraten für eine breite Vielfalt schulischer Angebote und gegen eine einseitige Festlegung auf das dreigliedrige Schulsystem eintreten, das die CDU so vehement verteidigen möchte“, erklärt Julia Czech, Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung im Main-Kinzig-Kreis. Sie fügt hinzu: „Steigende Anmeldezahlen an den Integrierten Gesamtschulen, die den gymnasialen Bildungsgang abbilden und zum Abitur führen, bestätigen den Erfolg dieser Schulform. Diese Entwicklung zeigt, dass das Modell des längeren gemeinsamen Lernens bei Eltern und Schülern nach wie vor hoch im Kurs steht.“
SPD dankt Landrat Thorsten Stolz für klare Haltung
Die SPD-Kreistagsfraktion dankt Landrat Thorsten Stolz für seine klare und deutliche Position zugunsten der Integrierten Gesamtschulen im Main-Kinzig-Kreis. „Wir schätzen es sehr, dass sich der Landrat so eindeutig für den Erhalt und die Weiterentwicklung der IGS ausgesprochen hat. Besonders begrüßenswert ist, dass er die Rücknahme der geplanten Lehrerstundenkürzungen im Bereich der IGS gefordert hat. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Qualität des Bildungsangebots in unserem Kreis langfristig zu sichern“, so Böckel.
Schulfrieden – keine Ideologie, sondern Verantwortung für die Zukunft
Die SPD stellt klar: „Schulfrieden ist keine Ideologie, sondern eine Verpflichtung, die wir allen Schülerinnen und Schülern im Main-Kinzig-Kreis gegenüber haben. Nur durch eine ausgewogene und langfristig tragfähige Schulstruktur kann eine erfolgreiche Bildungspolitik auf kommunaler Ebene realisiert werden. Wir brauchen weiterhin Integrierte Gesamtschulen als gleichwertige Säule im Bildungssystem, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Talenten gerecht zu werden. Einseitige und ideologisch geprägte Forderungen, wie sie aktuell von der CDU zu hören sind, bringen uns nicht weiter und schaden der Bildungsvielfalt in unserem Kreis“, betont Czech.
Modernisierung der Heinrich-Böll-Schule: Fokus auf die Zukunftsfähigkeit des Standorts
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Diskussion ist die dringende Notwendigkeit der Modernisierung der Heinrich-Böll-Schule. „Die Heinrich-Böll-Schule muss unbedingt modernisiert werden. Und wir werden uns klar dafür einsetzen, dass die notwendigen Investitionsmittel bereitgestellt werden, um den Schulstandort zukunftsfähig zu machen“, so Czech weiter. Für die SPD ist die Frage, ob eine umfangreiche Sanierung oder ein Neubau der Heinrich-Böll-Schule erforderlich ist, zweitrangig. „Was für uns zählt, ist, dass an diesem Standort baulich etwas geschieht – dass die Heinrich-Böll-Schule auf einen zukunftsfähigen Stand gebracht wird. Ob dies durch eine Sanierung oder einen Neubau geschieht, ist eine Frage, die von Fachleuten und Planern geprüft werden muss. Wir brauchen hier einen sachlichen, nüchternen Blick auf die baulichen Gegebenheiten und die besten Lösungen für den Standort. Diese Herangehensweise ist im gesamten Kreisgebiet gelebte Praxis bei allen Schulinvestitionen“, so Böckel und Czech abschließend.
Fazit: Die SPD steht uneingeschränkt für den Erhalt der Heinrich-Böll-Schule als Integrierte Gesamtschule und fordert eine sachorientierte, langfristige Strategie für die Modernisierung der Schule und die Sicherstellung einer breiten Vielfalt im Bildungsangebot im Main-Kinzig-Kreis.
Quelle: Redaktion MKK Echo

