Sprache lernt man nicht nur aus Büchern – sondern besonders dort, wo sie lebt. Diese Erfahrung machten 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge R/G 8 und G9 der Kopernikusschule Freigericht beim diesjährigen Frankreichaustausch mit dem Collège Nicolas Untersteller in Stiring-Wendel. Begleitet wurden sie von Bérangère Roque und Inga Stadler, die gemeinsam mit den französischen Partnerinnen und Partnern ein abwechslungsreiches Programm ermöglichten.
Den Auftakt bildete eine sogenannte Drittortbegegnung in Metz. Dort traf die deutsche Gruppe erstmals auf die französischen Schülerinnen und Schüler – zunächst noch mit vorsichtiger Neugier, dann schnell mit wachsender Offenheit und vielen Gesprächen auf Deutsch, Französisch und manchmal auch mit Händen und Füßen. Gerade diese ersten Begegnungen zeigten, worum es bei einem Austausch wirklich geht: Hemmungen abbauen, einander kennenlernen und erleben, dass Verständigung weit über perfekte Grammatik hinausgeht. Zwei Tage lang erkundeten die Jugendlichen gemeinsam Metz, eine Stadt, in der französische Lebensart, Geschichte und moderne Kultur aufeinandertreffen. Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch des Centre Pompidou-Metz, dessen Architektur und Ausstellungen vielfältige Eindrücke boten. Auch bei der Stadterkundung konnten die Schülerinnen und Schüler Metz aus nächster Nähe erleben: Plätze, Gassen, Cafés und Sehenswürdigkeiten wurden gemeinsam entdeckt – und ganz nebenbei wurde die französische Sprache in echten Alltagssituationen angewendet.
Anschließend ging es weiter nach Stiring-Wendel, wo der Austausch noch persönlicher wurde. Am Collège Nicolas Untersteller wurden die Gäste aus Freigericht herzlich empfangen und erhielten Einblicke in den Schulalltag ihrer französischen Partnerinnen und Partner. Besonders spannend war dabei der Vergleich: Was ist ähnlich, was ist anders, wie läuft Unterricht in Frankreich ab – und wie fühlt es sich an, plötzlich selbst Gast an einer französischen Schule zu sein?
Ein Höhepunkt des Austauschs war das Leben in den Gastfamilien. Dort wurde aus dem schulischen Projekt eine echte interkulturelle Erfahrung. Beim gemeinsamen Essen, in Gesprächen am Abend oder bei kleinen Unternehmungen lernten die Schülerinnen und Schüler den französischen Alltag unmittelbar kennen. Viele stellten fest, dass man auch mit begrenztem Wortschatz erstaunlich viel sagen kann, wenn man neugierig, offen und mutig ist.
Quelle: Thorsten Weitzel

