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Gemeinsam die hausärztliche Versorgung verbessern

Begleitet und unterstützt durch den Main-Kinzig-Kreis: Biebergemünd, Bad Orb, Flörsbachtal und Jossgrund bereiten Gründung eines Zweckverbands vor

Main-Kinzig-Kreis. – Eine gute Nachricht für die Menschen in Bad Orb, Biebergemünd, Flörsbachtal und Jossgrund: Diese vier Kommunen bereiten die Bildung eines Zweckverbands zur interkommunalen Zusammenarbeit vor, mit dem Ziel, sowohl die hausärztliche, als auch die fachärztliche Versorgung in der Region langfristig zu sichern. Darin zeigten sich die Bürgermeister der betreffenden Kommunen einig, die sich kürzlich auf Einladung des Main-Kinzig-Kreises in Bad Orb getroffen haben. Ebenfalls eingeladen waren Interessierte aus dem Gesundheits- und Pflegebereich. Denn darum geht es dem Main-Kinzig-Kreis. „Wir helfen den Kommunen dabei, die ärztliche Versorgung in den nächsten Jahren zu stabilisieren und zu verbessern. Das heißt, dass wir die Akteure aus Politik und Medizin begleiten und zusammenbringen, um gute Lösungen auch umzusetzen“, erklärte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler.

Flörsbachtals Bürgermeister Frank Soer brachte es stellvertretend für die anderen Bürgermeister Tobias Weisbecker (Bad Orb), Matthias Schmitt (Biebergemünd) und Rainer Schreiber (Jossgrund) so auf den Punkt: „Die wohnortnahe medizinische Versorgung ist für unsere Kommunen sehr wichtig, gerade auch vor dem Hintergrund, dass sich eine Schieflage in einer Kommune automatisch auch auf die Versorgung in den anderen Kommunen negativ auswirkt, weil die Menschen dann natürlich in der Nachbarkommune versuchen, einen Arzttermin zu bekommen.“

Einen hohen Handlungsbedarf für die Spessartkommunen hat kürzlich die Versorgungsanalyse des Main-Kinzig-Kreises bestätigt. „In Bad Orb, Flörsbachtal, Biebergemünd und Jossgrund muss schnell reagiert werden, denn fast die Hälfte der dort niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen will innerhalb der nächsten zehn Jahre die Praxis aufgeben“, sagte Julia Fock, Koordinatorin für ärztliche Versorgung beim Main-Kinzig-Kreis. „Gleichzeitig ist die Nachfolge ungeklärt oder erweist sich als sehr schwierig zu regeln. Das betrifft vor allem Einzelpraxen im ländlichen Raum.“ Für die Analyse waren unter anderem Fragebögen an alle niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte verschickt worden – mit überraschend hohen Rücklaufquoten in diesen Kommunen, gerade im Spessart. „Das bedeutet, dass die Ärzteschaft sehr daran interessiert ist, die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig zu verbessern und zu sichern. Das ist eine sehr gute Ausgangslage“, stellte Julia Fock fest.

Ein wichtiges Element, um neue Ärztinnen und Ärzte für einen Praxisstandort zu begeistern, sind modern eingerichtete Praxisräume in Gemeinschaftspraxen oder Ärztehäusern. „Hier arbeiten die Kommunen eng zusammen und sind auch bereit, zu investieren“, stellte Tobias Weisbecker fest. So sollen an zwei Standorten in der Gemeinde Biebergemünd – am Gemeindezentrum „Grüne Mitte“ und in Bieber – Gesundheitszentren entstehen, in denen auch Patientinnen und Patienten aus den umliegenden Kommunen behandelt werden können. „Wir sind uns einig darin, dass wir nicht in Konkurrenz zueinander treten, sondern alle ein gemeinsames Ziel verfolgen und dabei Synergien nutzen wollen“, bekräftigte Frank Soer. „Durch den demografischen Wandel werden wir älter und haben dabei gleichzeitig einen höheren Bedarf an medizinischer Versorgung. Es ist eine große Herausforderung für die Kommunen, hier gute Anreize für Mediziner und Medizinerinnen zu schaffen, damit keine Versorgungsengpässe entstehen“, sagte Matthias Schmitt.

Bei der Frage, wie die Kommunen gemeinsam agieren können, erhalten sie Unterstützung von Karin Birkenbach von der Firma PQM. „Ziel ist es, ein Versorgungkonzept für die Sicherung einer bedarfsgerechten ambulanten ärztlichen Versorgung in der Region zu entwickeln. Das bedeutet, dass wir gemeinsam moderne Gesundheitsstrukturen aufbauen, um auf diese Weise eine nachhaltige, flächendeckende und wohnortnahe Gesundheitsversorgung zu schaffen. Dadurch sollen primär Hausärzte und gegebenenfalls weitere medizinische Versorger gewonnen werden“, so Karin Birkenbach. Die Firma PQM bietet den niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen eine umfängliche Unterstützung bei der Nachfolgeregelung sowie bei der Vorbereitung und Planung in der Übergangsphase. Sie hilft im Bedarfsfall auch bei der Kontaktaufnahme und begleitet und unterstützt interessierte Ärzte und Ärztinnen bei der Niederlassung oder Anstellung in der Region. Begleitet und unterstützt wird das Projekt von der Koordinationsstelle des Main-Kinzig-Kreises.

Der Main-Kinzig-Kreis unterstützt die Kommunen auch bei der Finanzierung der externen Dienstleistung im Rahmen der Richtlinie „Förderung der ärztlichen Versorgung“ und hat eine Fördersumme in Höhe von 24.000 Euro bewilligt. Weitere 50 Prozent werden von den Kommunen getragen.

Der aktuelle Planungsstand

Ein Gesundheitszentrum am Gemeindezentrum in Biebergemünd wird bereits gebaut. Die Gemeinde Biebergemünd mietet hierzu Räumlichkeiten an, die für Arztpraxen vorgesehen sind. Es finden bereits Gespräche mit potenziellen Hausärzten und Hausärztinnen statt. Die Räumlichkeiten können ausgestattet untervermietet werden. Ein weiteres, gemeindeeigenes Gesundheitszentrum in Biebergemünd-Bieber wird aktuell geplant und projiziert. Vielfältige Belegungen sollen hier möglich werden, mit dem ortsansässigen Hausarzt wurde bereits ein Vorvertrag vereinbart; avisiert wird außerdem die Errichtung einer Tagespflege. Angedacht sei, in einem „Multifunktionsraum“ am Standort in Bieber die Aus- und Weiterbildung für Ärzte und Ärztinnen sowie Medizinische Fachangestellte zu erleichtern. „Dort können aber auch Ernährungskurse, Diabetes-Schulungen und Hebammenkurse stattfinden. Bieber ist ein sehr wichtiger Standort, um auch die Patienten aus Jossgrund und Flörsbachtal zu versorgen“, so Birkenbach.

Ein solches Gesundheitszentrum könne auch für Bad Orb eine gute Lösung sein, wobei hier zusätzlich ein Fokus auf der fachärztlichen Versorgung liegt: Neurologie, Kinderärzte, Orthopädie. Auch in Flörsbachtal soll die wohnortnahe Versorgung weiterhin gelingen, etwa durch eine Zweigpraxis oder überörtliche Praxis von einem der Hauptstandorte in Biebergemünd oder Bad Orb aus. „Aktuell gilt es, die noch praktizierende Ärztin zu unterstützen und die Möglichkeit zu schaffen, die verschiedenen Standorte in dem Projekt besser miteinander zu verzahnen“, erläuterte Karin Birkenbach. In Jossgrund befindet sich der zweite Standort der überörtlichen Gemeinschaftspraxis aus Bad Orb. Der Standort soll erhalten bleiben.

„Die interkommunale Zusammenarbeit ermöglicht gemeinsame Marketingstrategien und Öffentlichkeitsarbeit. Die Kommunen haben auch die Möglichkeit, bei der Suche nach einem Haus, Bauplatz, Wohnung oder Kita-Platz zu unterstützen. Auch besteht die Möglichkeit, gemeinsam Fördermittel zu beantragen, um etwa die Praxen auszustatten. Das bedeutet, dass die finanziellen Hürden für interessierte Ärztinnen und Ärzte abgemildert werden können“, erklärte Julia Fock.

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Der Blick richtet sich aber auch auf Medizinstudierende an den Universitäten, die von der Firma PQM befragt wurden, um in Erfahrung zu bekommen, welche Medienformate geeignet sind, um die Zielgruppe der jungen Ärzteschaft zu erreichen und wo deren beruflichen Schwerpunkte liegen. Die Beteiligten waren sich einig: „Eine Zusammenarbeit unserer Kommunen ist sinnvoll und wir sind auf einem guten Weg und haben schon einige wichtige Hürden genommen.“

Die Bürgermeister stehen einer weiteren zukünftigen Zusammenarbeit ihrer Kommunen positiv gegenüber und planen derzeit, den politischen Gremien die Gründung eines Zweckverbands vorzuschlagen, damit passende Rahmenbedingungen für dauerhafte Kooperationsmöglichkeiten geschaffen werden.

Bildunterschrift: Unser Bild zeigt (von links): Bürgermeister Tobias Weisbecker (Bad Orb), Bürgermeister Matthias Schmitt (Biebergemünd), Karin Birkenbach (Firma PQM), Julia Fock (Ärztliche Koordinatorin beim Main-Kinzig-Kreis) und Bürgermeister Frank Soer (Flörsbachtal).

Quelle: Main-Kinzig Kreis

 

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