Erste Ansichten des Erweiterungsbaus der Hanauer Karl-Rehbein-Schule / Betrieb von Fronhof und Alte Kanzlei startet am 24. April
Der Erweiterungsbau der Karl-Rehbein-Schule am Schlossplatz in Hanau wirft seine Schatten voraus. Die vorbereitenden Maßnahmen sind bereits gestartet – nun gibt es erste Bilder des neuen, modernen Gebäudes, das sich harmonisch in sein historisches Umfeld einfügen wird.
Bei einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Struktur- und Umwelt, für Bauen und Energie, für Kultur, Schule und Sport, dem Ausländerbeirat sowie den Ortsbeiräten Großauheim/Wolfgang und Innenstadt stellten Sibylle Jesgarz, Leiterin des städtischen Eigenbetriebs Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM) und Ulrich Wagner, Geschäftsführer des Hanauer Planungsbüros CNK, den aktuellen Stand zum Erweiterungsbau von Hessens größtem Gymnasium vor.
Demnach wird das zweigeschossige Gebäude in einer modernen Architektursprache errichtet: Während sich der vordere, am Schlossplatz gelegene Teil mit seiner Fassade aus Sandstein und dem künftigen Haupteingang der Schule harmonisch in das historische Umfeld mit der Alten Kanzlei und der Stadthalle sowie Congress Park Hanau (CPH) einfügt, entsteht an diesen angeschlossen ein moderner Gebäudeteil. Eine besondere städtebauliche Qualität erhält das Ensemble durch eine gläserne Blickverbindung von der Münzgasse zum Fronhof, die bewusst in die Gestaltung in Form einer zentralen Halle im Gebäude integriert ist. „Wer künftig aus Richtung Münzgasse kommt, kann durch die Glasfassade der Schule sehen, wenn Veranstaltungen auf dem Fronhof stattfinden“, erklärte Jesgarz und andersherum sieht man bei Veranstaltungen in der „Wirtschaft im Hof“ Richtung Johanneskirche. Damit werde auf moderne Art die historisch belegte Fußverbindung zwischen Münzgasse und Fronhof wieder aufgenommen.
Nachhaltige Bauweise und funktionale Gestaltung
Der künftig von der Oberstufe genutzte Neubau wird eine Bruttogeschossfläche von knapp 3.000 Quadratmetern umfassen. In ihm entstehen 17 Klassenräume, Gruppenräume, ein Lehrerzimmer sowie ein Kiosk. Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle: Eine Dach- und Fassadenbegrünung sowie eine Photovoltaikanlage, die Teile des Strombedarfs deckt, sind ebenso vorgesehen wie eine effiziente Lüftungsanlage mit Wärmepumpe. Aufgrund der dafür benötigten technischen Anforderungen wird das Gebäude nun doch, entgegen ersten Planungen, teilweise unterkellert. Gleichfalls geht es hoch hinaus: Nach Fertigstellung können die Schülerinnen und Schüler eine Dachterrasse nutzen.
In den kommenden Monaten haben vor allem Archäologen auf der Baufläche zu tun. Weil diese im Gebiet der historischen Altstadt und vor allem der Teil hinter dem Haus des Handwerks nahe zur alten Stadtmauer liegt, wird es frühzeitig ab Juni bis Oktober Grabungen geben – abgestimmt mit dem Landesdenkmalamt und der Bodendenkmalpflege. „Erst vor kurzem wurden die Archäologen bei der Baumaßnahme am Johanneskirchplatz direkt um die Ecke fündig“, so IBM-Leiterin Sibylle Jesgarz. „Es ist sicher mit weiteren Funden auch im Fronhof zu rechnen.“
Nach Abriss des „Haus des Handwerks“ im Herbst dieses Jahres, beginnen die Arbeiten für den Neubau im Januar 2026. Voraussichtlich im April 2028 soll der Erweiterungsbau dann abgeschlossen sein. Nach Inbetriebnahme kann die Pestalozzischule an der Ramsaystraße wiederum die Räumlichkeiten, in denen aktuell noch Unterricht für Schülerinnen und Schülern der Karl-Rehbein-Schule stattfindet, wieder vollständig selbst nutzen. Platz, der gebraucht wird, da die Pestalozzischule von drei auf vier Züge mit Nachmittagsbetreuung erweitert und grundsaniert werden soll. „Da ist viel Bewegung in der Weiterentwicklung des Schulstandorts Hanau“, freut sich auch Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri. Der Erweiterungsbau unterstreiche mit seiner zum Schlossplatz liegenden historisch anmutenden Fassade die Bedeutung dieses Ortes. „Diese wollen wir auf jeden Fall erhalten“, so Bieri.
Gleichzeitig halte die Stadt auch weiterhin am langfristigen Ziel eines autofreien Schlossplatzes fest – die aktuell dort ausgezeichneten Parkplätze würden im Zuge der Bauarbeiten nach und nach wegfallen, bis letztendlich nur die Verbindung zwischen CPH und Nordstraße übrigbleibt. Den Anwohnerinnen und Anwohner stehen in den umliegenden Straßen aber noch Parkplätze zur Verfügung. Zudem gibt es die Möglichkeit des kostengünstigen Anwohnerparkens in den Parkbauten der Hanauer Parkhaus GmbH. Für 20 Euro im Monat ist dabei das Parken von Montag bis Freitag von 17 bis 9 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ganztägig möglich. „Wir haben außerdem noch ein paar Pläne für Park-Alternativen in der Schublade, die wir kurzfristig umsetzen könnten“, so Stadträtin Isabelle Hemsley. Durch diese könnten in Altstadt-Nähe weitere Parkplätze eingerichtet werden.
Betrieb von Alter Kanzlei und Fronhof bleibt erhalten
Während der Bauarbeiten in den kommenden Monaten und Jahren bleibt der Fronhof für Gastronomie und Veranstaltungen geöffnet, auch wenn sich die Fläche etwas verkleinert. Ziel der Stadt ist es hier, den urbanen Treffpunkt für Kultur und Märkte weiterzuentwickeln und auf die Alte Kanzlei sowie den Vorbereich auszuweiten. Aus diesem Grund stimmte der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einer Verlängerung des Dienstleistungsvertrags zum Betrieb und der Nutzung des Kanzleigebäudes durch die Hanau Marketing GmbH (HMG) zu.
„Durch die umliegenden Bau- und Abrissarbeiten wird sich der Fronhof ein bisschen verändern, aber nach wie vor eine hohe Aufenthaltsqualität haben“, sagt HMG-Geschäftsführer Daniel Freimuth. Vor dem alten Kanzleigebäude sind bereits erste Veränderungen hin zu einem attraktiven und vielfältig nutzbaren Außengelände zu sehen. Zudem ist das Erdgeschoss in den vergangenen Wochen renoviert worden – und kann ab Mai auch von Privatpersonen, Vereinen oder Initiativen gebucht werden. Mit dem Kanzlei-Club und der Kanzlei-Kneipe stehen dort zwei Räume für Veranstaltungen jeglicher Art zur Verfügung, zudem ist eine Vorbereitungsküche eingerichtet worden.
120 öffentliche Veranstaltungen, darunter 60 Konzerte und DJ-Auftritte, sind in diesem Jahr in Fronhof und Alter Kanzlei mit der Gastronomie „Wirtschaft im Hof“ geplant, unter anderem eine monatliche inklusive Disco, „Karaoke im Hof“ und neue Formate wie „Hanau talkt“ sowie „The act“, bei dem Malen und Musik miteinander verbunden werden. „Trotz einiger umbaubedingter Veränderungen, wird die Stadt Hanau den Bürgerinnen und Bürgern hier weiterhin ein buntes Programm bieten können“, so Freimuth. Der offizielle Startschuss erfolgt mit dem Opening-Wochenende vom 24. bis 26. April.
In Zukunft eine gemeinsame Fronhof-Nutzung
Steht der Erweiterungsbau in ein paar Jahren, wird sich die Nutzung des Fronhofs erneut verändern. „Die Schülerinnen und Schüler werden den Platz tagsüber natürlich in Teilen auch als Schulhof nutzen“, erklärt Sibylle Jesgarz. Da der Veranstaltungs-Betrieb allerdings erst gegen 17 Uhr und damit nach Schulschluss starte, werden sich die unterschiedlichen Personengruppen nicht stören. „Das kann dann ein sehr, sehr schönes Miteinander werden“, ist auch HMG-Geschäftsführer Daniel Freimuth optimistisch.
Pressekontakt: Julia Oppenländer
Der Schlossplatz mit dem Erweiterungsbau der Karl-Rehbein-Schule
© CNK Hanau
Der Schlossplatz mit dem Erweiterungsbau der Karl-Rehbein-Schule
Mit seiner Sandsteinfassade fügt sich der Erweiterungsbau künftig nahtlos in das historische Umfeld des Schlossplatzes ein.
Quelle: Redaktion MKK Echo