Landrat Thorsten Stolz gratuliert Gertraude und Friedrich Lerch zum 70. Hochzeitstag
Gnadenhochzeit zu feiern, also 70 Jahre verheiratet zu sein, ist selten – und damit etwas Besonderes. Zum einen, weil es voraussetzt, dass zwei Menschen mit einem langen Leben begnadet sind. Zum anderen, weil diese beiden Menschen sieben Jahrzehnte miteinander verbracht haben. Gertraude Lerch und Friedrich „Friedel“ Lerch sind seit 1956 verheiratet und haben kürzlich in Rüdigheim genau dieses Ehejubiläum gefeiert. Landrat Thorsten Stolz und Neubergs Bürgermeister Jörn Schachtner gratulierten dem Ehepaar bei einem Besuch persönlich und hatten Geschenke mitgebracht. „Nichts, was man ins Regal stellen kann, sondern Sachen aus der Region, die sich gemeinsam genießen lassen“, sagte der Landrat bei der Übergabe. Das Ehepaar würdigte er mit den Worten: „Gemeinsam über sieben Jahrzehnte alle Stürme des Lebens zu meistern, alle Höhen und Tiefen, die es in jedem Leben gibt: Das muss man in der Tat feiern.“
„Der Herr hat es gut mit uns gemeint. Wir haben uns herzlich lieb“, sagte Gertraude Lerch beim Besuch des Landrats. „Es ist eine Gnade Gottes, dass wir noch gemeinsam da sind und dass es uns so gut geht.“ Und ihr Mann ergänzt: „Es gibt Menschen, die werden nicht so alt, wie wir verheiratet sind.“ Aus ihren Worten spricht ein christlicher Glaube, der das Ehepaar ebenfalls verbindet.
Dabei war nicht abzusehen, dass die beiden ein Paar werden. Die Vorfahren von Friedel Lerch stammen aus Polen. Sie sind nach dem Ersten Weltkrieg nach Deutschland gekommen. In Rüdigheim ist er geboren und aufgewachsen. Seine Frau floh mit ihrer Mutter und sieben Geschwistern nach der Bombardierung von Cottbus in den Westen. Nach Hanau, um genau zu sein. Auf der Ravolzhäuser Kerb im Oktober 1955 lernten sie sich kennen. Ein Jahr später schlossen sie den Bund fürs Leben, der ein Bund für ein langes Leben werden sollte. In Rüdigheim bauten sie ein Haus, in dem sie noch immer leben.
Auf das Elixier ihres langen Lebens, ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit angesprochen, sind sich die beiden einig: „Man muss immer in Bewegung bleiben.“ Friedel Lerch hat das als Verantwortlicher für die von ihm gegründete Wandergruppe „Wandern mit Friedel“ lange vorgemacht. Inzwischen hat er die Leitung der Gruppe in jüngere Hände gegeben. Auch haben die beiden jeden Urlaub in Österreich verbracht und dort alle Berge erwandert, die ohne Seilschaft bestiegen werden können, berichtet Gertraude Lerch. Trotz eines Sturzes und einer Operation behält Gertraude Lerch das In-Bewegung-Bleiben bei. Wenn es nicht gerade rutschig auf den Gehsteigen ist, können die Rüdigheimer sie mit ihrem Rollator am Sportplatz bei einem Spaziergang sehen.
Vier Kinder, zehn Enkel und acht Urenkel haben die beiden. Der älteste Urenkel ist 19 Jahre alt, die jüngste gerade einmal acht Monate. Sie lernt gerade laufen. „Wir sind eine Familie, die noch die alten Werte pflegt und zusammenhält“, sagte ihre Tochter beim Besuch des Landrats. So verwundert es nicht, dass alle zusammen am kommenden Wochenende die Gnadenhochzeit von Gertraude und Friedel Lerch feiern. Zu diesem Fest wird auch eine Enkeltochter erwartet, die im spanischen Dolores lebt.
Quelle: Main-Kinzig-Kreis

