Eigentlich war alles vorbereitet: die schuleigene Sternwarte, Teleskope, Sonnenfilter und große Vorfreude auf ein seltenes astronomisches Ereignis. Doch kurz vor der partiellen Sonnenfinsternis zeigte sich: Ausgerechnet zum spannendsten Zeitpunkt würde die Sonne hinter dem Oberstufengebäude verschwinden. Für die Astro-AG der Kopernikusschule Freigericht war deshalb klar: Ein neuer Beobachtungsort musste her.
Nach einer Erkundung der Umgebung fiel die Wahl auf einen Feldweg zwischen Altenmittlau und Somborn – mit freiem Blick auf die Sonne bis zum Untergang. Am Tag der Finsternis traf sich die AG zunächst an der Sternwarte. Dort wurden Sonnenbeobachtungsbrillen vorbereitet, Teleskope geprüft und die Ausrüstung zusammengestellt. Anschließend machte sich die Gruppe mit Teleskopen, Stativen, Sonnenprojektor, Smartteleskopen und viel Zubehör auf den Weg zum ausgewählten Standort.
Vor Ort wurde rasch aufgebaut und ausgerichtet. Die Finsternis konnte sicher durch spezielle Sonnenfilter, Projektionen und selbst gebastelte Beobachtungsbrillen verfolgt werden. Dabei zeigte sich schnell: Astronomische Beobachtung bedeutet nicht nur Staunen, sondern auch präzises Arbeiten. Da die Sonne durch die Erdrotation scheinbar weiterwanderte, mussten die Teleskope immer wieder von Hand nachgeführt werden.
Nach und nach kamen weitere Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, ein Mitglied der Schulleitung sowie interessierte Schaulustige vorbei, um einen sicheren Blick auf das Himmelsereignis zu werfen. Besonders eindrucksvoll war der Moment der maximalen Bedeckung: Rund 88 Prozent der Sonnenscheibe waren vom Mond verdeckt. Die Umgebung wurde merklich dunkler, auch ein Temperaturunterschied war spürbar. Für einen Augenblick wurde unmittelbar erfahrbar, welche Wirkung es hat, wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt.
Bis zum Sonnenuntergang wurde beobachtet, fotografiert und gefilmt – auch für den schulischen Instagram-Account. Erst als die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurden Teleskope und Stative wieder eingepackt. So wurde aus der ursprünglich an der Sternwarte geplanten Beobachtung eine kleine astronomische Expedition auf freiem Feld. Für die Astro-AG der Kopernikusschule bleiben viele gelungene Aufnahmen, besondere Eindrücke und die Erinnerung an ein seltenes Naturschauspiel, das eindrucksvoll zeigte, wie faszinierend Astronomie sein kann.


Quelle: Thorsten Weitzel

