Montag, Juli 6, 2026
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“These plans are a big mistake”

Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri kritisiert geplante Änderungen bei Krankschreibungen

„Wir verstehen den Gedanken, der hinter diesen Überlegungen steht. Aus Sicht der Stadt Hanau halten wir diese Entscheidung jedoch für grundsätzlich falsch”, sagt Hanaus Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri zu den von der Bundesregierung angekündigten Änderungen bei der Krankschreibung. Nach den Plänen soll künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest erforderlich sein. Gleichzeitig soll die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung entfallen.

Die geplanten Regelungen würden nach seiner Einschätzung vor allem zu zusätzlicher Bürokratie und einer weiteren Belastung der ohnehin stark ausgelasteten Arztpraxen führen. „In Hanau sind viele Haus- und Kinderarztpraxen bereits heute an ihrer Belastungsgrenze. Wer künftig zwingend eine Arztpraxis aufsuchen muss und die telefonische Krankschreibung nicht mehr nutzen kann, verschärft diese Situation unnötig. Gerade für Eltern mit kranken Kindern war die telefonische Krankschreibung eine wichtige Erleichterung.“

Dr. Bieri sieht zudem die Gefahr, dass sich die geplanten Änderungen sogar kontraproduktiv auf die Dauer von Krankheitsausfällen auswirken könnten. „Wer bislang bei einer leichten Erkältung zwei Tage zu Hause geblieben ist und anschließend wieder arbeiten konnte, wird nach einem Arztbesuch möglicherweise direkt für eine ganze Woche krankgeschrieben. Das hilft weder den Beschäftigten noch den Arbeitgebern“, so Dr. Bieri auch mit Blick auf seine künftige Verantwortung als Dienststellenleiter der Stadt Hanau.

Auch aus medizinischer Sicht bewertet der Bürgermeister die Pläne kritisch: „Menschen mit ansteckenden Erkrankungen werden künftig wieder in volle Wartezimmer geschickt. Auch bereits nach zwei Tagen genesene Personen müssen unbedingt zum Arzt. Das erhöht das Infektionsrisiko für andere Patientinnen und Patienten und belastet das Gesundheitssystem zusätzlich.“ Zudem verweist Dr. Bieri auf Beschäftigte, die bei kurzfristigen gesundheitlichen Beschwerden bislang eigenverantwortlich gehandelt haben. „Es gibt beispielsweise Frauen mit starken Regelbeschwerden, die einen oder zwei Tage Ruhe brauchen und mit einer Wärmflasche auf dem Sofa besser aufgehoben sind als in einem überfüllten Wartezimmer. Auch für diese Fälle schaffen die geplanten Regelungen keinen Mehrwert“, so der Bürgermeister.

Grundsätzlich lehnt Dr. Bieri den mit den Änderungen verbundenen Generalverdacht gegenüber Beschäftigten ab: „Die geplante Neuerung stellt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter einen Generalverdacht und schafft zusätzliche Hürden, obwohl die überwiegende Mehrheit verantwortungsvoll mit ihrer Gesundheit und ihrer Arbeitsfähigkeit umgeht. Wir setzen auch künftig auf Vertrauen statt Misstrauen.“

Ob Kommunen bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben eigene Gestaltungsspielräume erhalten, ist derzeit noch unklar. Bundeskanzler Merz hatte bereits nachjustiert und über verschiedene Lockerungen gesprochen. „Sollte es für uns Handlungsspielräume geben, werden wir diese nutzen und für unsere Beschäftigten keine zusätzlichen Hürden schaffen. Auch künftig wollen wir dort, wo es rechtlich möglich ist, am Günstigkeitsprinzip festhalten und dieses zum Wohle unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwenden. Unser Ziel bleibt eine moderne, vertrauensvolle und mitarbeiterorientierte Personalpolitik“, sagt Dr. Bieri abschließend.

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Florian Bauer

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Quelle: City of Hanau

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