Montag, Februar 9, 2026
StartRegion 1BruchköbelSPD Main-Kinzig stellt sich klar gegen Kürzungspläne des Kultusministeriums und an die...

SPD Main-Kinzig stellt sich klar gegen Kürzungspläne des Kultusministeriums und an die Seite der Integrierten Gesamtschulen

SPD kämpft für den Erhalt der Lehrerstellen – Absage an Schulform-Experimente der CDU in Bruchköbel

Die SPD im Main-Kinzig-Kreis stellt sich entschieden gegen die vom hessischen Kultusministerium geplanten Kürzungen von Lehrerwochenstunden an Integrierten Gesamtschulen (IGS) ab dem Schuljahr 2026/2027. Wie die Hessenschau aktuell berichtet, sollen Lehrerstunden für die Binnendifferenzierung gestrichen werden – also genau jene Stunden, die für gemeinsames Lernen, individuelle Förderung und Chancengerechtigkeit unverzichtbar sind.

Von den Plänen wären dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die sechs Integrierten Gesamtschulen im Main-Kinzig-Kreis betroffen: die Heinrich-Böll-Schule Bruchköbel, die Erich-Kästner-Schule Maintal, die Käthe-Kollwitz-Schule Langenselbold, die Georg-Büchner-Schule Erlensee, die Bertha-von-Suttner-Schule Nidderau sowie die Henry-Harnischfeger-Schule Bad Soden-Salmünster.

Hier ist die SPD Main-Kinzig auf Rückmeldungen der Schulleitungen gespannt, inwieweit die Kürzungen Auswirkungen auf die einzelnen Schulstandorte haben.

Nach Angaben des Kultusministeriums handelt es sich um eine „notwendige Anpassung“ der Lehrerzuweisung. Die Hessenschau macht jedoch deutlich, dass die Folgen erheblich sind: Je nach Jahrgang verlieren Schulen bis zu 2,1 Lehrerwochenstunden pro Klasse. Schulleitungen, Elternverbände, Gewerkschaften und Bildungswissenschaftlerinnen warnen übereinstimmend vor massiven Einschnitten bei Förderung, Inklusion und Bildungsgerechtigkeit.

„Was hier als technische Anpassung verkauft wird, ist in Wahrheit ein massiver Einschnitt in das pädagogische Herz der Integrierten Gesamtschulen“, erklärt Julia Czech, bildungspolitische Sprecherin der SPD Main-Kinzig. „Gerade Schülerinnen und Schüler, die auf individuelle Unterstützung angewiesen sind, verlieren wertvolle Förder- und Forderangebote. Das geht klar zu Lasten der Bildungschancen und widerspricht allem, wofür moderne Schulpolitik stehen sollte.“

Die SPD Main-Kinzig teilt ausdrücklich die Kritik, die in der Hessenschau von Schulleitungen, Eltern und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft geäußert wird. Integrierte Gesamtschulen bilden die gesellschaftliche Vielfalt ab und leisten einen zentralen Beitrag zum Ausgleich sozialer Ungleichheiten. Die geplanten Kürzungen gefährden genau diesen Auftrag.

„Diese Kürzungen sind ein Schlag ins Gesicht für Schulen, die tagtäglich großartige Arbeit leisten“, betont Lennard Oehl, stellvertretender Vorsitzender der SPD Main-Kinzig. „Weniger Förderung in der Schule führt nicht zu Einsparungen, sondern verursacht zeitversetzt höhere Kosten – etwa in der Jugendhilfe. Wer hier kürzt, handelt kurzsichtig und am Ende teurer für den Kreis.“

Die SPD sieht in den Maßnahmen zudem ein politisches Muster. „Was CDU und Kultusministerium derzeit betreiben, ist kein Zufall“, so Oehl weiter. „Unmittelbar vor der Kommunalwahl werden Integrierte Gesamtschulen geschwächt. Das passt erschreckend gut zu den Forderungen der CDU Main-Kinzig, die Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel in eine kooperative Gesamtschule umzuwandeln.“

Diese Forderung lehnt die SPD Main-Kinzig klar ab. „Mit uns wird es keine Schwächung und keine Umwandlung der Heinrich-Böll-Schule geben“, stellt Julia Czech unmissverständlich klar. „Die Integrierte Gesamtschule steht für längeres gemeinsames Lernen, individuelle Förderung und echte Durchlässigkeit. Sie ist die einzige Schulform, die unterschiedliche Leistungsniveaus flexibel abbilden kann – und genau deshalb so erfolgreich.“

Die Heinrich-Böll-Schule sei ein fester und unverzichtbarer Bestandteil der Bildungslandschaft im westlichen Main-Kinzig-Kreis. Statt über Schulformänderungen zu diskutieren, brauche es Investitionen in den Erhalt, die bauliche Weiterentwicklung und die pädagogische Stärkung des Standorts.

„Wir stehen fest an der Seite aller Integrierten Gesamtschulen im Main-Kinzig-Kreis“, so Lennard Oehl abschließend. „Wir kämpfen für den Erhalt der Lehrerwochenstunden, für Bildungsgerechtigkeit und für eine vielfältige Schullandschaft. Die SPD wird Kürzungen zu Lasten von Schülerinnen und Schülern nicht hinnehmen.“

Quelle: Redaktion MKK Echo

Ähnliche Artikel
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -

Am beliebtesten