Kreisverband stellt Projekte für die Stärkung der Kinderrechte im Main-Kinzig-Kreis vor
Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion haben sich gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der SPD-Erlensee sowie SPD-Kreisvorsitzenden Andreas Hofmann zu einem Austausch mit dem Kinderschutzbund Kreisverband Hanau Main-Kinzig-Kreis e.V. getroffen. Der 2024 gegründete Kreisverband setzt sich dafür ein, Kinderrechte im gesamten Main-Kinzig-Kreis sichtbar zu machen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern. „Wir wollen die Kinderrechte stärken, vertreten und im Alltag erlebbar machen“, betonte die Vereinsvorsitzende Christiane Nitschke. „Unser Ziel ist eine kinderfreundliche Gesellschaft, in der die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bestmöglich gefördert und unterstützt wird“. Forderungen, die von der SPD-Delegation geteilt werden. „Die SPD setzt sich seit langem für die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz ein“, macht der sozialpolitische Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, Jörg Mair die Notwendigkeit, die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern im Grundgesetz zu verankern, deutlich. „Bisher ist die für eine Grundgesetzänderung erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit leider am Widerstand der Unionsfraktionen gescheitert“.
Ein Beispiel für gelebte Beteiligung bietet die Stadt Erlensee. „Unsere Stadt hat seit August 2025 einen Kinderbürgermeister, der regelmäßig mit unserem Bürgermeister im Austausch steht und Anliegen junger Menschen einbringt“, so Ercan Celik, Fraktionsmitglied und Vorsitzender der SPD Erlensee. „Solche Funktionen schaffen Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von Kindern und rücken sie ins Bewusstsein der Erwachsenen“.
Der junge Kreisverband im Main-Kinzig-Kreis hat für die Erreichung seiner Ziele drei vorrangige Projekte definiert. Der Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder“ ist eines davon. In Kooperation mit lokalen Partnern bietet der Verein die Kurse an, die darauf abzielen, die Erziehungskompetenz von Eltern zu stärken und die Kommunikation innerhalb der Familien zu verbessern.
Ein weiterer Baustein sind die „Plätze für Kinderrechte“. Durch Stelen, Kunstwerke oder Schilder sollen Kinderrechte im öffentlichen Raum sichtbar werden und im Alltag präsent sein. „Unser großes Ziel ist es, dass in jeder Kommune des Main-Kinzig-Kreises ein Platz für Kinderrechte realisiert wird“, so Christiane Nitschke zu den ehrgeizigen Plänen des Vereins. Derzeit laufen Gespräche mit der Stadt Erlensee, um einen ersten „Platz der Kinderrechte“ im Kreisgebiet zu etablieren.
Die Einrichtung einer Kinderschutz-Telefonsprechstunde für Kinder, Eltern und Fachkräfte, steht ebenfalls auf der Agenda. Bereits jetzt erreichen den Verein entsprechende Anfragen. Dabei wird deutlich, dass sich die Anrufenden ein regional verankertes Angebot wünschen. „Um die Telefonsprechstunde anbieten zu können, benötigen wir qualifiziertes Personal, dass zu vereinbarten Sprechzeiten zur Verfügung steht“, so Christiane Nitschke. Dafür fehlen dem Verein derzeit jedoch die finanziellen Mittel.
Im Gespräch wurde auch die angespannte Versorgungslage in der psychologischen, logopädischen und ergotherapeutischen Betreuung von Kindern und Jugendlichen thematisiert. Die Problematik ist auch den SPD-Vertretern bekannt. „Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, hat der Main-Kinzig-Kreis 2023 die Akademie für Gesundheit und Pflege gegründet“, so Andreas Hofmann, SPD-Vorsitzender im Main-Kinzig-Kreis. „Unter ihrem Dach werden aktuell rund 600 Menschen in Pflege- und Gesundheitsberufen ausgebildet, die dringend benötigt werden. Seit September 2025 werden am Physiocampus in Zusammenarbeit mit Kliniken, Rehaeinrichtungen und Physiotherapiepraxen 26 junge Menschen zu Physiotherapeuten ausgebildet. Schritt für Schritt werden weitere Gesundheitsberufe wie Ergotherapeuten und Logopäden folgen“.
Ercan Celik ergänzt: „Um den Kreis für Auszubildende noch attraktiver zu machen, entsteht in Linsengericht derzeit der Azubi-Campus. Dort können künftig 150 Auszubildende und Blockschüler leben und lernen. Damit wird der Kreis auch für junge Menschen attraktiv, die weiter entfernt wohnen und sich noch keine eigene Wohnung leisten können“.
Beim Thema Ganztagsbetreuung plädiert der Verein für kostenfreie, qualitativ hochwertige und niedrigschwellige Angebote. „Das setzt voraus, dass die Angebote kostenfrei sind und von Fachpersonal durchgeführt werden“, machen die Vertreterinnen des Kinderschutzvereins deutlich. Ein Wunsch, der auch von den SPD-Mitgliedern geteilt wird, jedoch in Bezug auf die Kostenfreiheit derzeit nicht realisiert werden kann. „Unsere „Pakt für den Ganztag“-Richtlinie legt erstmals kreisweit einheitliche Vorgaben zu Betreuungszeiten, Raumangebot und pädagogischen Inhalten fest“, betont Andreas Hofmann. Eine vollständige Kostenfreiheit sei jedoch nur mit einer auskömmlichen Finanzierung durch das Land Hessen möglich.
Nach einem intensiven Austausch zogen alle Beteiligten eine positive Bilanz. „Das heutige Gespräch hat gezeigt, wie unverzichtbar starke Kinder- und Jugendrechte für eine gerechte Gesellschaft sind und wie wertvoll die Arbeit des Kinderschutzbundes für den Main-Kinzig-Kreis ist“, fasste Jörg Mair zusammen. Die Anwesenden vereinbarten, den Austausch fortzuführen und gemeinsam daran zu arbeiten, die Rechte und Chancen junger Menschen weiter zu stärken.
Quelle: SPD-Kreistagsfraktion

