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PISA-Ergebnisse: „Bildung darf nicht davon abhängen, woher ein Kind kommt”

Hanau setzt auf Startchancen und Jugendberufsagentur / Bürgermeister Dr. Bieri fordert grundlegende Bildungsreform: „Rentenreform sinnlos ohne Zukunft für Jugend”

„Die ganze Rentendebatte ist sinnlos, wenn wir es nicht schaffen, unsere Jugend fit für die Zukunft zu machen”, sagt Hanaus Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri auf die am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse der neuen PISA-Studie. Deutschland erreicht demnach in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften so schwache Ergebnisse wie noch nie seit Beginn der Erhebung.

Besonders kritisch sieht Bieri, dass der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhänge: „Es ist erschreckend, dass auch im Jahr 2026 die Herkunft des Elternhauses einen so immensen Einfluss hat, welche Bildungschancen ein junger Mensch erhält. Bildung darf nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängen“, betont der Bürgermeister.

Auch mit Blick auf die Brüder-Grimm-Stadt sieht der Schuldezernent Dr. Bieri Handlungsbedarf. Die wachsenden Schulentwicklungszahlen zeigen, dass weiterhin junge Menschen, die Schule ohne Abschluss verlassen deutlich schlechtere Startchancen für ihren weiteren Lebensweg haben. „Wir finden uns damit nicht ab. Unser Anspruch muss sein, jedes Kind und jeden Jugendlichen so zu fördern, dass ein erfolgreicher Bildungs- und Berufsweg möglich wird“, so Dr. Maximilian Bieri.

Hanau setze deshalb bereits an mehreren Stellen an. Zwölf Hanauer Schulen profitieren seit Juli 2024 vom sogenannten Startchancen-Programm, mit dem der Bund bis Juli 2034 gezielt Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen unterstützt. Mehr als 4.000 Hanauer Schülerinnen und Schüler profitieren von den Fördermaßnahmen. Auch die seit September bestehende Jugendberufsagentur bündelt die Unterstützung von Stadt, Jobcenter und Agentur für Arbeit, um Jugendlichen den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf zu erleichtern. „Wir stemmen uns in Hanau gegen Bildungsbenachteiligung, mit dem Startchancen-Programm, der Jugendberufsagentur und weiteren Angeboten. Aber wir müssen ehrlich sein: Das reicht nicht“, sagt der Bürgermeister.

„Unser Bildungssystem braucht eine grundlegende Reform. Wir müssen früher fördern, genauer hinschauen und Kinder gezielt unterstützen, wenn Schwierigkeiten auftreten“, sagt Dr. Bieri. Dazu gehöre auch, die grundlegenden Kompetenzen wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. „Lesen, Schreiben und Rechnen sind keine Nebensachen, sondern das Fundament für alles Weitere. Der Leistungsgedanke darf dabei kein Gegensatz zu Chancengerechtigkeit sein. Im Gegenteil: Wir müssen allen Kindern die Möglichkeit geben, ihre Leistungen zu entwickeln.“

Kitas wichtiger Teil der Bildungskette

Kritisch bewertet der Schuldezernent zudem die frühe Aufteilung der Bildungswege. „Dass wir bereits nach der vierten Klasse weitreichende Entscheidungen über Bildungswege treffen, müssen wir hinterfragen. Andere Länder zeigen, dass längeres gemeinsames Lernen und eine gezielte individuelle Förderung erfolgreich funktionieren können.“

Für Dr. Maximilian Bieri beginnt gute Bildung nicht erst mit der Einschulung. „Frühkindliche Bildung ist ein entscheidender Baustein. Wenn wir Bildungschancen wirklich verbessern wollen, müssen wir Kindern so früh wie möglich gute Voraussetzungen geben. Unsere Hanauer Kitas gehören deshalb genauso zur Bildungskette wie die Schulen.“ Die PISA-Ergebnisse seien damit vor allem ein Auftrag, erfolgreiche Ansätze nicht nur punktuell zu fördern, sondern dauerhaft im Bildungssystem zu verankern. „Wir wissen längst, wo die Probleme liegen und auch, was dagegen helfen kann. Jetzt braucht es den politischen Willen, daraus konsequente und langfristige Veränderungen zu machen“, sagt Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri.

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Julia Oppenländer

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Quelle: Stadt Hanau

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