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Ortsbeirat Mitte besucht neues Insektenbiotop im Stadtgarten

Im Stadtgarten Gelnhausen tut sich was! Manche Besucher*innen haben sich bei einem

Spaziergang durch den östlichen Teil des Stadtgartens zwischen Kapellenweg und Alter

Leipziger Straße gefragt, weshalb dort zwei ehemalige Rasenbereiche nicht gemäht

wurden? „Es handelt sich um eine geplante Aufwertung von Rasenflächen. Wenn wir

wachsen und blühen lassen, was in den Wiesen bereits vorhanden ist, fördern wir das

Leben und Überleben von Insekten und damit indirekt auch unsere menschliche

Lebensumwelt“ , sagt Ralf Kolbe von den People for Future Gelnhausen/Main-Kinzigkreis

e.V. Zusätzlich haben Ehrenamtliche der Initiative gemeinsam mit Blühbotschafterinnen

von „Main.Kinzig.Blüht.Netz“ Wildblumen und Blumenzwiebeln von Krokussen und

Blausternchen gepflanzt. „Damit die Wiese sich entwickeln kann, lassen wir sie bis Ende

Juni wachsen und mähen sie nur noch zweimal jährlich insektenschonend, nämlich mit

Handsensen“

.

Ebenfalls die bereits vorhandene, aber über die Zeit etwas vernachlässigte Kräuterspirale

wurde von Mitgliedern des Vereins unter kompetenter fachlicher Anleitung des Diplom-

Biologen Jürgen Herold wieder hergestellt. Alle angepflanzten Kräuter sind jetzt durch

Namensschildchen gekennzeichnet und dürfen von allen Interessierten zum Verfeinern

von ihren Speisen geerntet werden.

Höhepunkte der Umgestaltungsmaßnahmen stellen 2 Insektenbiotope dar, leicht

erkennbar an zahlreichen angepflanzten und herrlich blühenden heimischen Stauden,

Sand- und Steinhügeln und abgestorbenen Baumstämmen sowie Totholz, die als

Habitate für vielfältige Insekten dienen. Geplant wurden diese von der Blühbotschafterin

Petra Altenhövel der Initiative Main.Kinzig.Blüht.Netz und Jürgen Koch, dem

Umweltbeauftragten der Stadt Gelnhausen sowie dem Bauamtsleiter Eppo Haas. „Es gibt

immer weniger heimische blühende Wildpflanzen, so dass vielen Insekten die Nahrung

fehlt, an die sie seit Millionen Jahren angepasst sind. Das nennt man biologisch

„Schlüssel-Schloss-Prinzip“, sagt Petra Altenhövel. „Weltweit findet gerade das sechste

Massenaussterben auf der Erde, nach den Dinosauriern, statt. Es beginnt bei den

Insekten und bedroht dadurch auch unsere menschlichen Nahrungsgrundlagen. Dieses

Mal ist dafür allerdings der Mensch selbst verantwortlich, dass über 70% unserer Insekten

bereits verschwunden oder stark gefährdet sind. Das liegt vor allem an Pestiziden,

Überdüngung, Flächenversiegelung und Gärten ohne Artenvielfalt“. Insofern stellen die

angelegten Biotope im Stadtgarten sowie die Blühwiesen auch Anregungen für

Gartenbesitzer*innen dar.

Am Donnerstag, den 25.06.2026 findet um 19:00 Uhr eine Begehung dieser angelegten

Biotope durch den Orstbeirat Mitte statt, der sich ein Bild von den ehrenamtlichen

Aktivitäten machen möchte. Eine kurze Präsentation erklärt die Besonderheiten der

neuen Anlagen. Eingeladen sind alle Interessierten, gerne auch Menschen aus

benachbarten Orten.

Quelle: People for Future GN/MKK e.V.

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