Maintal startet sechsmonatigen Verkehrsversuch für mehr Sicherheit und Akzeptanz
Pittoreske Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster und das malerische Ensemble aus Obertor und evangelischer Kirche – die Hauptstraße in Hochstadt besitzt historischen Charme. Dazu mag ein modernes Verkehrsaufkommen nicht so recht passen und birgt daher Konflikte. Mit einem neuen Verkehrskonzept möchte die Stadt Maintal die Sicherheit und das Miteinander aller Verkehrsteilnehmer*innen verbessern.
Die Hochstädter Hauptstraße ist als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Doch Geschwindigkeitsüberschreitungen und das Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer*innen sorgen seit vielen Jahren für Verdruss bei den Anwohner*innen und politische Debatten. Messungen der städtischen Ordnungsbehörde dokumentieren, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit zwar bei 17 km/h liegt, aber auch, dass 15 Prozent der Fahrzeuge schneller als 22 km/h fahren – und damit deutlich mehr als die erlaubte Schrittgeschwindigkeit.
Ein Verkehrsversuch zielt nun darauf ab, den mit 430 Metern sehr langen verkehrsberuhigten Bereich neu und sinnvoller zu gliedern, um die verkehrliche Situation und die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen zu verbessern. Dazu wird die Hauptstraße in drei Abschnitte eingeteilt.
Der Kernbereich zwischen Ringstraße Süd und Obertor bleibt ein verkehrsberuhigter Bereich mit Schrittgeschwindigkeit. Hier sind alle Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt und aufgefordert, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Das Parken ist weiterhin nur auf den ausgewiesenen Flächen erlaubt. Eine verkehrsberuhigte Zone ist nicht zu verwechseln mit einer Spielstraße. Dies bedeutet, dass entgegen mancher Einschätzung Fahrzeugverkehr gestattet ist.
Der westliche Abschnitt zwischen Bischofsheimer Straße/ Klosterhofstraße und Ringstraße Süd wird als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 20 ausgewiesen. Parken ist auch hier ausschließlich auf den dafür vorgesehenen Flächen erlaubt. Damit trägt die Straßenverkehrsbehörde der Funktion und Nutzung dieser Hauptverkehrsachse stärker Rechnung, die durch motorisierten Verkehr, Buslinien sowie Radfahrer*innen und Fußverkehr stark frequentiert ist.
Auf dem östlichen Abschnitt zwischen Obertor und Wachenbucher/ Hanauer Straße gilt künftig Tempo 30. Um die Sicherheit von Fußgänger*innen trotz Aufhebung der Schrittgeschwindigkeit zu berücksichtigen, wird das Parken in diesem Abschnitt nur noch auf einer Straßenseite möglich sein. Entlang der Friedhofsmauer ist dies künftig nicht mehr gestattet. Damit wird verhindert, dass insbesondere ältere Menschen, Kinder mit dem Fahrrad oder Personen mit Kinderwagen durch die schmale Gehwegbreite aufgrund parkender Fahrzeuge auf die Straße ausweichen müssen.
Der Verkehrsversuch wird ab sofort für die Dauer von mindestens sechs Monaten umgesetzt. Während dieser Zeit wird die städtische Ordnungsbehörde die Auswirkungen auf die Sicherheit und den Verkehrsfluss kontinuierlich beobachten, auswerten und den städtischen Gremien berichten, bevor über eine dauerhafte Umgestaltung entschieden wird. So sind verstärkte Kontrollen durch die Stadtpolizei, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden, vorgesehen. Dabei richtet sich das Augenmerk nicht nur auf die Einhaltung der Geschwindigkeit, sondern auch auf den ruhenden Verkehr.
„Ziel des Verkehrsversuch ist eine höhere Akzeptanz der zulässigen Geschwindigkeit und ein besserer Schutz des Ortskerns, weil nicht auf der gesamte Länge Schrittgeschwindigkeit gilt. Gleichzeit wird die Sicherheit von Fußgänger*innen gewährleistet. Damit verbindet der Verkehrsversuch Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und Rücksichtnahme im Straßenraum und ist ein sinnvoller Schritt, um die Situation zu verbessern“, erklärt der Erste Stadtrat und Ordnungsdezernent Karl-Heinz Kaiser.
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Quelle: Stadt Maintal

