Die Klinik für Pneumologie, Intensiv- und Schlafmedizin des
Universitätsklinikums Marburg (UKGM) und die Lungenfachklinik
Immenhausen (G-BA Lungenzentrum, Hessen) intensivieren ihre
Zusammenarbeit. Eine neue Kooperationsvereinbarung bündelt die
Expertise beider Häuser, um die Versorgung von Patientinnen und
Patienten mit pneumologischen Erkrankungen in Hessen gezielt
weiterzuentwickeln.
Dazu Prof. Dr. Gernot Rohde, Direktor der Klinik für Pneumologie,
Intensiv- und Schlafmedizin am Universitätsklinikum Gießen und
Marburg, Standort Marburg , “Die enge Zusammenarbeit zwischen der
Universitätsmedizin und einem spezialisierten Lungenzentrum schafft
mehr als die Summe ihrer einzelnen Kompetenzen: Sie verbindet
Spitzenforschung, hochspezialisierte Patientenversorgung und
regionale Verantwortung zu einem starken medizinischen Netzwerk.
Gerade in der Pneumologie entstehen Innovationen
dann, wenn akademische Exzellenz und klinische Erfahrung Hand in Hand
arbeiten – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten sowie zur
nachhaltigen Stärkung der Gesundheitsversorgung in der gesamten
Region.” Prof. Dr. Stefan Andreas, Ärztlicher Leiter Lungenfachklinik
Immenhausen , ergänzt: “Die Kooperation zwischen einer renommierten
universitären Pneumologie und einem der wenigen ausgezeichneten G-BA
Lungenzentren ist wegweisend.”
Medizinische Schwerpunkte
Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen mehrere klinische
Schwerpunkte. In der interventionellen Diagnostik arbeiten beide
Häuser künftig bei der navigationsgestützten Bronchoskopie zusammen –
einem modernen Verfahren, das die präzise Gewebeentnahme auch aus
schwer zugänglichen Bereichen der Lunge ermöglicht und damit die
Diagnose von Lungentumoren verbessert. Nach interdisziplinärer
Besprechung im Tumorboard lässt sich so erfolgreich ein
thoraxchirurgischer Eingriff durchführen. Bei seltenen
Lungenerkrankungen, insbesondere der zystischen Fibrose, soll eine
gemeinsame, kontinuierliche Betreuung der betroffenen Patientinnen
und Patienten sichergestellt werden, die eine enge Abstimmung
zwischen spezialisierter Klinik und Universitätsmedizin erfordert. Im
Bereich der Infektionskrankheiten ist der Ausbau der
Tuberkulose-Labordiagnostik vorgesehen, um Nachweisverfahren und die
regionale Versorgungskapazität weiter zu stärken. Darüber hinaus ist
geplant, die Kooperation künftig auch auf
den Bereich der Infektionsdiagnostik auszuweiten. Prof. Dr. med.
Isabelle Bekeredjian-Ding, Direktorin des Institutes für Medizinische
Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am UKGM, hat hieran
ausdrückliches Interesse bekundet. Die konkrete Ausgestaltung
befindet sich in Vorbereitung.
Schließlich ist die gemeinsame Einbindung in ein molekulares
Tumorboard geplant, in dem spezialisierte Fachleute aus Medizin,
Pathologie und Molekularbiologie individuelle Therapieentscheidungen
bei Krebserkrankungen auf Basis modernster molekulargenetischer
Befunde treffen.
Forschung, Lehre und Stiftungsprofessur
Die Kooperation erstreckt sich auch auf Forschung und Lehre. Als
akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg
beteiligt sich die Lungenfachklinik Immenhausen an der Ausbildung von
Medizinstudierenden, unter anderem im Praktischen Jahr. Gemeinsame
wissenschaftliche Projekte sind in den Bereichen chronische
Atemwegserkrankungen, Raucherentwöhnung, Lungenkrebs-Screening
mittels CT, interventionelle Bronchoskopie und seltene
Lungenerkrankungen geplant. Damit soll die Partnerschaft
nicht nur die Versorgung stärken, sondern auch die pneumologische
Forschung in der Region voranbringen und den ärztlichen Nachwuchs
fördern.
Eng damit verknüpft ist das gemeinsame Ziel, die bestehende
APL-Professur von Prof. Dr. Stefan Andreas zu einer
Stiftungsprofessur für Pneumologie an der Philipps-Universität
Marburg weiterzuentwickeln. Sie soll die wissenschaftliche
Zusammenarbeit langfristig strukturell verankern.
Gemeinsames Steuerungsgremium
Zur Koordination der Kooperation wird ein gemeinsames Gremium
eingerichtet, das laufende Projekte begleitet, die Zusammenarbeit
evaluiert und neue Vorhaben vorbereitet. Die Vereinbarung gilt
zunächst für fünf Jahre.
Informationen zu den Kliniken:
Die Klinik für Pneumologie, Intensiv- und Schlafmedizin am
Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg , ist auf
die Diagnose und Behandlung des gesamten Spektrums von
Lungenerkrankungen spezialisiert. Zu den Schwerpunkten zählen unter
anderem COPD, Asthma, Bronchiektasen, infektiöse Lungenerkranungen,
Lungentumoren sowie schlafbezogene Atmungsstörungen. Ergänzt wird das
Leistungsangebot durch eine eigene interdisziplinäre Intensivstation,
ein Lungenfunktionslabor, ein
bronchoskopisches Kompetenzzentrum der Maximalversorgung sowie ein
Schlafmedizinisches Exzellenzzentrum.
Die Lungenfachklinik Immenhausen ist das einzige vom Land Hessen
anerkannte G-BA Lungenzentrum (G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss).
Die Klinik nahe Kassel behandelt jährlich etwa 3.800 stationäre und
8.000 ambulante Patient*innen als pneumologischer Maximalversorger.
Durch die Expertise des medizinischen und pflegerischen Teams in
Kombination mit dem Neubau, der modernen apparativen Ausstattung
sowie dem Engagement in Ausbildung, Lehre und Forschung wird den
Patient*innen eine exzellente
Versorgung geboten.
Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM)
(https://www.ukgm.de/home.html) mit seinen 86 Kliniken und Instituten
an den beiden Standorten Gießen und Marburg ist das drittgrößte
Universitätsklinikum Deutschlands. Seit Februar 2006 trägt die
RHÖN-KLINIKUM AG (https://www.rhoen-klinikum-ag.com/) zu 95 Prozent
die Verantwortung als Betreiber dieses privatisierten
Universitätsklinikums. http://www.ukgm.de/
Quelle: RHÖN-KLINIKUM

