Stadtverwaltung beteiligt sich am Girls’ und Boys’ Day
Maintal. Einen Einblick in die Berufswelt erhalten und dabei Geschlechterklischees überwinden – das ist die Idee des Girls’ und Boys’ Days. Die Maintaler Stadtverwaltung beteiligt sich seit vielen Jahren an dem Aktionstag. Denn auch in der Verwaltung gibt es Berufe, die überwiegend durch Frauen oder Männer besetzt sind. Daher erhielten kürzlich 18 Mädchen und Jungen einen Einblick in den Berufsalltag der Verwaltung, des Eigenbetriebs Betriebshof und des ambulanten Pflegedienstes.
Geschlechterklischees sind allgegenwärtig. Sie beeinflussen häufig die Entscheidung für Ausbildungsberufe oder Studiengänge. „Weil der berufliche Alltag für viele Mädchen und Jungen schwer vorstellbar ist, möchten wir rechtzeitig vielfältige Einblicke in unterschiedlich Berufe ermöglichen, damit die Jugendlichen später eine informierte Berufswahl treffen können“, erklärt Annika Frohböse, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Maintal. „Rollenbilder wandeln sich nur langsam. Und auch die Bezahlung von typischen Frauen- und Männerberufen ist nach wie vor unterschiedlich. Diese starren Rollenbilder müssen wir aufbrechen.“
Während Frauen in handwerklichen, technischen Berufen unterrepräsentiert, fehlt es vor allem in den sozialen Berufen an Männern. Deshalb unterstützt auch Lisa Hagedorn, Leiterin des Fachdienstes Jugend, den Aktionstag für Mädchen und Jungen: „Wir sollten Kindern eine große Bandbreite an Vorbildern zeigen, damit sie sehen, dass ihnen alle Berufe offenstehen. Langfristig profitiert davon die gesamte Gesellschaft. Ein gemischtes Team in einer Kita fördert beispielsweise die sozialen Kompetenzen der Kinder deutlich besser als ein reines Frauenteam.“
Die Jugendlichen konnten in diesem Jahr die Vielfalt der Arbeitsplätze bei der Stadt Maintal kennenlernen. Auch Bürgermeisterin Monika Böttcher nahm eines der Kinder bei sich auf: „Ich möchte den Mädchen zeigen: Auch wenn wir nur eine Quote von 6% Frauen als Bürgermeisterinnen in Hessen haben, bringen Frauen alle Voraussetzungen und Fähigkeiten mit, um dieses Amt professionell auszuüben. Je plastischer sich ein Mädchen die Arbeit als Bürgermeisterin vorstellen kann, desto eher traut sie sich später einmal zu, selbst für ein Amt als Politikerin zu kandidieren oder Führungsaufgaben zu übernehmen. Wir sollten Mädchen beibringen groß zu denken.“
Während des Girls‘ und Boys‘ Days in der Verwaltung erfuhren die Jungen und Mädchen zunächst mehr über Rollenklischees und die Gesamtstruktur der Verwaltung – und zwar ganz praxisnah aus Sicht ehemaliger Auszubildender. Denice Fehse vom Stadtladen/Jugend- Auszubildendenvertretung und die frühere Auszubildende Christina Heß ergänzten die Informationen und beantworteten alle Fragen zur Ausbildung. Anschließend ging es für die Jugendlichen in die verschiedenen Abteilungen.
Im Stadtladen haben zwei Jungs zunächst viele Informationen über die Stadt Maintal gesammelt. In der IT haben zwei Mädchen gelernt, dass der Innenaufbau eines Computers ähnlich wie der eines Büros ist, mit verschiedenen Komponenten, die jeweils eine spezielle Funktion erfüllen. Der Berufswunsch steht bei ihnen zwar noch nicht fest, aber: „Der Boys‘ Day und Girls‘ Day ist ein Tag, an dem Kinder und Jugendliche in einen Beruf reinschnuppern können. Das kann bei der Berufsentscheidung helfen“, sagte eines der Mädchen. Auch im Eigenbetrieb und dem städtischen Pflegedienst lernten die Jugendlichen verschiedene Berufsbilder kennen. Zum Abschluss des Tages tauschten alle bei einem gemeinsamen Mittagessen ihre Erfahrungen aus.
Weitere Informationen:
www.girls-day.de
www.boys-day.de
Bild: Zukunftstag 2025
© Stadt Maintal
Zukunftstag 2025
Auch innerhalb der Stadtverwaltung Maintal gibt es Berufe mit einem höheren Frauen-, beziehungsweise Männeranteil. Daher luden die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Annika Frohböse (links) und Bürgermeisterin Monika Böttcher (rechts) Jungen und Mädchen ein, jene Berufe kennenzulernen, in denen das jeweilige Geschlecht unterrepräsentiert ist.
Quelle: Redaktion MKK Echo