Landrat Thorsten Stolz weist Kritik der BWG-Fraktion in Sinntal zurück
Main-Kinzig-Kreis. – Mit Verwunderung hat Landrat Thorsten Stolz auf Äußerungen des Vorsitzenden der BWG-Fraktion in Sinntal, Frank Kohlhepp, im Rahmen der Haushaltsplan-Beratungen reagiert. Die Darstellung des Main-Kinzig-Kreises als bloßen „Umlageempfänger“ werde der tatsächlichen Zusammenarbeit zwischen Kreis und Gemeinde nicht gerecht. „Diese Einschätzung blendet die Realität unserer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sinntal vollständig aus“, stellt Landrat Thorsten Stolz klar. Der Main-Kinzig-Kreis unterstütze insbesondere die ländlichen Kommunen umfassend bei Aufgaben, die diese allein finanziell nicht stemmen könnten – etwa in den Bereichen Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Pflege, Bildung und Daseinsvorsorge.
Trotz erheblicher eigener Konsolidierungsanforderungen hat der Main-Kinzig-Kreis im Haushaltsjahr 2026 bewusst auf eine Erhöhung der Kreisumlage verzichtet. „Dies war ein erheblicher Kraftakt, um die finanzielle Leistungsfähigkeit der Städte und Gemeinden – und damit auch Sinntals – zu sichern“, so Stolz. Die Kreisumlage sei dabei kein Selbstzweck, sondern fließe in konkreten Leistungen unmittelbar in die Kommunen zurück.
Der Umfang der Unterstützung, alleine für die Gemeinde Sinntal, zeigt sich in einer Vielzahl konkreter Maßnahmen:
Ø Digitale Infrastruktur: Der Glasfaserausbau in Sinntal wird mit einem Gesamtvolumen von rund 34,5 Millionen Euro vorangetrieben. Über 2.800 Gebäude werden an das Glasfasernetz angeschlossen. Bereits zuvor begann der Ausbau der Gewerbegebiete im Kreis bewusst in Sinntal, um den Wirtschaftsstandort im ländlichen Raum zu stärken.
Ø Regionalentwicklung: Über das kreiseigene Förderprogramm „Ländlicher Raum“ wurden insgesamt 49 Projekte in Sinntal mit rund einer Million Euro unterstützt. Damit flossen etwa 25 Prozent des gesamten Fördervolumens des Programms in die Gemeinde.
Ø Gesundheitsversorgung: Der Kreis engagiert sich aktiv für die Sicherung der ärztlichen Versorgung. So wurde Ende 2025 eine Arztpraxis in Sinntal finanziell gefördert, um deren Zukunftspläne am Standort zu sichern. Der Main-Kinzig-Kreis ist hier unbürokratisch eingesprungen, weil die Kassenärztliche Vereinigung keine Förderung bewilligt hat. Zudem sichert der Main-Kinzig-Kreis den Erhalt des Krankenhauses in Schlüchtern als zentrale medizinische Einrichtung für den gesamten Bergwinkel.
Ø Pflege und soziale Versorgung: Das Pflegeheim „Lebensbaum“ in Sterbfritz sowie der ambulante Pflegedienst Sinntal leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur stationären und ambulanten Versorgung. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen steht der Main-Kinzig-Kreis dauerhaft hinter diesen Einrichtungen, um die pflegerische Versorgung der älteren Generation sicherzustellen.
Ø Notfall- und Rettungswesen: Mit dem geplanten Neubau der Rettungswache in Sinntal-Mottgers investiert der Kreis rund 2,5 Millionen Euro in die Sicherheit und schnelle rettungsdienstliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger.
Ø Bildung: Im Gemeindegebiet von Sinntal unterhält der Main-Kinzig-Kreis acht Schulen und sorgt damit für wohnortnahe Bildungsangebote und zeitgemäße Lernbedingungen.
Ø Unterstützung von Vereinen und Ehrenamt: Seit Jahrzehnten ist der Main-Kinzig-Kreis ein verlässlicher Partner der Vereine und des Ehrenamtes in Sinntal. Sport, Kultur, Soziales, Hilfs- und Rettungsorganisationen sowie die Feuerwehren werden finanziell und ideell gefördert.
„Alleine der Einblick in diese Handlungsfelder, die nicht einmal abschließend sind, macht deutlich, dass der Main-Kinzig-Kreis ein verlässlicher Partner der Gemeinde Sinntal ist und bleibt“, betont Landrat Thorsten Stolz. Die vorliegenden Fakten belegten eindeutig, dass der Kreis „in erheblichem Umfang zur Zukunftsfähigkeit der Gemeinde beiträgt“. Eine sachliche Betrachtung dieser Leistungen sei eine wichtige Grundlage für eine konstruktive kommunalpolitische Diskussion.
Quelle: Redaktion MKK Echo

