Die in dieser Woche gestarteten Straßen- und Leitungsbaumaßnahmen in der Unterstadt von Gelnhausen und die dafür nötigen Straßensperrungen stoßen bei der Liberalen Bürgerliste Gelnhausen (LBGN) auf deutliche Kritik. Nach Ansicht der LBGN-Wahlkämpfer Andreas Schilling und Kolja Saß sind sowohl die Kommunikation im Vorfeld als auch die zu erwartende Dauer der Arbeiten unzureichend mit den Betroffenen abgestimmt.
Die Unterstadt gilt als sensibler Bereich mit hoher Bedeutung für den örtlichen Einzelhandel sowie zahlreiche medizinische und therapeutische Einrichtungen. Eine länger andauernde Einschränkung der Erreichbarkeit könne erhebliche Folgen für die Versorgung von Kundinnen und Kunden sowie Patientinnen und Patienten aus Gelnhausen und den Nachbarkommunen haben und belaste zugleich Besucherinnen und Besucher der Innenstadt.
„Baumaßnahmen sind notwendig und Teil einer funktionierenden Infrastruktur. Entscheidend ist aber, wie sie umgesetzt werden. Viele Gewerbetreibende fühlen sich zu spät oder nicht ausreichend informiert – und die angekündigten Zeiträume sorgen für erhebliche Verunsicherung”, erklärt Andreas Schilling, der als Geschäftsführer des in der Gelnhäuser Unterstadt ansässigen Triangulums eines der bedeutendsten medizinischen Zentren der Region verantwortet.
Auch Kolja Saß sieht dringenden Handlungsbedarf: „Wenn zentrale Bereiche des Einzelhandels und der Gesundheitsversorgung betroffen sind, muss Geschwindigkeit ein entscheidendes Vergabekriterium sein. Es reicht nicht aus, allein auf den günstigsten Preis zu schauen – auch die Dauer der Einschränkungen hat einen erheblichen wirtschaftlichen Wert.”
Besonders kritisch bewerten Schilling und Saß, dass bislang kein verlässliches Enddatum für die Maßnahmen genannt werden könne. Dies sei für die Anrainer unzumutbar. Unternehmen und Praxen würden damit auf ungewisse Zeit in Unsicherheit darüber gelassen, wie die Andienung ihrer Geschäfte und Einrichtungen gewährleistet werden könne.
Die LBGN fordert daher, dass bei künftigen Vergaben von Infrastrukturmaßnahmen stärker darauf geachtet wird, Bauvorhaben zügig, koordiniert und mit klaren Zeitvorgaben umzusetzen. Insbesondere in sensiblen Innenstadtlagen müsse die Minimierung von Belastungen für Anwohner, Kundschaft und Unternehmen oberste Priorität haben.
Darüber hinaus müsse die Stadt ihre Möglichkeiten gegenüber Verantwortlichen bei Infrastrukturanbietern und Versorgern konsequent nutzen. „Wenn Unternehmen im öffentlichen Raum bauen, sollte die Stadt ihre Position klar einsetzen und auf verbindliche Standards drängen”, so Saß weiter. Die LBGN fordert deshalb die Entwicklung einer verbindlichen Charta für Infrastrukturmaßnahmen, die klare Regeln für Kommunikation, Bauzeitmanagement und Rücksicht auf betroffene Wirtschafts- und Gesundheitsstandorte festlegt – und an die auch Versorger bei ihren Maßnahmen gebunden werden.
Abschließend betonen Schilling und Saß, dass es nicht um eine generelle Kritik an notwendigen Bauarbeiten gehe, sondern um deren Planung und Durchführung: „Gelnhausen braucht eine moderne Infrastruktur – aber ebenso eine moderne Baustellenpolitik, die Wirtschaftskraft, Versorgung und Lebensqualität gleichermaßen schützt.”
Quelle: Liberale Bürgerliste Gelnhausen

