Eine zielgruppengenaue Jugendarbeit im Spessartbund ist Voraussetzung für ihr Gelingen. Abweichend vom traditionellen Wandern sind Kreativität und Abwechslungsreichtum gefragte Markenzeichen des Jugend-Ressorts. Dies unterstreicht Wolfgang Ascherfeld, kommissarischer Hauptjugendwart im Spessartbund. „Die Wanderungen müssen mit Aufgaben oder Rätseln interessant und kurzweilig gestaltet werden“. Übernachten im Freien habe immer ihren Reiz bei jungen Leuten, ebenso Zeltlager, Lagerfeuer, Trekkingtouren oder Schatzsuche (Geocaching.) Naturerlebnisse, sich im Einklang der Natur bewegen sowie der Umwelt- und Naturschutz spielen eine große Rolle. Es gibt nach Ascherfeld speziell ausgewiesene Jugendwanderwege. „Die Distanz ist zweitrangig, in der Gemeinschaft unterwegs sein, ist das Wichtigste“, sagte er.
Zu den Schwerpunkten oder Zielen gehören nach Ascherfeld unter anderem Natur erleben, Natur schützen, Umwelt gestalten, Auseinandersetzen mit dem Traditionellem und dem Modernen sowie die Förderung des demokratischen Handelns. Dazu seien auch konkrete Leitlinien ausgearbeitet worden. Zu allen Veranstaltungen seien Gäste jederzeit willkommen.
Jugendarbeit im Spessartbund war historisch ein mühsamer Prozess, geht aus einer Spessartbund-Chronik hervor. In den Gründerjahren des Spessartbundes war das Jugendwandern ein eher unscheinbares Anhängsel der von männlichen Honoratioren geprägten Gesamtorganisation. Im Nationalsozialismus wurde die Jugend im Spessartbund missbraucht. Ein Prozess zur heutigen Jugendarbeit startete erst ab 1953 und verlief auf steinigem Pflaster. Die jetzige Jugendarbeit hat, so Ascherfeld, einen demokratischen und gestalterischen Anspruch. Sie sei stark eingebettet in den Deutschen Wanderverband (DWV) und die für den Spessart zuständigen Landesverbände in Bayern und Hessen. Die Geschicke in der Spessartbundjugend werden aktuell zusammen mit weiteren Beiratsmitgliedern von Ascherfeld geleitet. In der Spessartbund-Geschäftsstelle in Aschaffenburg unterstützt und koordiniert Sonja Orth die ehrenamtliche Jugendarbeit.
Nach Ansicht von Orth müssen Kinder und Jugendlichen die Abenteuer direkt vor der eigenen Haustüre finden. Man brauche zum Wandern keine teure Ausrüstung. Alle Veranstaltungen seien „partizipativ aufgebaut, also offen für eigene Ideen, man bringt sich soweit ein wie man möchte“. Die jugendliche Klientel sei über die Ortsgruppen organisiert. Orth weist darauf hin, dass die Mitgliedsbeiträge in den Ortsvereinen niedrig sein. Die Wanderjugend werde über die Jugendringe finanziell unterstützt. „Wir wollen, dass möglichst alle Kinder teilhaben können, Mitglieder und Nichtmitglieder“, bemerkt Orth. Man könne an allen Veranstaltungen teilnehmen ohne besondere Ausrüstung oder Schulung. Regelmäßige Teilnahme sei nicht verpflichtet. Als Helfer und Betreuer bekomme man Ehrenamtsbescheinigungen. Die Vielfalt an Angeboten werde z. B. durch Skifreizeit, Kanutour, Radfahren, Trekking, Klettern, internationale Begegnungen sicher gestellt. Der Leitspruch für alle Aktivitäten laute: „Fair, stark, miteinander.“ Die Jugendarbeit werden vom Spessartbund-Vorstand aktiv unterstützt, weil diese auch ein Element der Zukunft der Gesamtorganisation im Reformprozess sei.
Der Spessartbund plant für den 9. Juni 2024 ein Kinderwandertag in Laufach.
Geplant ist auch – zusammen mit den Rotariern – ein Survivalwochenende 03. – 05.05.24 mit den Diabetiker-Kids. Das Kinder-Zeltlager findet vom 27.07. bis 03.08.2024 statt. Der Landesverband Bayern plant ein Wintercamp im Bayerischen Wald bei St. Englmar vom 12.-14.01.2024. Eine Lama-Tour und Outdoor-Kids Freizeit und eine Alpenfreizeit sind beim Landesverband Hessen geplant (Termine noch offen). Alle Veranstaltungen der Verbände sind unter www.wanderjugend.de zu finden.
Beim DWJ ist parallel zum Deutschen Wandertag vom 20.-22.09.24 in Heiligenstadt in Thüringen ein Jugendcamp mit einem Zeltplatz für 100 Personen vorgesehen;
außerdem eine Trekkingtour „Peaks of Balkans“ in Albanien, Kosovo, Montenegro,
25.09.2024 bis 06.10.2024. Ein internationales Winterabenteuer findet in der Schweiz vom 01.-07.01.24 Graubünden/Savognien statt. Der Spessartbund bietet für engagierte Jugendliche Fortbildungen wie die Tourguide Ausbildung an. Diese bestehe aus drei Online-Terminen und einem Wochenende im Frankenwald 11.03.-07.04.24. Im gesamten Spessartbund seien rund 740 Kinder bis 18 Jahre und 500 Jugendliche zwischen 19 bis 27 Jahre organisiert. Eine besonders wichtige Arbeit für die Zukunft bestehe nach Orth darin, „dass Ehrenamtliche Verantwortung übernehmen, egal auf welcher Ebene“. Kontakt: Sonja Orth, Geschäftsstelle des Spessartbundes in Aschaffenburg, Tel. 06021 – 15224, Email: jugend@spessartbund.de, Informationen: www.spessartbund.de.
Bildunterschriften
Bild 1: Teilnehmer*innen am Jugendleitertagung in Heigenbrücken im April 2023 Sonja Orth kniend in der Mitte
Quelle: Peter Völker