Donnerstag, Februar 19, 2026
StartMKKHochwasserschutz im Main-Kinzig-Kreis: Engagement der Wasserverbände würdigen, Fehler der Vergangenheit korrigieren

Hochwasserschutz im Main-Kinzig-Kreis: Engagement der Wasserverbände würdigen, Fehler der Vergangenheit korrigieren

Der Main-Kinzig-Kreis steht angesichts zunehmender Starkregenereignisse und Extremwetterlagen vor großen Herausforderungen im Hochwasserschutz. Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßt ausdrücklich das langjährige und fachlich fundierte Engagement der Wasserverbände Kinzig sowie Nidder-Seemenbach, die mit ihren Planungen einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Menschen im Kreis leisten.
„Die Wasserverbände tragen eine enorme Verantwortung für den Hochwasserschutz im Main-Kinzig-Kreis und leisten hier seit vielen Jahren engagierte Arbeit. Ihre Konzepte zeigen, dass moderner Hochwasserschutz heute deutlich mehr sein kann als reine Rückhaltebecken“, erklärt Rainer Vogel, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Landwirtschaft (WEVUL).
Besonders die Entwicklung hybrider Lösungen, die Hochwasserschutz mit Trinkwassergewinnung und der Nutzung erneuerbarer Energien verbinden, bewerten die Grünen als wichtigen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass viele der heutigen Herausforderungen auch das Ergebnis früherer Fehlentscheidungen sind.
„Jahrzehntelange Flussbegradigungen, der Verlust von Auen und eine Siedlungspolitik, die zu oft in Überschwemmungsgebieten stattgefunden hat, haben natürliche Rückhalteräume zerstört und die Hochwasserproblematik verschärft“, sagt Céline Bousonville, Grüne Kreistagsabgeordnete. „Ein naturnaher Ausbau unserer Gewässer hätte viele dieser Probleme abmildern oder sogar vermeiden können.“
Vor diesem Hintergrund unterstreichen die Grünen die große Bedeutung von Renaturierungen der Flusssysteme im Main-Kinzig-Kreis. Naturnahe Gewässer und wiedergewonnene Auen bieten nicht nur effektiven Hochwasserschutz, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz sowie zur Grundwasserneubildung.
Ein besonderer Fokus müsse zudem auf der Klimaanpassung in den Anliegerkommunen entlang von Kinzig, Nidder und ihren Zuflüssen liegen. „Starkregenereignisse nehmen deutlich zu und betreffen längst nicht mehr nur die klassischen Überschwemmungsgebiete. Kommunen müssen sich darauf vorbereiten – durch Entsiegelung, kluge Bauleitplanung und mehr Raum für Wasser“, betont Bousonville.
Die Einladung der Wasserverbände in den zuständigen Kreistagsausschuss werten die Grünen als wichtigen Schritt für einen offenen und lösungsorientierten Austausch. Ziel sei es, bestehende Planungen weiterzuentwickeln, kritisch zu diskutieren und gemeinsam konkrete Maßnahmen für einen langfristig wirksamen, naturverträglichen Hochwasserschutz im Main-Kinzig-Kreis auf den Weg zu bringen.
„Hochwasserschutz ist keine rein technische Frage – es ist eine Frage politischer Verantwortung. Als Kreis müssen wir Entscheidungen treffen, die unsere Städte und Gemeinden morgen schützen. Klimaanpassung beginnt vor Ort, und sie gelingt nur, wenn wir aus Fehlern der Vergangenheit lernen und konsequent in naturnahe, nachhaltige Lösungen investieren“, erklärt Mahwish Iftikhar, Fraktionsvorsitzende.
„Hochwasserschutz ist ein zentraler Bestandteil der Klimaanpassung. Wenn wir unsere Flüsse wieder als natürliche Systeme begreifen und ihnen mehr Raum geben, schützen wir nicht nur Menschen und Infrastruktur, sondern investieren auch in die Zukunftsfähigkeit unserer Region“, so Rainer Vogel abschließend.

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen – Kreistagsfraktion Main-Kinzig-Kreis

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