Freitag, August 29, 2025
StartRegion 1BruchköbelGut aufgestellt für die Zukunft

Gut aufgestellt für die Zukunft

Landrat Thorsten Stolz besucht Traditionsunternehmen Eidmann in Bruchköbel

Main-Kinzig-Kreis. – Vor 111 Jahren hat sie begonnen, die Erfolgsgeschichte der Firma Eidmann mit Sitz in Bruchköbel. 1914 erwarb Karl Eidmann senior die Teilhaberschaft an einer Isenburger Wurstfabrik, fünf Jahre später kaufte er das Hofgut Blochmühle in Niederissigheim. Seither ist es der Stammsitz der Karl Eidmann GmbH und Co.KG. Fünf Mitarbeiter hatte der Betrieb damals. 1986, als Karl Eidmann in dritter Generation die Leitung übernahm, waren es 110. Mittlerweile führen seine Söhne Fabian und Moritz Müssig gemeinsam mit Carsten Koch die Geschäfte und beschäftigen 160 Personen.

Gemeinsam mit Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun stattete Landrat Thorsten Stolz dem traditionsreichen Unternehmen kürzlich einen Besuch ab. „Es ist mir wichtig, mit den Betrieben im Main-Kinzig-Kreis im Austausch zu stehen“, so der Landrat. Deshalb besuche er Handwerksbetriebe mit fünf oder sechs Mitarbeitenden, aber auch die großen Firmen in der Region. „Als Landrat möchte ich die wirtschaftliche Situation der Unternehmen kennen und von den Herausforderungen erfahren, vor denen sie stehen. Ich möchte mir aber auch ein Bild von der zukünftigen Entwicklung machen. Der Main-Kinzig-Kreis ist ein attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort und so soll es bleiben“, so Thorsten Stolz. Für die Geschäftsführer Carsten Koch, Fabian und Moritz Müssig sowie Karl Eidmann war der Besuch des Landrats und von Sylvia Braun, Bürgermeisterin der Stadt Bruchköbel, mehr als willkommen. Gleich zu Beginn des Austauschs betonte Karl Eidmann wie gut der Generationswechsel gelungen sei: „Ich habe alles geregelt, was zu regeln war. Die Nachfolge rechtzeitig auf den Weg zu bringen, ist wichtig. Viele Firmen verpassen den richtigen Moment.“

Die Karl Eidmann GmbH hat sich auf die Produktion von Wurst- und Fleischwaren sowie Konserven spezialisiert. Das Sortiment umfasst 1.500 verschiedene Artikel, die täglich frisch hergestellt werden. Seit 2003 ist der Betrieb IFS-zertifiziert (International Featured Standards). Das ist ein international anerkanntes Gütesiegel, das in der Lebensmittelbranche eingesetzt wird. Produzenten weisen damit nach, dass sie strenge Standards bei Hygiene, Produktion und Prozessen entlang der gesamten Lieferkette einhalten.

„Stark regional verwurzelt, der Tradition verpflichtet, offen für Innovationen, höchste Qualitätsstandards: Das sind die Werte, denen wir uns verpflichtet fühlen und nach denen wir handeln“, erklärte Fabian Müssig.

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden stammt aus dem europäischen Ausland, etwa aus Rumänien, Polen, Litauen, den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens aber auch aus Somalia. Insgesamt sind es 21 Nationalitäten „Ohne sie könnten wir die Produktion nicht aufrechterhalten. Sie haben eine tolle Einstellung zur Arbeit und sind sehr zuverlässig. Bei Kommunikationsprobleme zwischen den Mitarbeitenden, wird KI zu Hilfe genommen“, unterstreicht Moritz Müssig und Carsten Koch ergänzt: „Qualität und Anstand sind keine Frage der Herkunft. Wir profitieren davon, dass Deutschland bunter wird.“

Wie viele andere Betriebe in der Region, hat auch die Karl Eidmann GmbH freie Stellen für Fachkräfte und Azubis zu besetzen. „Wir bieten eine gute Vergütung, ein modernes und spannendes Arbeitsumfeld und täglich frisch zubereitetes Frühstück und Mittagessen in unserer betriebseigenen Kantine sowie attraktive Angebote für Gesundheit und Mobilität – von Firmenfitness bis hin zum JobRad“, so Fabian Müssig. Um Fachkräfte und Azubis zu gewinnen, müssten Arbeitgeber attraktiv sein und sich ansprechend präsentieren, so der Geschäftsführer. Handwerk habe jedoch noch immer nicht den Stellenwert erlangt, den es verdiene. Ein gesamtgesellschaftlicher Bewusstseinswandel sei notwendig. Noch immer gelte in einem Großteil der Elternhäuser Büroarbeit mehr als Handwerk. „Im Büro arbeiten Angestellte am Computer, das Ergebnis ist nicht sichtbar. Im Handwerk dagegen arbeitet man mit den Händen und sieht am Ende des Tages konkret das Ergebnis seiner Arbeit.“

Carsten Koch berichtete: „Eine unserer größten Herausforderungen ist und bleibt die Bürokratie. Gesetzliche Regelungen sind in der Fleischbranche besonders streng. Sie sind aber nicht immer sinnvoll, sondern können auch unbeabsichtigt wirklichkeitsfremd sein. Ein Beispiel sind die Umkleidezeiten: Nicht ihre Erfassung an sich, sondern die gesetzlich vorgeschriebene Form der Umsetzung hat uns gezwungen, rund 20.000 Euro in ein neues Tool zu investieren. Ebenso bei der Nutzung unserer Photovoltaik-Anlage oder der Förderung einer Kühleinheit, die wir kurzfristig austauschen mussten.“ Fördermöglichkeiten gebe es zwar für Unternehmen einige, aber das Erstellen der Anträge, die Prüfung durch den Fördermittelgeber und die Bewilligungsbescheide würden sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, selbst wenn die Anträge aus Dringlichkeit bevorzugt behandelt würden.

Landrat Thorsten Stolz, Bürgermeisterin Sylvia Braun und die Geschäftsleitung vereinbarten zum Abschluss des Austauschs, weiterhin im Gespräch zu bleiben.

Bildunterschrift: Moritz Müssig, Carsten Koch, beide Geschäftsführer der Karl Eidmann GmbH und Co.KG, Karl Eidmann, Landrat Thorsten Stolz, Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun und Fabian Müssig, ebenfalls Geschäftsführer der Karl-Eidmann GmbH und Co.KG, tauschten sich über die aktuelle Situation des Unternehmens aus (v.l.).

 

Quelle: Redaktion MKK Echo

Ähnliche Artikel
- Advertisment -

Am beliebtesten