Vorstand trifft Landrat Thorsten Stolz zum Austausch über Bürgerenergie, Energiewende und
zukünftige Projekte
Die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG hat ihren Dialog
mit den politischen Verantwortungsträgern der Region fortgesetzt. Im Rahmen eines
Antrittsbesuchs trafen sich die beiden Vorstandsmitglieder Josef Keller und Bernward Vierheilig
mit Landrat Thorsten Stolz, um sich über die weitere Entwicklung der Bürgerenergie im Main-
Kinzig-Kreis sowie über aktuelle und zukünftige Projekte der Genossenschaft auszutauschen.
Zu Beginn des Gesprächs stellten Josef Keller und Bernward Vierheilig die Entwicklung der
Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG seit ihrer Gründung vor. Dabei erläuterten sie den
kontinuierlichen Ausbau der Genossenschaft, die steigende Zahl der Mitglieder sowie das Ziel,
den Bürgerinnen und Bürgern des Main-Kinzig-Kreises eine aktive Beteiligung an der regionalen
Energiewende zu ermöglichen.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen insbesondere die derzeit in Planung befindlichen Projekte
der Genossenschaft. Hierzu gehört die mögliche Beteiligung am Windpark Jossgrund-
Pfaffenhausen sowie die Entwicklung eines Freiflächen-Photovoltaikprojekts in Jossgrund-
Oberndorf. Beide Projekte sollen einen wichtigen Beitrag zur regionalen und nachhaltigen
Energieversorgung leisten und gleichzeitig den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit eröffnen,
sich unmittelbar an der Energiewende vor Ort zu beteiligen.
Ein zentrales Gesprächsthema war die zunehmend schwierige Netzanbindung „neuer“
Erneuerbare-Energien-Anlagen. Josef Keller machte deutlich, dass der Ausbau der Stromnetze
den Anforderungen der Energiewende derzeit vielerorts nicht ausreichend folgt. Zwar seien
zahlreiche Projekte technisch und wirtschaftlich realisierbar, jedoch verhinderten fehlende
Netzkapazitäten häufig eine zeitnahe Umsetzung.
Nach Auffassung der Energiegenossenschaft stellt der schleppende Netzausbau inzwischen
eines der größten Hemmnisse für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien dar. Hier bedürfe
es erheblicher Investitionen und einer deutlich beschleunigten Planung und Umsetzung der
Netzinfrastruktur.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die neue gesetzliche Möglichkeit des Energy
Sharing. Diese eröffnet künftig neue Chancen, regional erzeugten Strom gemeinschaftlich zu
nutzen und dadurch Bürgerinnen und Bürger noch stärker an der Energiewende zu beteiligen.
Die Vorstandsmitglieder informierten Landrat Stolz darüber, dass hierzu bereits erste Gespräche
mit den Kreiswerken Main-Kinzig geführt werden. Gemeinsam mit Geschäftsführer Oliver
Habekost soll geprüft werden, ob sich im Main-Kinzig-Kreis ein regionales Energy-Sharing-Modell
entwickeln lässt. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern künftig attraktive Möglichkeiten zur
gemeinschaftlichen Nutzung regionaler Energie anzubieten. Zum Beispiel nach Ablauf der EEG
oder die Weitergabe von Überschuss Strom aus Photovoltaikanlagen an Nachbarn.
Darüber hinaus wurde über Beteiligungsmöglichkeiten der Energiegenossenschaft an Projekten
der erneuerbaren Energien im Main-Kinzig-Kreis gesprochen. Sowohl der Main-Kinzig-Kreis selber
als auch die Kreiswerke Main-Kinzig GmbH planen und realisieren verschiedene Windenergieund
Photovoltaikprojekte.
Aus Sicht der Energiegenossenschaft wäre es wünschenswert, wenn sich Bürgerinnen und Bürger
künftig auch an solchen Projekten beteiligen könnten. Bürgerenergie stärkt die regionale
Wertschöpfung, erhöht die Akzeptanz für erneuerbare Energien und sorgt dafür, dass
wirtschaftliche Erträge in der Region verbleiben.
„Eine stärkere Bürgerbeteiligung bei regionalen Energieprojekten ist grundsätzlich zu begrüßen.
Dabei müssen die Interessen und Entscheidungen aller Projektbeteiligten miteinander in Einklang
gebracht werden. So kann die Akzeptanz in der Bevölkerung für Projekte, die zum Gelingen der
Energiewende beitragen, erhöht werden“, erklärte Landrat Thorsten Stolz. Er sagte zu, die
vorgestellten Themen in zukünftige Gespräche mit den beteiligten Akteuren einzubringen und
Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu prüfen.
Abschließend würdigte der Landrat die Entwicklung der Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG
ausdrücklich. Er zeigte sich erfreut über die engagierte Arbeit der Verantwortlichen und begrüßte,
dass sich die Genossenschaft in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen regionalen Akteur
der Energiewende entwickelt hat.
Auch der Vorstand der Energiegenossenschaft zog ein sehr positives Fazit des Gesprächs.
„Die Energiewende kann nur gemeinsam gelingen. Politik, Kommunen, Kreiswerke und
Bürgerenergiegenossenschaften müssen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Nur so können
wir den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen und gleichzeitig die Bürgerinnen und
Bürger unmittelbar an den Chancen der Energiewende beteiligen“, erklärte Vorstandsmitglied
Josef Keller nach dem Gespräch.
Die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG wird den konstruktiven Dialog mit dem Main-Kinzig-
Kreis sowie mit den Städten, Gemeinden und weiteren Partnern auch künftig fortsetzen. Ziel
bleibt es, gemeinsam regionale Energieprojekte zu entwickeln und die Bürgerbeteiligung an der
Energiewende kontinuierlich auszubauen.
Quelle: Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG

