Die Müllerwiese in Gelnhausen ziert ein neues Kunstwerk: Eine Graffiti-Installation mit dem Titel „Gleichberechtigung_Demokratie das sind WIR“ wurde feierlich am Eingang des beliebten Gelnhäuser Treffpunkts am Ufer der Kinzig eingeweiht. Die mit Graffitis geschmückte Sitzbank ist eine Kunstidee der Künstlerin Sanja Zivo, die das Projekt gemeinsam mit Jugendlichen der Jugendarresteinrichtung Gelnhausen durchgeführt hat. Zivos Intention: Mit Kunst die Demokratie stärken.
Viele Monate hat Sanja Zivo auf diesen Moment gewartet: In feierlicher Runde wurde das zu Beginn der Einweihung noch verhüllte Werk aufgedeckt. So manche Aufs und Abs musste Zivo durchmachen, bis das Projekt seinen erfolgreichen Abschluss finden konnte. Einige Zeit dauerte es zunächst, bis mit dem Schützenhof Oberrodenbach e. V. ein Trägerverein für das Projekt gefunden werden konnte. Viele organisatorische Gespräche waren zudem zu führen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Jugendarresteinrichtung in Gelnhausen sowie der Koordinierungs- und Fachstelle „Vielfalt demokratisch leben!“, die beide das Projekt tatkräftig unterstützt hatten.
Sanja Zivo bedankte sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen des Projekts beigetragen hatten. Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) dankte sie für die Erlaubnis, die Bank auf der Müllerwiese aufstellen und damit öffentlich präsentieren zu dürfen. Ein weiterer Dank ging an den Betriebshof Gelnhausen, durch dessen Mitarbeiter die Aufstellung der Bank vorgenommen worden war.
Gemeinsam mit Psychologe Gerhard Tuschhoff von der Jugendarresteinrichtung Gelnhausen und Steffen Behme von „Vielfalt demokratisch leben!“ enthüllten Zivo und Litzinger die Installation.
Gerhard Tuschhoff verdeutlichte, dass das Projekt für die Jugendlichen im Arrest vor allem deshalb von großer Bedeutung gewesen sei, da sich die jungen Menschen in einem strukturierten und geordneten Tagesablauf mit wichtigen Fragen der Gesellschaft hätten beschäftigen können. Wo immer von dem Projekt berichtet worden sei, hob Tuschhoff hervor, habe es von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Einrichtungen sehr interessierte und positive Reaktionen gegeben.
Christian Litzinger, Projektfan der ersten Stunde, wie er bekundete, zeigte sich glücklich über die gelungene Realisierung der Kunstidee: „Demokratie und freiheitliche Grundwerte, auf denen eine vielfältige Gesellschaft aufbauen, sind dieser Tage leider zunehmend in Gefahr. Es ist daher wichtig, dass sich gerade die jungen Generationen immer wieder mit diesem grundlegenden Thema auseinandersetzen und verstehen, warum es so entscheidend ist, sich für den Erhalt der Demokratie einzusetzen. Projekte wie dieses von Sanja Zivo liefern für den politischen Diskurs einen wertvollen Beitrag.“
Sanja Zivo lud zum Abschluss der Einweihung alle Anwesenden ein, sich ebenfalls auf der Bank mit ihren eigenen Gedanken zur Demokratie zu verewigen. Ihr Wunsch ist es, dass sich an diesem Ort Menschen treffen und sich mit den Themen Demokratie und Menschenrechte auseinandersetzen. Der Bürgermeister machte deutlich, dass man einen besseren Ort als die Müllerwiese, auf der die Generationen friedlich zusammenkämen, für dieses Ansinnen gar nicht hätte finden können.
Bildunterschrift: Freuen sich über die neue Graffiti-Installation auf der Müllerwiese: Gerhard Tuschhof (Jugendarresteinrichtung Gelnhausen, erste Reihe, 1. v. r.), Steffen Behme („Vielfalt demokratisch leben!“, erste Reihe, 2. v. l.), Christian Litzinger (Bürgermeister Gelnhausen, erste Reihe, Mitte) und Sanja Zivo (Künstlerin, erste Reihe, 2. v. r.).
Quelle: Redaktion MKK Echo