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Der Freiheitsplatz im Herzen von Hanau: Vom fürstlichen Paradeplatz zur modernen Mitte

Über kaum einen Ort in Hanau wurde über so viele Generationen hinweg so leidenschaftlich diskutiert wie über den Freiheitsplatz. Zwischen 1950 und 2015 war er vor allem Verkehrsknotenpunkt, heute ist er darüber hinaus auch beliebter Treffpunkt.

Seinen Ursprung hat der Platz am Ende des 18. Jahrhunderts in der Brüder-Grimm-Stadt, die seit 1303 Stadt- und Marktrechte hat. Nachdem Erbprinz Wilhelm die militärisch überflüssig gewordenen Festungsanlagen zwischen Alt- und Neustadt rückbauen ließ, sollte ein repräsentatives „fürstliches Forum“ entstehen. Die großen Pläne wurden jedoch nie vollständig verwirklicht. Stattdessen prägten Stadttheater, Infanteriekaserne und Zeughaus das Areal. Erst 1825 wurden die Bereiche „Parade“ und „Esplanade“ zu einem gemeinsamen Platz vereint, der Platz diente als Aufmarschfläche.

Nach der nahezu vollständigen Zerstörung der Hanauer Innenstadt am 19. März 1945 erhielt der Freiheitsplatz einen neuen Namen und eine völlig neue Funktion. Jahrzehntelang dominierte ein großer Parkplatz und der zentrale Busbahnhof, in erster Linie für die 1908 gegründete Hanauer Straßenbahn GmbH, kurz HSB, deren rot-gelben Busse heute um die 16 Millionen Fahrgäste pro Jahr befördern. Gleichzeitig blieb die Fläche eine städtebauliche Barriere zwischen Alt- und Neustadt. Unzählige Ideen für eine Neugestaltung wurden entwickelt und wieder verworfen.

Der entscheidende Wendepunkt kam ab 2008 mit dem europaweit beachteten Verfahren des „Wettbewerblichen Dialogs“. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern entwickelte die Stadt Hanau unter Federführung von Oberbürgermeister Claus Kaminsky eine Vision für ihre Innenstadt. Während der Zentrale Omnibusbahnhof, ZOB, Ende 2014 nach etwa einjährigem Umbau in Dienst gestellt wurde, wurde der große Stadtumbau im September 2015 gefeiert. Nach Jahren der Planung ist ein neues urbanes Zentrum entstanden: Der Freiheitsplatz wurde grundlegend umgestaltet, das Forum Hanau und das Kulturforum eröffnet und neue Wege zwischen Einkaufen, Kultur, Mobilität und Aufenthalt geschaffen. Den Platz ziert das Denkmal für Moritz Daniel Oppenheim „Moritz und das tanzende Bild2 von Robert Schad und Pascal Coupot aus dem Jahr 2015, an der Marktstraße ist ein Bronzeplan mit Blick auf Hanau im 17. Jahrhundert zu sehen und zwei Stationen des Märchenpfads sind zu finden: der „Daumerling“ steht vor dem Finanzamt, „Brüderchen und Schwesterchen“ an der Elmar Diez-Platane.

Auch zwölf Jahre später ist der Freiheitsplatz nicht aus dem Stadtbild wegzudenken. Zugleich zeigen sich neue Herausforderungen. Die damals gepflanzten Tulpenbäume leiden zunehmend unter Hitze und Trockenheit. Einige mussten bereits ersetzt werden oder stehen auf dem Prüfstand. Die Stadt arbeitet deshalb an neuen Konzepten für eine klimaresiliente Begrünung.

Die Geschichte des Freiheitsplatzes ist damit längst nicht abgeschlossen. Sie erzählt von Hanau selbst: von einst selbständigen Städten Hanau und Neu-Hanau, von deren Zusammenwachsen durch Abtragen der Mauern und Zuschütten der Gräben, vom Wiederaufbau, vom Mut zur Veränderung und von der ständigen Aufgabe, eine lebendige und lebenswerte Stadtmitte immer wieder neu zu erfinden. Zurzeit werden Beton- und Pflasterbeläge erneuert. In unmittelbarer Nähe wird der Schlossplatz mit dem Erweiterungsbau der Karl-Rehbein-Schule umgestaltet. Der Schlossplatz bildet den Schlussstein des großen Stadtumbaus, der über fünf Plätze führt: Platz rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche (Französische Allee), Marktplatz, Freiheitsplatz, Altstädter Markt, Schlossplatz.

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Dominik Kuhn

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Quelle: Stadt Hanau

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