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Austausch zwischen SPD-Kreistagsfraktion und Agentur für Arbeit Hanau zur Lage am Arbeitsmarkt

Bei ihrem diesjährigen Besuch der Agentur für Arbeit in Hanau, hat sich die SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung, über die aktuelle Arbeitsmarktsituation im Main-Kinzig-Kreis informiert. Der Überblick für Juli 2026 zeigt im Vergleich zu den Vorjahren eine herausfordernde Gesamtlage, die Unternehmen wie Beschäftigte gleichermaßen betrifft.

Viele Unternehmen zeigten sich derzeit zurückhaltend bei Neueinstellungen, lediglich in den Bereichen Verwaltung und Pflege sei ein leichter Anstieg zu verzeichnen, berichtete Heike Hengster. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Main-Kinzig-Kreis (ohne Stadt Hanau) im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent leicht gesunken, während die Zahl der Arbeitssuchenden um 0,4 Prozent auf nun 5,4 Prozent gestiegen ist.

Auch bei den 15 bis 24-Jährigen ist ein Anstieg der Arbeitssuchenden zu verzeichnen. Hengster betonte: „Wir sehen aktuell eine deutliche Verunsicherung in vielen Betrieben. Die Unternehmen stehen unter Druck und reagieren mit Zurückhaltung bei Neueinstellungen und Ausbildung. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Main-Kinzig-Kreis ohne die Stadt Hanau ist im Vergleich zum Vorjahr um 21,1 % gesunken“. Derzeit stehen 1.061 gemeldete Ausbildungsplätze 1.648 junge Menschen gegenüber, die einen Ausbildungsplatz suchen. Zugleich wies Heike Hengster darauf hin, dass der Arbeitsagentur nicht alle offenen Stellen gemeldet werden. Darüber hinaus ende der Arbeits- oder auch Ausbildungsmarkt nicht an regionalen Grenzen.

Zunehmend würden außerdem Beschäftigte mit speziellen Qualifikationen nachgefragt. Angebot und Nachfrage passten nicht immer zusammen. Klaus Schejna, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, unterstrich: „Wir müssen Qualifizierungsmaßnahmen stärker an den tatsächlichen Bedarfen ausrichten. Gezielte Weiterbildungen und die Unterstützung von Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Arbeitskräften schaffen Perspektiven und stärken die Wirtschaft im Main-Kinzig-Kreis“. Ziel sei immer, nachhaltige Beschäftigung zu ermöglichen.

Ein zentrales Zukunftsprojekt der Arbeitsagentur befindet sich derzeit im Bau. Bis 2029 soll das „Haus des Erwerbslebens“ entstehen, ein gemeinsames Vorhaben der Agentur für Arbeit und der Stadt Hanau. Dort sollen künftig Agentur für Arbeit, Jobcenter, Sozialamt, Amt für Wohnhilfen und Volkshochschule unter einem Dach arbeiten. Ziel ist eine engere Vernetzung, kürzere Wege und eine bessere Abstimmung.

Bereits am 01.09.2026 startet zudem die Jugendberufsagentur, ein Kooperationsprojekt von Arbeitsagentur, Jugendhilfe und Jobcenter. Sie soll Jugendliche auf ihrem Weg in Ausbildung effektiv und aus einer Hand unterstützen.

Thematisiert wurden auch die vielfältigen Herausforderungen, welche gerade industrielle Branchenzweige treffen und auch im Main-Kinzig-Kreis einen Arbeitsplatzabbau mit sich bringen. Regional sind viele Industriebetriebe von einem Arbeitsplatzabbau betroffen, die neben nationalen auch klare internationale Gründe aufweisen. Alle Anwesenden waren sich einig, dass regionale Antworten ohne die Bundespolitik nicht möglich sind. „Wir brauchen eine Beachtung unserer wirtschaftlichen Lage in Berlin und eine klare Reaktion seitens der Bundesregierung, die Chancen für eine gute Industriepolitik ergreift und somit den Erhalt von Arbeitsplätzen nachhaltig sichert“, betonte Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann.

Zum Abschluss bedankten sich die Mitglieder der SPD‑Kreistagsfraktion bei Heike Hengster für den intensiven Austausch, der die Bedeutung einer engen und verlässlichen Zusammenarbeit aller Akteure am Arbeitsmarkt erneut deutlich gemacht hat.

Quelle: SPD-Kreistagsfraktion

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