Städtischer Fachdienst Umwelt bittet Bürger*innen Exemplare zu bekämpfen bzw. zu melden
Er trägt einen klangvollen Namen. Doch der Götterbaum ist eine akute Bedrohung für die heimische Pflanzenwelt. Auch in Maintal und der Region breitet sich die aus China stammende invasive Pflanze aus – mit ernsthaften Folgen für unsere Natur, Infrastruktur und Gesundheit. Daher bittet der Fachdienst Umwelt der Stadt Maintal Bürger*innen darum, bei der Bekämpfung des Götterbaums zu unterstützen, um dessen Ausbreitung zu verhindern.
Der Götterbaum zählt in Hessen offiziell zu den invasiven Neophyten. Das bedeutet: Er ist nicht heimisch, breitet sich aber so stark aus, dass er heimische Arten verdrängt und ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringt. Besonders problematisch ist seine Fähigkeit, selbst durch kleinste Ritzen in Mauern, Asphalt oder Pflastersteinen zu wachsen. Dort verursacht er massive Schäden – an Gebäuden, Wegen und Kanalisation. Darüber hinaus sondert der Baum Stoffe über seine Wurzeln ab, die das Wachstum anderer Pflanzen hemmen. Heimische Baumarten, Wildkräuter und Blumen haben gegen ihn kaum eine Chance. Zusätzlich kann der Pollen des Götterbaums bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen.
Ein einziges Exemplar kann pro Jahr Tausende Samen bilden – und gleichzeitig über Wurzelausläufer neue Bäume „klonen“. Einmal etabliert, ist der Götterbaum nur schwer wieder zu entfernen. Herkömmliches Abschneiden reicht nicht aus: Im Gegenteil, die Pflanze reagiert oft mit verstärktem Austrieb. Nur das frühzeitige Entfernen junger Setzlinge samt Wurzel verspricht Erfolg. Um eine weitere Ausbreitung in Maintal zu verhindern, bittet die Stadtverwaltung die Bürger*innen um Unterstützung.
Wer einen Götterbaum entdeckt, sollte kleine Exemplare bis zu einer Höhe von etwa 50 Zentimetern möglichst früh im Jahr samt Wurzel ausgraben. Bei bereits etablierten Bäumen gibt es folgende Möglichkeiten:
Wiederholtes Zurückschneiden: Baum mehrmals pro Jahr abschneiden, um ihn auszuhungern. Dies muss konsequent über mehrere Jahre erfolgen.
Wurzelaustriebe entfernen: Neu entstehende Triebe sofort entfernen.
Fachgerechte Fällung mit Wurzelbehandlung: Wenn möglich durch eine professionelle Baumpflegefirma. Wichtig: Nur mit gezielter Nachbehandlung (z. B. Wurzelentfernung) kann eine dauerhafte Beseitigung gelingen.
Auf keinen Fall nur absägen: Ein einfaches Fällen fördert die Bildung zahlreicher neuer Triebe aus dem Wurzelstock – ein Teufelskreis.
Samenbildung verhindern: Vor der Samenreife im Spätsommer die Blütenrispen abschneiden, damit sich keine neuen Bäume aussäen können.
Entsorgung: Wurzelmaterial sollte in Verbrennungsanlagen oder auf geeigneten Deponien (über Restmüll) entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Eine Kompostierung des Wurzelmaterials ist zu unterbinden.
Größere Vorkommen im öffentlichen Raum sollten über das Anregungs- und Ereignismanagement der Stadt Maintal unter www.maintal.de/aem oder über das Meldeportal des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie unter https://hessen.meldeportal.cloud/observation/428b0208/chinesischer-goetterbaum gemeldet werden.
Der Götterbäum wächst schnell – ein bis zwei Meter pro Jahr – und kann eine Höhe von bis zu 25 Metern erreichen. Er hat gefiederte Blätter, oft mit zehn bis 40 Einzelblättchen. Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein unangenehmer Geruch, der an verbrannte Erdnüsse erinnert. Die Rinde ist graubraun, bei jungen Bäumen glatt, später rissig. Im Sommer bildet der Götterbaum gelbgrüne Blütenrispen aus, gefolgt von flachen, geflügelten Samen.
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Götterbaum
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Götterbaum
Auch in Maintal wurden bereits Exemplare des Götterbaums entdeckt. Die invasive Pflanze aus China verdrängt heimische Arten.
Quelle: Redaktion MKK Echo