Arbeitsschutz kontrolliert Fahrzeuge und Laderampen
Abstürze machen einen großen Teil der Arbeitsunfälle in Deutschland aus, häufig auch mit tödlichem oder schwerem Verlauf. In diesem Jahr hat es schon zwei Aktionswochen zum Thema Absturzsicherung gegeben, wobei es um Arbeiten auf Gerüsten und Dächern ging. Diesmal nehmen die Arbeitsschutz-Fachkräfte in den Regierungspräsidien (RP) die Absturzgefahr an Laderampen und großen Fahrzeugen unter die Lupe.
„Wir wollen mit unserer Aktionswoche die Betriebe und ihre Beschäftigten für die Gefahren sensibilisieren“, so Jutta Flocke, die beim RP Darmstadt die Abteilung Arbeitsschutz leitet. Auch Abstürze aus relativ geringen Höhen bürgen ein hohes Verletzungsrisiko. Häufig sind schwere Kopfverletzungen die Folge.
Laderampen sind für die Warenlogistik unverzichtbar und daher in vielen Betrieben anzutreffen. Sie weisen besondere Absturzrisiken auf, etwa durch ungesicherte Kanten oder fehlende Absperrungen. Eine Absturzsicherung an Laderampen ist daher unerlässlich. Außerdem betrachten die Arbeitsschützerinnen und Arbeitsschützer im Rahmen ihrer Aktion die Gefährdung durch Abstürze an großen Fahrzeugen. Denn auch beim Auf- und Absteigen an Lkw, Baumaschinen oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen passieren immer wieder Arbeitsunfälle. Häufige Ursachen sind hier Hektik bei der Arbeit, ungeeignete Trittflächen oder fehlende Haltegriffe.
„Wir sehen uns die Arbeiten direkt vor Ort in den Betrieben an, zum Beispiel, ob nicht genutzte Bereiche von Laderampen oder Treppen mit Geländern gesichert sind“, erklärt Arbeitsschutzexperte Dr. David Heß. Es interessiert uns auch, ob die Beschäftigten gut über die Schutzmaßnahmen informiert sind. Deshalb kontrollieren wir, ob Sicherheitsunterweisungen für Ladevorgänge an Rampen stattgefunden haben und auch beherzigt werden“, kündigt Dr. Heß an.
„Bei den großen Fahrzeugen schauen wir uns in erster Linie die Trittstufen, Haltegriffe und Standflächen an. Es kommt häufiger vor, dass diese defekt oder komplett verschmutzt sind oder manchmal auch einfach fehlen. Wir lassen uns von den Fahrzeugführern zeigen, wie sie auf- und absteigen, und kontrollieren, ob dies gefahrlos möglich ist“, sagt Dr. Heß.
Vom 9. bis 13. November müssen Unternehmen mit Laderampen oder großen Fahrzeugen in ganz Hessen mit einem Besuch der Arbeitsschutzbehörden rechnen. In Südhessen werden die Arbeitsschutzdezernate des RP Darmstadt verschiedener Standorte die Kontrollen durchführen. Dabei werden auch Gespräche mit den Verantwortlichen in den Unternehmen geführt. Denn es gehört zu den Aufgaben von Arbeitgebern und Führungskräften, die Absturzgefährdung im Blick zu haben und für entsprechende Schutzmaßnahmen zu sorgen.
„Solche Unfälle verursachen bei den Betroffenen viel Leid. Zudem entstehen oft hohe Kosten für die Behandlung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das alles ist vermeidbar, wenn vorab die richtigen Schutzmaßnahmen getroffen werden und darauf geachtet wird, dass sie wirksam sind“, so Abteilungsleiterin Flocke.
Hintergrund
Auch die dritte diesjährige Aktionswoche zur Absturzgefährdung findet im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) statt, die vom Bund, den Ländern und der Gesetzlichen Unfallversicherung getragen wird. In Hessen wird sie von den Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel durchgeführt.
Link: https://rp-darmstadt.hessen.de/gesundheit-und-soziales/arbeitsschutz
Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt

