Auenentwicklungskonzept verbindet Naturschutz, Freiraumgestaltung und Naherholung / Fachlicher Austausch im Stadtteilzentrum Südost
Die Auen entlang des Mains, der Kinzig und weiterer Hanauer Bäche sind wertvolle Naturräume und zugleich wichtige Erholungsgebiete. Mit einem Auenentwicklungskonzept hat die Stadt Hanau gemeinsam mit der Universität Kassel eine planerische Grundlage geschaffen, um diese Landschaften langfristig zu schützen und behutsam weiterzuentwickeln. Bei der Veranstaltung „Gewässernachbarschaft Main” im Stadtteilzentrum Südost standen das Konzept und ausgewählte Entwicklungsmöglichkeiten im Mittelpunkt.
„Unsere Auen erfüllen viele wichtige Funktionen: Sie bieten Lebensräume für Tiere und Pflanzen, dienen als Rückhalteräume bei Hochwasser und sind attraktive Orte für die Naherholung. Diese unterschiedlichen Ansprüche müssen wir zusammenbringen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri. „Das Auenentwicklungskonzept hilft uns dabei, die wertvollen Landschaftsräume zu erhalten und ihre Potenziale verantwortungsvoll zu nutzen.“
Hintergrund ist der zunehmende Nutzungsdruck auf die städtischen Freiflächen. In einer Vorstudie hat die Universität Kassel zwischen 2020 und 2022 insgesamt 20 Auenräume entlang der Hanauer Gewässer untersucht. Gemeinsam mit der Stadt wurden anschließend fünf Bereiche für eine vertiefte Betrachtung ausgewählt: Schloss Philippsruhe und Umgebung, das Mainknie, das Mainufer am Bautz-Gelände bis zum Hafen, die Kinzigaue zwischen Kinzigwehr und Kinzigmündung sowie die Hellenbach-Aue.
Die Entwicklungsvorschläge berücksichtigen die jeweiligen Besonderheiten der Gebiete. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt wertvoller Lebensräume, eine angepasste Pflege und Bewirtschaftung sowie attraktive Möglichkeiten für Erholung und Naturerleben. Am ehemaligen Bautz-Gelände soll beispielsweise die künftige Nutzung des Mainufers so gelenkt werden, dass attraktive Aufenthaltsbereiche entstehen und zugleich ökologisch wertvolle Naturflächen geschont werden. Bestehende Wege sollen möglichst weitergenutzt und neue Versiegelungen begrenzt werden.
„Es geht nicht darum, überall neue Freizeitangebote zu schaffen oder die Natur umfassend umzugestalten. Vielmehr wollen wir für jeden Landschaftsraum passende Lösungen finden, die seine ökologischen Besonderheiten berücksichtigen“, so Dr. Bieri.
Drei der vier Fachvorträge bei der Veranstaltung „Gewässernachbarschaft Main“ widmeten sich dem Hanauer Konzept. Professor Andreas Mengel von der Universität Kassel stellte den Gesamtansatz und ausgewählte Untersuchungsräume vor. Philipp Geismar vom Hanauer Stadtplanungsamt erläuterte die Überlegungen für den Bereich rund um das ehemalige Bautz-Gelände. Insgesamt nahmen 34 Fachleute, unter anderem aus Hanau, Offenbach und Mühlheim, an der von der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GfG) und dem Regierungspräsidium Darmstadt organisierten Veranstaltung teil.
Der anschließende Austausch zeigte, wie wichtig die Abstimmung zwischen Naturschutz, Erholungsnutzung und den unterschiedlichen Interessen vor Ort ist. Auch die Besucherlenkung in sensiblen Landschaftsräumen wurden diskutiert.
„Die Diskussionen mit Fachleuten und anderen Kommunen bringen zusätzliche Perspektiven in die Entwicklung unserer Gewässerlandschaften. Unser Anspruch ist es, Natur und Erholung gemeinsam zu denken und die Hanauer Auen auch für kommende Generationen zu bewahren“, sagt Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri.
Pressekontakt:
Stadt Hanau, Julia Oppenländer
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Quelle: Stadt Hanau

