Innovatives Angebot am Freitag, 13. und Samstag, 14. November im Congress Park Hanau / Workshop, Film, Musik: Besucherinnen und Besucher stellen sich am Samstag ihr Programm selbst zusammen / Noch kostenlose Tickets verfügbar
„Demokratie muss man erleben und ausprobieren können. Genau das wollen wir mit der ‚Zwei-Tage-WG’ ermöglichen. Niemand hier muss Experte sein oder auf jede Frage eine Antwort haben. Neugier und die Bereitschaft, anderen zuzuhören, reichen völlig aus, um ‚einzuziehen'”, sagt Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri und betont, dass gerade das ungewöhnliche Format der ungezwungenen Beteiligung den Reiz der Veranstaltung am 13. und 14. November ausmacht: ungezwungene Beteiligung.
Wer am Samstag, 14. November, ab 12.30 Uhr in die „Zwei-Tage-WG“ einzieht, entscheidet selbst, wo gemäß der Leitfrage „Demokratie, Vielfalt, Bildung – Wie wollen wir zusammenleben?“ die Interessen liegen. Das Angebot im CPH (Schlossplatz) richtet sich ausdrücklich an alle Menschen – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Nach dem Fachtag am Freitag wird der Samstag zum Mitmach-Tag für alle. Das Mitdiskutieren im Jugendpanel oder das Hinterfragen der eigenen Filterblase sind ebenso möglich, wie bei Film, Musik und Begegnung einfach ins Gespräch zu kommen: Unterschiedliche Zugänge zu Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenleben sind bei dieser Veranstaltung ebenso vielseitig wie unsere Gesellschaft. Wer nur eine Stunde Zeit hat oder lediglich einen bestimmten Programmpunkt besuchen möchte, ist ebenso willkommen wie Ganztagsbesucher. Kostenlose Tickets gibt es unter https://www.hdv-hanau.de/zwei-tage-wg. Gastgeber der Veranstaltung sind die Bildungsinitiative Ferhat Unvar und das Haus für Demokratie und Vielfalt (HDV) der Stadt Hanau.
Vor allem junge Menschen sind gefragt, sich einzubringen. Daher stehen in einem Jugendpanel ihre Fragen und Erwartungen an Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt. Namhafte Politikerinnen und Politiker sind geladen und teilen in einem moderierten Gespräch ihre Perspektiven mit dem Publikum. Wie unterschiedlich politische Bildung vermittelt werden kann, zeigt zudem der Blick ins Programm. Beim Format „Sprechen und Zuhören“ geht es um Filterblasen und die Frage, wie Austausch auch zwischen unterschiedlichen Sichtweisen gelingt. Ein Workshop beschäftigt sich mit dem digitalen Zusammenleben, ein weiterer mit der Rolle von Memes.
In der Zwei-Tage-WG wird auch konkret gearbeitet: Projekte wie die „Plan.Spiel.Stadt“ und die „Buttons für Demokratie und Vielfalt“ zeigen, dass politische Bildung nicht theorielastig, sondern kreativ und abwechslungsreich auftritt. Ein Planspiel des Hauses für Demokratie und Vielfalt, Postkarten an die Politik sowie Angebote der Bildungsinitiative Ferhat Unvar eröffnen weitere unterschiedliche Zugänge zu gesellschaftlichen Fragen.
„Genau diese Mischung macht den Reiz aus“, sagt Stadtrat und Sozialdezernent Andreas Jäger: „Vielleicht kommt jemand wegen eines Gesprächs über soziale Medien, bleibt anschließend beim Planspiel und klinkt sich dann in einen kontroversen Dialog ein. Das ist das Ziel der Veranstaltung: Dass Menschen miteinander reden, die sich sonst nicht begegnen würden. Eine WG lebt schließlich auch davon, dass nicht jeder dasselbe macht und denkt, und trotzdem alle miteinander klarkommen und den gemeinsamen Raum gestalten.“
Bereits am Freitag, 13. November, kommen Fachleute aus Zivilgesellschaft, politischer Bildung, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zusammen. In Werkstätten, einem Spiele-Labor und weiteren Arbeitsformaten arbeiten sie zu den fünf Kernthemen Vermitteln, Teilen, Gestalten, Erinnern und Spielen, um Erfahrungen und Ideen zusammenzuführen und neue Kooperationen anzustoßen.
Der Blick reicht dabei bewusst über die Brüder-Grimm-Stadt hinaus. Die Zwei-Tage-WG führt Initiativen aus ganz Europa zusammen – „von Hanau bis Berlin, von Utøya bis Paris“. Diese Orte verbindet die schmerzhafte Erfahrung, Schauplatz terroristischer und rassistischer Anschläge geworden zu sein. Der Austausch über unterschiedliche Ansätze in Erinnerungskultur und Demokratiebildung soll neue, praxisnahe Impulse freisetzen.
Serpil Unvar, Mutter des beim Anschlag vom 19. Februar 2020 tragisch zu Tode gekommenen Ferhat Unvar und Gründerin der Bildungsinitiative Ferhat Unvar betont: “Ich will nicht meine Trauer weitergeben, ich will mehr Mut weitergeben. Man kann mit Mitleid viel erreichen, aber nicht langfristig. Irgendwann fängt bei Menschen Mitleidmüdigkeit an. Und das will ich nicht.”
Oberbürgermeister Dr. Bieri sieht in der Breite und Zukunftsgewandtheit der Veranstaltung eine Chance für Hanau: „Hanau bringt seine Erfahrungen mit ein und will zugleich von anderen Städten und Initiativen lernen. Die Zwei-Tage-WG schließt zwar am Ende der Veranstaltung wieder ihre Türen, aber diese Begegnungen bleiben. Ich bin überzeugt, dass zahlreiche WG-Gespräche der Startpunkt sein werden für interessante Initiativen und Projekte, die noch folgen.“
Pressekontakt:
Stadt Hanau, Dominik Kuhn
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Quelle: Stadt Hanau

