StartRegion 2Großkrotzenburg„Angst und Mut gehören zusammen“ – 96 Besucher bei „Herzzeit“ in Bruchköbel

„Angst und Mut gehören zusammen“ – 96 Besucher bei „Herzzeit“ in Bruchköbel

Wie gehen Menschen mit Angst um? Und wo finden sie Halt in unsicheren Zeiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die zweite Ausgabe von „Herzzeit – der Abendgottesdienst“ in der Jakobuskirche Bruchköbel. Gastredner war Prof. Dr. Martin Grabe, Psychiater, Psychotherapeut und Direktor des Marburger Instituts für Religion und Psychotherapie.

96 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung in den besonderen Gottesdienst. Damit konnte Herzzeit die Besucherzahl gegenüber der ersten Veranstaltung im Juni noch einmal steigern. Beim Auftakt waren 88 Menschen dabei.

In seinem Vortrag stellte Grabe einen Gedanken in den Mittelpunkt, der viele überraschte: Angst sei nicht nur belastend, sondern zunächst ein wichtiges und gesundes Gefühl. Sie warne vor Gefahren und helfe Menschen, verantwortliche Entscheidungen zu treffen. Besonders bewegt habe Besucher ein Satz aus seinem Vortrag: „Angst und Mut gehören zusammen.“

Musikalisch wurde der Abend von einer Band gestaltet. Im Anschluss bestand die Möglichkeit, Kerzen anzuzünden, Gebetsanliegen aufzuschreiben, persönliche Gespräche zu führen oder Fragen anonym einzureichen. Die Fragerunde stieß erneut auf großes Interesse. Es wurden deutlich mehr Fragen abgegeben, als während des Abends beantwortet werden konnten.

Auch die Auswertung der Feedbackbögen fiel sehr positiv aus. Besonders häufig lobten Besucher die Musik, die Atmosphäre und die lebensnahe Aufbereitung des Themas.

Getragen wird Herzzeit von einem Team aus rund 15 Ehrenamtlichen. Ziel des Formats ist es, einen Raum für Menschen zu schaffen, die mit klassischen Gottesdienstformen wenig anfangen können, aber offen sind für Fragen des Glaubens und des Lebens.

Die Rückmeldungen deuten darauf hin, dass dieses Konzept aufgeht. Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, nur locker oder selten an kirchlichem Leben teilzunehmen. Gleichzeitig kamen Besucher nicht nur aus Bruchköbel, sondern auch aus umliegenden Orten.

Pfarrer Fabian J. Witmer, der das Projekt begleitet, freut sich über die Entwicklung: „Der zweite Abend hat uns gezeigt, dass Herzzeit keine einmalige Idee war. Die Resonanz macht Mut. Menschen interessieren sich für lebensnahe Themen, gute Musik und eine Kirche, in der sie mit ihren Fragen willkommen sind.“

Nach den beiden erfolgreichen Veranstaltungen stehen bereits die Termine für 2027 fest. Die nächste Herzzeit findet am 24. Januar statt.

Quelle: Fabian J. Witmer

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