Stadt Gelnhausen bringt Mobilitätspläne für vier Schulen auf den Weg
Weniger Elterntaxis, sicherere Querungen und bessere Bedingungen für Bus, Fahrrad und Fußverkehr: Gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis und weiteren Akteuren arbeitet die Stadt Gelnhausen seit Beginn des Jahres an einem umfangreichen Paket für sichere Schulwege. Im November sollen Mobilitätspläne für vier Bildungseinrichtungen in der Kernstadt abgeschlossen sein.
Wie kommen Schülerinnen und Schüler sicher zum Unterricht und ebenso sicher wieder nach Hause? Wo entstehen Konflikte mit Autos? Und wo geraten Busverkehr, Radfahrer und Fußgänger aneinander? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich die Stadt Gelnhausen, der Main-Kinzig-Kreis und vier Schulen in der Kernstadt seit Beginn des Jahres. Unter der Regie des Integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagements Region Frankfurt RheinMain (IVM) entstehen derzeit Mobilitätspläne für das Grimmelshausen-Gymnasium, die Beruflichen Schulen, die Elisabeth-Strupp-Schule und die Philipp-Reis-Schule.
Die Pläne sind weit mehr als Karten mit empfohlenen Schulwegen. In die Betrachtungen fließen Straßen und Kreuzungen, Bushaltestellen und Fahrradverbindungen ein. Dabei geht es auch um die Frage, wie Schulen, Stadt und Kreis dauerhaft zusammenarbeitet können.
Das Projekt unter der Regie der IVM GmbH ist Anfang des Jahres angelaufen. Für die fachliche Ausarbeitung der Schulmobilitätspläne ist das Verkehrsplanungsbüro LK Argus aus Kassel zuständig. Mittlerweile sind mehre Beratungsrunden erfolgt, in denen Handlungsbedarfe benannt und Lösungsvorschläge gesammelt wurden. Dabei haben auch Elternvertretungen und Polizei ihre Erfahrungen eingebracht. Bei Fragen zum Busverkehr wurde die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG) einbezogen. Befragungen in den Schulen haben wichtige Hinweise über die tatsächlich genutzten Wege der Kinder und Jugendlichen geliefert. Entstanden ist ein umfangreicher Katalog mit Verbesserungsvorschlägen.
Jetzt haben Vertreter von Stadt, Kreis und allen vier Schulen mit Polizei, KVG und weiteren Akteuren die Vorschläge diskutiert, die über die einzelnen Einrichtungen hinausgehen. Das Ergebnis: Die präsentierten Ideen werden grundsätzlich von allen Beteiligten mitgetragen.
Besonderer Fokus liegt auf dem Lohmühlenweg
Das Paket umfasst insgesamt 33 schulübergreifende Vorschläge. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Lohmühlenweg. Hier treffen zahlreiche Busse, Autos, Radfahrer und Fußgänger zu den Stoßzeiten aufeinander. Mehr Sicherheit soll eine neue Verkehrsregelung bringen. Zu den Vorschlägen gehören unter anderem eine neue Verkehrsregelung, konsequentere Kontrollen der Geschwindigkeitsbegrenzungen und eine Hol- und Bringzone. Die Iddee: Eltern fahren ihre Kinder nicht mehr bis zum Schultor, sondern lassen sie an solchen Stellen aussteigen, von denen sie den restlichen Weg sicher zu Fuß zurücklegen können. Zudem sind Elterninformationen, gemeinsame Kommunikationsaktionen und stärkere Kontrollen gegen verbotswidriges Halten und Parken angedacht.
Dabei ist allen Beteiligten klar: Einzelmaßnahmen allein reichen im Lohmühlenweg nicht aus. Deshalb soll hier ein zusätzliches Gesamtkonzept entwickelt werden, das unter anderem ausreichend Platz für Busse, sichere Gehwege und Querungen sowie eine möglichst konfliktarme Führung des Radverkehrs ermöglichen soll.
Auch Bahnhof und Altstadt im Blick
Doch die Schulmobilitätspläne beschränken sich nicht auf den Lohmühlenweg. Auch die Verbindung vom Bahnhof zum Schulzentrum steht im Fokus der Überlegungen, ebenso wie der Bereich um die Beruflichen Schulen.
In der Altstadt bilden unter anderem die Röther Gasse, der Schützengraben und die Berliner Straße einen Schwerpunkt der Mobilitätspläne. Und auch der Radverkehr wird berücksichtigt. Die Beteiligten wollen die Abstellmöglichkeiten an den Schulen verbessern, Radrouten weiterentwickeln und Problemstellen im Straßennetz beleuchten.
Weitere Prüfaufträge beschäftigen sich unter anderem mit der Frankfurter Straße, der Freigerichter Straße und der Altenhaßlauer Straße im Bereich der Unterführung. Zu den übergreifenden Vorschlägen gehören mobile Geschwindigkeitsanzeigen und Kontrollen im Schulumfeld, ebenso wie die Prüfung weiterer Tempolimits.
Unter Regie der Stadt: Zusammenarbeit soll dauerhaft fortgesetzt werden
Bürgermeister Christian Litzinger freut sich über die intensive Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure. Gleichzeitig macht er klar: „Die eigentliche Arbeit liegt noch vor uns. Denn wenn die Schulmobilitätspläne für die Kernstadt Ende des Jahres fertig sind, gilt es für die Beteiligten, die Vorschläge umzusetzen. Vieles wird kurzfristig möglich sein. Anderes muss planerisch vertieft, rechtlich geprüft, finanziert oder von den politischen Gremien beschlossen werden.“
Und dafür haben die Beteiligten eine Struktur entwickelt, die die weitere Zusammenarbeit sichern soll. Wenn die derzeit von IVM und LK Argus begleitete Projektphase abgeschlossen ist, übernimmt die Stadt Gelnhausen die Regie. Dabei wird ein Lenkungskreis etabliert, der die weitere Arbeit von Stadt, Kreis und Schulen koordiniert. Einmal im Jahr soll zudem ein gemeinsames Netzwerktreffen stattfinden, bei dem der Umsetzungsstand überprüft, neue Themen besprochen und die Schulwegpläne fortgeschrieben werden.
Stadt will Schulwege auch in Hailer und Meerholz sicherer machen
„Gelnhausen ist der Schulstandort im Main-Kinzig-Kreis. Um die damit einhergehenden Verkehrsprobleme zu lösen, haben sich viele Menschen viele Gedanken gemacht. Jetzt haben sich alle Beteiligten gemeinsam an einen Tisch gesetzt. Das war genau der richtige Weg“, betont Bürgermeister Christian Litzinger (CDU).
Und den will die Stadt auch im Bereich der Ysenburgschule Hailer-Meerholz beschreiten. „Die Schulwegpläne für den Stadtteil waren zusammen mit denen für die Kernstadt ausgeschrieben worden. Die Arbeit sollte 2027 beginnen“, sagt Litzinger. Allerdings: Mittlerweile liegen Pläne des Landes Hessen vor, die Mittel für das Schulische Mobilitätsmanagement deutlich zu reduzieren. „Wir haben das Hessische Verkehrsministerium angeschrieben und gefordert, die Finanzierung für unser Vorhaben in Hailer und Meerholz zur Verfügung zu stellen.“ Er ist überzeugt: „Jede Investition in die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen ist eine gute Investition.“
Quelle: Stadt Gelnhausen

