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StartRegion 4Bad OrbKohr: „Das Projekt meines Lebens.“

Kohr: „Das Projekt meines Lebens.“

Teammanager Adi Kohr über zwei
Bundesligamannschaften, internationale Athletinnen und die Zukunft des
Triathlons im Main-Kinzig-Kreis

Die beiden Frauenmannschaften von Team Bad Orb
gehören zu den hochklassigsten Sportmannschaften im Main-Kinzig-Kreis. Die
Athletinnen investieren bis zu 25 Stunden pro Woche in Training und Wettkämpfe.
In beiden Teams starten Triathletinnen, die in deutschen und europäischen
Leistungszentren trainieren, bei Europa- und Weltcuprennen antreten und an
Weltmeisterschaften der Elite und der Juniorinnen teilnehmen.

In den vergangenen Jahren haben sich die
Mannschaften bemerkenswert entwickelt, strukturell verändert und neue Wege
eingeschlagen. Teammanager Adi Kohr sieht in dem Projekt längst weit mehr als
zwei erfolgreiche Bundesligateams.

„Wenn man so weit gekommen ist wie wir, weiß man,
wie viel Arbeit, Zeit und persönliches Engagement in solchen Teams stecken“,
sagt Kohr. Besonders beeindrucke ihn die Leidenschaft, der Teamgeist und die
Zielstrebigkeit der Athletinnen. Wenn dann noch ein sportlich starkes Ergebnis
gelinge, entstünden Emotionen und Glücksgefühle, die nur schwer zu beschreiben
seien.

Sportlich verlief die Saison für das Team Bad Orb
erfolgreich. Bereits zum Auftakt im Kraichgau zeigte die erste Mannschaft eine
starke Leistung. Auch in Tübingen lief es gut. Überschattet wurde die Saison
allerdings vom Radsturz der Kaderathletin Sarah Walter bei den Deutschen
Meisterschaften. Im Allgäu musste das Team mit nur drei Athletinnen antreten,
bevor in Hannover mit Platz vier erneut ein starkes Ergebnis gelang. In der
Abschlusstabelle belegte das Team Bad Orb I den sechsten Platz und erzielte
damit das zweitbeste Teamergebnis der Vereinsgeschichte. Nur 2024 war die
Mannschaft mit Rang fünf noch erfolgreicher.

Auch das zweite Team setzte in seiner ersten
Saison ein Ausrufezeichen. Als Aufsteiger gelang beim Saisonfinale der erste
Tagessieg in der 2. Bundesliga. In der Abschlusstabelle belegte die Mannschaft
den zehnten Platz. „Wir freuen uns sehr darüber, wie schnell sich diese neue
Mannschaft zusammengefunden hat“, sagt Kohr.

Internationalität prägt beide Teams. Athletinnen
aus Polen, Ungarn, Italien, Österreich und weiteren Ländern gehören zum Kader.
Gleichzeitig möchte Kohr die Verbindung zur Region weiter stärken. Eine
wichtige Rolle könnten dabei junge Sportlerinnen aus dem Main-Kinzig-Kreis
spielen.

„Wir würden unsere Athletinnen gerne häufiger hier
in der Region präsentieren“, erklärt der Teammanager. Der Terminkalender mit
Wettkämpfen und Trainingslagern sei jedoch sehr voll. Zwischen November und
März gebe es deutlich mehr Möglichkeiten für gemeinsame Aktionen,
Trainingswochenenden und Begegnungen vor Ort.

Zudem arbeite der Verein daran, zunehmend
Athletinnen aus der Region in die zweite Bundesligamannschaft zu integrieren.
Beim Schwimmverein Gelnhausen gebe es beispielsweise junge Sportlerinnen in der
Triathlon-Nachwuchsabteilung, die künftig gerne für unsere Mannschaft starten
würden. Auch in Bruchköbel werde die Jugendarbeit stark gefördert und es
bestehe Interesse an hochklassigem Triathlonsport.

Dabei gehe es nicht darum, anderen Vereinen
Athletinnen wegzunehmen. Vielmehr wolle Team Bad Orb den Sportlerinnen eine
zusätzliche Perspektive bieten, auf hohem Niveau Bundesliga zu starten. Für
viele Nachwuchsathletinnen sei das eine wichtige Motivation. Auch
internationale Talente sammelten im zweiten Team wertvolle Erfahrungen. Die
gemeinsamen Reisen und Wettkämpfe schweißten die Mannschaft schnell zusammen.

„Wir haben mit Frank Hau meist einen
professionellen Fotografen dabei. Solche Bilder nach dem Rennen sind für viele
Athletinnen ein tolles Geschenk und eine große Motivation“, sagt Kohr. Die
sportliche Qualität der Rennen, die professionelle Betreuung und das
internationale Umfeld machten Team Bad Orb für viele Athletinnen attraktiv.

Für die weitere Entwicklung benötigt der Verein
jedoch zusätzliche Unterstützung. „Wenn sich weitere Partner für unsere
hochklassigen Mannschaften interessieren und engagieren, dann hat dieses
Projekt hier im Main-Kinzig-Kreis eine gute Zukunft“, betont Kohr. Ziel sei es,
in der Region zu bleiben, den Triathlon noch sichtbarer zu machen und beide
Mannschaften langfristig professionell weiterzuentwickeln.

Bad Orb und der Main-Kinzig-Kreis seien
sportbegeisterte Regionen. Kohr wünscht sich deshalb, dass auch der Triathlon
und die beiden Bundesligamannschaften in dieser vielfältigen Sportlandschaft
noch stärker wahrgenommen und unterstützt werden. Junge Athletinnen aus der
Region sollen gefördert und Menschen für den Triathlon begeistert werden.

Das könne allerdings nur in Zusammenarbeit mit
anderen Vereinen und Partnern gelingen. Gleichzeitig soll das Team Bad Orb ein
Ort bleiben, an dem internationale Sportlerinnen zusammenkommen, voneinander
lernen und sich weiterentwickeln. „Wenn wir auch in drei bis fünf Jahren mit
zwei Mannschaften in der ersten und zweiten Bundesliga starten und dabei noch
enger mit der Region verbunden sind, wäre das eine großartige Entwicklung“,
sagt Kohr.

Seine persönliche Verbindung zum Team beschreibt
der 55-Jährige mit ungewöhnlich emotionalen Worten. Wenn eine Polin neben einer
Ungarin sitze, eine Italienerin dazukomme und alle gemeinsam lachen, sich
freuen und anschließend im Wettkampf füreinander kämpfen, sei das etwas ganz
Besonderes. Diese Verbindung über Länder und Kulturen hinweg begeistere ihn.

„Als ich Student war, habe ich einmal eine
Cocktailbar in Tübingen betrieben. Aber das hier ist ohne Zweifel das Projekt
meines Lebens.“

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Quelle: BAD ORB Triathlon e.V

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