800 Wandernde, vier Strecken, unzählige Kilometer und ein Ziel, das die Letzten erst um 23:23 Uhr erreichten: Die Jubiläumsausgabe von „Keine Gnade für die Wade“ hat am vergangenen Samstag einmal mehr gezeigt, welche Dimensionen das Gründauer Wanderevent inzwischen erreicht hat. Bereits zwei Monate vor dem Start waren sämtliche Plätze vergeben. Zur fünften Ausgabe kamen Wanderbegeisterte aus ganz Deutschland sowie aus der Schweiz, den Niederlanden und Luxemburg nach Gründau.
Der Startschuss für den langen Wandertag fiel bereits am frühen Morgen. Kurz vor sieben Uhr eröffnete Bürgermeister Markus Kern die Veranstaltung, bevor sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die 15, 30, 42 und 60 Kilometer langen Strecken durch Gründau und den Spessart machten. Während für die einen das gemeinsame Wandererlebnis im Mittelpunkt stand, wartete insbesondere auf den längeren Distanzen eine echte sportliche Herausforderung.
Für einen besonderen Hingucker sorgte eine Gruppe von Gründauer Feuerwehrleuten, die in Feuerwehrkleidung gemeinsam an den Start ging und sich auf die 15 km Strecke begab.
Was „Keine Gnade für die Wade“ seit inzwischen fünf Jahren auszeichnet, zeigte sich jedoch nicht nur auf den Wanderwegen. Entlang der Strecken waren zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz, die die Versorgungspunkte betreuten, Verpflegung ausgaben, motivierten und dafür sorgten, dass es den Wandernden auch nach vielen Kilometern an nichts fehlte.
Besonders tatkräftige Unterstützung kam unter anderem aus Altenhaßlau, wo auch Bürgermeister Markus Betz vor Ort war, sowie vom Obst- und Gartenbauverein Lanzingen. Auch die Heilpädagogische Wohneinrichtung Gettenbach des Internationalen Bundes sowie die Rettungshundestaffel Main-Kinzig war eng in die Veranstaltung eingebunden. Die Genannten beiden Organisationen gehören in diesem Jahr zu den Herzensprojekten, die mit den Mehreinnahmen des nicht kommerziell ausgerichteten Wanderevents unterstützt werden. Doch die Bewohnerinnen und Bewohner der IB Gettenbach halfen nicht nur mit: 20 von ihnen gingen selbst an den Start und wurden damit unmittelbar Teil des Wandertages.
Im Ziel war der Veranstaltungstag für viele noch lange nicht vorbei. Das DRK Lieblos sorgte dort für die Verpflegung, während ein Crêpe Stand und Eis das Angebot ergänzten. Nach und nach kehrten die Wandernden zurück und wurden nach den bewältigten Kilometern im Ziel empfangen. Die Stimmung blieb dabei bis in die späten Abendstunden ausgelassen. Trotz 800 Starterinnen und Startern und Tausender zurückgelegter Kilometer verlief die Veranstaltung weitgehend ohne Zwischenfälle. Lediglich ein gebrochenes Sprunggelenk erforderte medizinische Versorgung.
Um exakt 23:23 Uhr war es schließlich geschafft: Auch die letzten Wandernden überquerten die Ziellinie und beendeten damit mehr als 16 Stunden nach der Eröffnung die fünfte Ausgabe von „Keine Gnade für die Wade“.
Was 2022 als ambitionierte Idee begann, ist fünf Jahre später weit über die Grenzen Gründaus hinaus bekannt. 800 ausverkaufte Startplätze, Teilnehmende aus mehreren europäischen Ländern und zahlreiche Menschen, die entlang der Strecke gemeinsam anpacken, zeigen, dass es bei „Keine Gnade für die Wade“ längst um mehr geht als um Kilometer und Höhenmeter.
Die Veranstaltung lebt von Menschen, die früh morgens an den Start gehen, sich persönlichen Herausforderungen stellen, andere unterwegs motivieren oder viele Stunden an den Versorgungspunkten und im Ziel unterstützen. Genau dieses Zusammenspiel aus sportlichem Ehrgeiz, Gemeinschaft und ehrenamtlichem Engagement machte auch die Jubiläumsausgabe zu einem besonderen Erlebnis.
Ein großer Dank gilt deshalb allen Vereinen, Organisationen, Partnern sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die vor, während und nach der Veranstaltung im Einsatz waren und „Keine Gnade für die Wade“ auch im fünften Jahr möglich gemacht haben.
Quelle: Gemeinde Gründau

