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Geschichte live erleben: „Finding Hessen” an der Bertha-von-Suttner-Schule

Geschichte live erleben: „Finding Hessen” an der Bertha-von-Suttner-Schule

Hessen hat viel zu bieten – von Apfelwein und Grüner Soße bis zu berühmten Persönlichkeiten wie den Gebrüdern Grimm. Doch obwohl Hessen erst seit 80 Jahren als Bundesland existiert, reicht die Geschichte der Region weit zurück. Tino Leo, Schauspieler, Autor, Sprecher und Coach, hat es geschafft, 2000 Jahre an hessischer Geschichte in 45 Minuten zu verpacken. Damit nimmt er Jugendliche im Auftrag der hessischen Landeszentrale für politische Bildung mit auf eine interessante Reise in das Land, welches die Welt im Innersten zusammenhält – Hessen.

An der Bertha-von-Suttner-Schule präsentierte er den A- und B-Klassen des 9. Jahrgangs in einer One-Man-Show die wichtigsten Stationen der hessischen Geschichte mit politischem Schwerpunkt. Mit Gesang, Humor und einer intensiven schauspielerischen Performance schlüpfte Leo in zahlreiche, unterschiedliche Rollen. Zu den von ihm dargestellten Figuren zählten unter anderem Landgraf Philipp der Großmütige, Napoleon, der Schriftsteller und Revolutionär Georg Büchner sowie Elisabeth Selbert, eine der „Mütter des Grundgesetzes”.

Beginnend mit der frühen hessischen Geschichte bei den Germanen und Römern führte er die Schülerinnen und Schüler weiter durch das Mittelalter, beleuchtete die politische Entwicklung zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und erzählte von der Immigration der Hugenotten, die zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Aufblühen Hessens beitrugen. Hessens Beteiligung am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg durch die Entsendung von Soldaten wurde ebenso beleuchtet wie die Entwicklung der hessischen Eintracht sowie die Entstehung der ersten gesamtdeutschen Verfassung in der Frankfurter Paulskirche 1848/49. Schließlich wurden auch beide Weltkriege und die besondere Situation Hessens im Kalten Krieg dargestellt, das als Bundesland mit Point Alpha direkt an der innerdeutschen Grenze lag und damit mittendrin im Ost-West-Konflikt.

Im Anschluss an die Darbietung erklärte Leo den Schülerinnen und Schülern den Entstehungsprozess eines solchen Stücks. Dazu zählt neben der Recherche auch Reisen zu den Originalschauplätzen und der Austausch mit Expertinnen und Experten. Weiterhin betonte er am Beispiel der Hugenotten, dass Migration kein neues Thema ist. Hessen hatte in seiner Vergangenheit immer Leute von außen aufgenommen und als Bereicherung angesehen. Anschließend konnten die Jugendlichen Fragen an den Autor und Schauspieler richten und erzählen, welche Personen und Ereignisse sie besonders spannend fanden.

Die Bertha-von-Suttner-Schule ist sehr dankbar, dass Tino Leo den Schülerinnen und Schülern mit dieser Aufführung wichtige politische und demokratische Stationen in Hessens Geschichte anschaulich und unterhaltsam vermitteln konnte. Als Kulturschule versteht sich die Bertha nicht nur als Ort künstlerischer Bildung, sondern auch als Raum für demokratische Werte und politische Teilhabe.

Bericht und Bilder: Julia Hiekel

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Quelle: Bertha-von-Suttner-Schule Nidderau

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