Seit 21 Jahren ist es eine gute Tradition, dass die Stadt Hanau die Hanauer „Trümmergeneration” einlädt, um sich gemeinsam zu erinnern und die Leistungen der Frauen und Männer, die nach dem Zweiten Weltkrieg Hanau wieder aufbauten, zu würdigen. Im Café Schien versammelten sich dieses Jahr neun geladene Gäste und genossen neben Kaffee und Kuchen die gute Gesellschaft und viele Anekdoten aus der schwierigen Zeit.
„Trotz aller Widrigkeiten in der Welt können wir in Hanau optimistisch bleiben. Hanau und ganz Deutschland waren nach dem Zweiten Weltkrieg in jeder Hinsicht am Boden. Doch Sie haben angepackt, daran geglaubt, dass es wieder besser wird und gezeigt, dass aus Trümmern wieder etwas entstehen kann, was bleibt. Hanau wäre heute nicht Hanau und so voller lebendiger Geschichten, wenn Sie nicht Ihren Mut gezeigt und Einsatz gebracht hätten. Daran können wir uns in schwierigen Zeiten immer erinnern und Kraft ziehen. Dafür gebührt Ihnen unser aller herzlichster Dank“, würdigte Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Leistungen der geladenen Gäste im Hanauer Traditionscafé.
Gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Borowski, Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri und dem Leiter des Fachbereichs Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen, Martin Hoppe, erinnerte Kaminsky daran, dass das anstehende Bürgerfest (Freitag, 4. bis Sonntag, 6. September, am Mainufer bei Schloss Philippsruhe) nicht nur ein einfaches Fest sei, sondern immer auch ein Dank an die Bevölkerung und Teil der Hanauer Erinnerungskultur ist. Denn kurz nach dem Ende des Krieges begann bereits die Trümmerbeseitigung und der Wiederaufbau der Stadt. Mitte der 1950er Jahre beschlossen die Stadtväter und -mütter um den damaligen Oberbürgermeister Heinrich Fischer als Dank an die Bevölkerung für die geleistete Arbeit ein „Bürgerfest“ im Schlosspark Philippsruhe zu feiern. Es fand erstmals im August 1958 statt.
In angeregten Gesprächen wurde sich im Café Schien anschließend ausgiebig unterhalten, Geschichten aus der damaligen Zeit geteilt und mit Hilfe von mitgebrachten Fotos vergangener Treffen auch an jene erinnert, die mittlerweile verstorben sind. Beim ersten Treffen der Hanauer Trümmergeneration im Jahr 2005 waren 120 Gäste im Weißen Saal von Schloss Philippsruhe anwesend. Zum Ende des Treffens erhielten die Gäste Büchergeschenke und die Einladung zum Bürgerfest.
„Dieser Termin mit Ihnen ist mir jedes Jahr ein besonderes Anliegen. Daher habe ich ihn auch nie verpasst“, sagte Kaminsky den Gästen zum Abschied. „Ich würde gerne auch kommendes Jahr wieder dabei sein. Ich zahle meinen Kaffee und Kuchen dann auch selbst, sonst kriege ich Ärger mit dem künftigen Kämmerer“, erklärte er abschließend mit einem Lächeln und Seitenblick in Richtung seines Nachfolgers Dr. Maximilian Bieri, der die Tradition des Treffens der Trümmergeneration als Oberbürgermeister fortführen wird.
Pressekontakt:
Stadt Hanau, Thomas Nawrath
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Quelle: Stadt Hanau

