Dienstag, August 18, 2026
Bericht einreichen
Werbung schalten
StartBlaulichtFür die Sicherheit der Bikerinnen und Biker: ErneutSchwerpunkt-Kontrolle auf Waldstrecke

Für die Sicherheit der Bikerinnen und Biker: ErneutSchwerpunkt-Kontrolle auf Waldstrecke

Nach einer Häufung schwerer und teils
tödlicher Unfälle auf der Landesstraße 3196 zwischen Steinau und dem Stadtteil
Marjoß in den vergangenen Wochen und Monaten (wir berichteten mehrfach) haben
Polizeibeamtinnen und -beamte am Sonntag erneut vor allem motorisierte Zweiräder
und deren Fahrer auf dem Streckenabschnitt kontrolliert. Die Strecke gilt seit
vielen Jahren als beliebte Bikerroute, birgt aufgrund ihres Verlaufs zugleich
jedoch erhebliche Gefahren. Gerade in den zahlreichen Kurven können bereits
kleinste Unaufmerksamkeiten oder eine nicht an die Straßen- und
Verkehrsverhältnisse angepasste Geschwindigkeit schwerwiegende Folgen haben.

Vor diesem Hintergrund führten Spezialisten der Direktion
Verkehrssicherheit/Sonderdienste sowie der Polizeidirektionen Main-Kinzig und
Offenbach von 10 bis 16.30 Uhr umfangreiche Kontrollmaßnahmen durch. Im
Mittelpunkt standen neben allgemeinen Verkehrskontrollen insbesondere
Geschwindigkeitsmessungen – im überprüften Bereich galt eine
Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern – sowie die technische
Beschaffenheit der Motorräder.

Ein besonderes Augenmerk legten die Einsatzkräfte auf mögliche technische
Veränderungen an den Fahrzeugen. Nicht zulässige Umbauten, Veränderungen an
Abgasanlagen oder andere Manipulationen, die unter anderem eine
Leistungssteigerung bewirken können, geben immer wieder Anlass zum genaueren
Hinschauen. Solche Veränderungen können nicht nur zum Erlöschen der
Betriebserlaubnis führen, sondern je nach Ausgestaltung auch das Fahrverhalten
und damit die Verkehrssicherheit beeinflussen. Dafür waren auch speziell
geschulte Polizeibeamtinnen und -beamte im Einsatz, die über besondere
Kenntnisse bei der Erkennung technischer Veränderungen und möglicher
Regelverstöße verfügen.

Auch Feststellungen zu teils erheblichen Lärmbelästigungen spielten bei den
Kontrollen eine Rolle. Ergänzend zur stationären Kontrolle wurden im dortigen
Bereich mobile Kontrollen durch ein ziviles sowie ein Streifenmotorrad
durchgeführt.

Im Rahmen der Schwerpunktkontrolle überprüften die Einsatzkräfte insgesamt 142
Personen und 137 Fahrzeuge. Dabei handelte es sich um vier Pkw, zwei Quads, zwei
Kleinkrafträder, sieben Leichtkrafträder bis 125 Kubikzentimeter sowie 122
Krafträder über 125 Kubikzentimeter.

Die Bilanz der festgestellten Verstöße: Sieben Geschwindigkeitsverstöße, davon
fünf im Verwarngeld- und zwei im Bußgeldbereich. Die beiden letztgenannten
Verstöße wurden auf dem Weg zur beziehungsweise von der Kontrollstelle
festgestellt – ein Fahrer war dabei mit 160 Km/h bei erlaubtem Tempo 100
unterwegs. Löblich ist zugleich, dass sich der überwiegende Teil der
kontrollierten Verkehrsteilnehmer vor Ort an die geltende
Geschwindigkeitsbegrenzung und die weiteren Vorschriften hielt.

Zudem stellten die Beamtinnen und Beamten einen Fall des Fahrens ohne
Fahrerlaubnis sowie einen Fall des Zulassens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis
fest. Hinzu kamen zehn Verstöße gegen Vorschriften der StVO beziehungsweise
StVZO, fünf Fälle des Erlöschens der Betriebserlaubnis und acht Mängelkarten.
Drei Fahrzeuge wurden sogar sichergestellt. Dabei handelte es sich zum einen um
ein Kleinkraftrad, bei dem der Verdacht bestand, dass es eine bauartbedingte
Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 Stundenkilometern erreicht. Zudem
monierten sie ein Leichtkraftrad mit Veränderungen im Bereich der Auspuffanlage
und des Bremshebels sowie ein Kraftrad mit Veränderungen an der Auspuffanlage.
Die drei Fahrzeuge werden im weiteren Verlauf noch eingehender begutachtet.

Eine besondere Begegnung ergab sich während der Kontrolle, als ein junger Mann
aus eigener Veranlassung an der Kontrollstelle erschien. Er berichtete den
Einsatzkräften, dass er vor einiger Zeit auf der Strecke einen Verkehrsunfall
hatte und sich dabei schwer verletzte. Nach einem mehrwöchigen
Krankenhausaufenthalt wollte er nun erneut die Unfallstelle aufsuchen. Der junge
Mann suchte nicht nur das Gespräch mit den Polizeibeamten, sondern auch mit den
angehaltenen Motorradfahrern. Sein persönliches Schicksal, die weiterhin
bestehenden körperlichen Beeinträchtigungen und noch ausstehenden Operationen
dürften bei manchem Motorradfahrer einen nachhaltigeren Eindruck hinterlassen
haben als die eigentliche Kontrolle. Auch für die eingesetzten Kräfte machte die
Begegnung noch einmal deutlich, welche Bedeutung ihre Arbeit für die
Verkehrssicherheit hat.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass das Teilstück
der Landesstraße trotz seines reizvollen und kurvenreichen Verlaufs keine
abgesperrte Rennstrecke ist. Das Befahren verlangt insbesondere von
Zweiradfahrern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme.
Bikerinnen und Biker sollten ihre Fahrweise jederzeit den Straßen-, Witterungs-
und Verkehrsverhältnissen anpassen.

Quelle: Polizeipräsidium Südosthessen

Ähnliche Artikel
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -

Am beliebtesten